Sahara Cross

Zum Ende der 70er Jahre neigte sich das Sub-Genre der Spaghetti Western dem Ende. Somit mussten nicht nur Regisseure sich neuen Projekten widmen auch Darsteller und einstige Stars mussten sich nach neuen Produktionen umschauen. Somit entstand 1978 der Abenteuerfilm SAHARA CROSS mit dem blauäugigen Franco Nero. Der DJANGO Star in einer ganz anderen Rolle. Auf dem Regiestuhl nahm der Italiener Tonino Valerii Platz, der uns schon 1973 mit Terence Hill und “Mein Name ist Nobody” beschenkte, nicht zu vergessen der Streifen “Der Gorilla” von 1976.

DJANGO in der Wüste Afrikas

Der Blauäugige Star Franco Nero mimt in SAHARA CROSS einen Vermessungstechniker der von der Firma IPC beauftragt wurde, einen geplanten Bau einer Pipeline zu vermessen. Mit ein paar Kollegen wurden sie förmlich in die Wüste geschickt. Doch mit den örtlichen Terroristen und deren Vorhaben hat niemand gerechnet, vor allem nicht das sie unschuldig damit hinein gezogen werden.

Franco mimt in SAHARA CROSS wieder einen knallharten Draufgänger, doch anstatt eines Cowboy Hutes wurde er hier mit einer Porno Sonnenbrille ausgestattet. Doch gewisse Dinge aus seiner Western Ära fanden auch hier ihren Einzug. Sei es als kettenrauchender Kerl der so einige Kartentricks drauf hat, oder auch die typische Geste wie man sich diese mit einem Streichholz anzündet. Dazu noch eine kleine Liebesromanze die nur als Mittel zum Zweck für den Beischlaf dient und nicht zu vergessen Diskuswerfen mit einer Panzermine! Somit merkt man recht schnell dem Film an, das er sich nicht allzu Ernst nimmt, und in erster Linie zur einfachen Unterhaltung gedacht ist. Diesen Hintergrund erlebt man beim Radlader Duell im Film – muss man gesehen haben.

SAHARA CROSS – Das ist Wüste, Verfolgungsjagden, Explosionen, Abenteuer!!!

Franco Nero sticht aus der Rige der Schauspieler vollkommen heraus, seine Präsenz und Darbietung ist markant und im Mittelpunkt der Story. Doch brauchen sich seine Kollegen keineswegs verstecken, so tauchen Namen wie Michel Constantin, Pamela Villoresi und Mauro Barabini auf, die man schon aus anderen italienischen Produktionen kennt.

SAHARA CROSS bietet gut inszenierte Action mit Kawumm und Geballer. Zwar wird einem kein Actionspektakel geboten, doch sehen lassen können sich diese Einstellungen allemal. Hier wird auch schon mal eine Tankstelle in die Luft gesprengt, ein Reisebus einem Abhang hinunter gefahren und vieles mehr. Dazu noch eine atemberaubende Kulisse von Wüstenlandschaften und Canyons, als Schauplatz der Story dient der heisse Kontinent Afrika.

Auch darf der oft unfreiwillige Humor in solch einem Werk nicht fehlen. Und so schlichen sich ein paar kleine Schmunzler mit in den Plot. Besonders bemerkenswert ist es, wenn eine Explosion alles zerstört hat, aber das heilige Bier der Gruppe noch fast komplett erhalten ist. Was wäre ein Mann ohne sein Bier in der Wüste!

SAHARA CROSS wird als Abenteuerfilm eingestuft, doch vereint er gekonnt mehrere Genres und vermischt sie gut. Sei es Western Elemente ala DJANGO, ein Hauch Polizeifilm und nicht zu vergessen Drama. In SAHARA CROSS wurde ein politisches Thema der 70er Jahre in Afrika aufgegriffen und ins Drehbuch übernommen. Doch wurden alle Elemente aus den verschiedenen Genres nur angeschnitten und nicht weiter vertieft.

Zum Abrunden des Gesamtbildes vom Films reiht sich noch ein toller Soundtrack ein. Er stammt aus der Feder von Riz Ortolani, ein ehemaliger Schüler vom Meister Enrico Morricone. Ortolani schrieb auch den Soundtrack zu “Africa Addio” und “Mondo Cane”. Doch auch für die Klassiker “Cannibal Holocaust” und “Der Schlitzer” war er verantwortlich und steuerte seine Musik bei.

SAHARA CROSS gehört sicherlich nicht zu den besten Filmen Franco Neros, dennoch weis dieser Actioner über die gesamte Dauer sehr kurzweilig zu unterhalten und macht wirklich Spaß!!!

Den Film gibt es in Deutschland auf VHS und DVD. Man kann ihn sich auch in einer schicken Hartbox mit DVD zulegen. Auf der Box befindet sich ein FSK 18 Aufdruck, dabei sollte dort ungeprüft stehen.