Sabrina (1995)

Sabrina ist eine bewegende und sehr gefühlvolle, fast märchenhafte Inszenierung eines Theaterstücks von Samuel A. Taylor. Für die Regie der Neuverfilmung, war Routinier Syney Pollack verantwortlich. Pollack ist ein Garant für Detailverliebtheit und verhilft vielen seiner Filme zu einem unvergesslichen bleibenden Eindruck. Pollack brachte uns vor seinem Tod im Jahr 2008 viele unvergessene Filme näher. Sei es Dustin Hoffman in „Tootsie“ oder auch „Jenseits von Afrike“ von 1985 mit Robert Redford in der Hauptrolle. Schon im Jahr 1954 wurde das Theaterstück mit Humphrey Bogart und Audrey Hepburn verfilmt. Inhaltlich bewegen sich beide in der gleichen Geschichte und unterscheiden sich nur sehr wenig.

 

Sabrina (Julia Ormond) ist seit frühester Jugend in David (Greg Kinnear) verliebt. Doch der Sohn aus gutem Haus ist an der Chauffeurstochter nicht interessiert. Als Sabrina nach einem Parisaufenthalt wieder zurückkehrt, ändert der Playboy seine Meinung. Aus dem schüchternen Mädchen ist eine anmutige junge und schöne Frau geworden. Doch David ist bereits verlobt und zudem erliegt auch Bruder Linus (Harrison Ford) Sabrinas Charme.

Sabrina – ein modernes Märchen mit Charme und Ausdruck

Zugegeben es gibt Remakes die kaum dem Original das Wasser reichen können. Doch bei Sabrina ist es anders, es wurde lediglich in die heutige Gegenwart projeziert. Doch an Charme, Witz, Dramatik hat es keineswegs eingebüßt. Das liegt vor allen auch an den Hauptdarstellern Harrison Ford und Julia Ormond, die hier die damaligen Rollen von Bogart und Hepburn besetzen.
Beides sind wundervolle Charakterdarsteller und verleihen ihren Rollen den benötigten Realismus, den ein Zuschauer benötigt um sich mit ihnen zu identifizieren zu können. Harrison Ford mal als erst kühlen und berechnenden Geschäftsmann anstatt als Abenteurer oder Sternenkrieger. In Julia Ormond hat Syney Pollack die ideale Person für die Rolle der Sabrina gefunden und gecastet. Sie wächst von einem Mauerblümchen zu einer selbstbewussten Frau heran. Was ein wenig Make Up und neues Outfit mit einem gewonnenen Selbstbewusstsein alles verändern kann.

 

Wer sich für Sabrina entscheidet wird mit einer bewegenden und nachdenklichem Mixtur aus Dramatik, Romanze und Komödie belohnt. Jedoch wurde vom Regisseur darauf geachtet das man nicht zu sehr aufdrückt und die Tränendrüse provoziert. Auch was in Sachen Humor und Witz angeht, hat Pollack auf dezente Darstellung geachtet. Dieses Unterfangen macht den Film sehr unterhaltsam und dürfte auch bei vielen männlichen Zuschauern einen wohl gestimmten Unterhaltungswert herbei führen. Liebe und Romantik muss nicht immer kitschig und übertrieben sein. Die wahren Geschichten erzählt das Leben und nicht eine erfundene Phantasie eines Autoren.

Auch wenn die Laufzeit von gut zwei Stunden recht lang ist, bleiben keine Längen im Film die Langeweile verursachen. Aufmerksam verfolgt man der Geschichte und fiebert insgeheim mit. Man möchte schließlich wissen ob und was gespielt ist und welche Geschehnisse im Film spätere Auswirkungen besitzt. Sabrina besitzt einen ernsthaften Unterton, der manche Menschen vielleicht ein wenig zum nachdenken bringt.

 

Wer sich für Sabrina interessiert, kann ihn sich auf VHS und DVD kaufen. Jedoch ist die DVD schon länger OOP (Out of Print) und bei Sammlern als Erstauflage begehrt. Obwohl sie nur ein mäßiges und sehr körniges Bild vorweist. Da kann die VHS fast bildtechnsich gesehen noch besser punkten und überzeugen.

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