Scatman Crothers – Der singende Autobot

Scatman Crothers – Geboren am 23.05.1910 in Terre Haute, Indiana, USA  ; Gestorben am 22.11.1986 in Van Nuys, Kalifornien, USA

Der als Benjamin Sherman Crothers geborene Scatman ist den meisten wohl als Dick Halloran aus Stanley Kubricks „The Shining“ bekannt. Aber Crothers kann auf eine lange Karriere zurückblicken. Auch fernab vom Film. Der Sohn von Donnie und Benjamin Crothers liebte die Musik. Als 15-Jähriger begann er als Schlagzeuger in einer „Speakeasy“-Band in seiner Heimatstadt Terre Haute.  „Speakeasy“ waren Kneipen oder Lokale, die während der Prohibitionszeit in den USA illegal Alkohol ausschenkten. Crothers spielte neben dem Schlagzeug auch Gitarre in verschiedenen Jazzbands zu der Zeit. Schon früh wurde er als Entertainer entdeckt. In vielen Lokalen sah man ihn auftreten. Eine davon besuchte sogar der berüchtigte Gangster Al Capone.

Crothers gründete seine eigene Band und tingelte durch die Lande bis er sich 1948 in Oakland, Ohio niederließ. In Ohio, genauergesagt in Dayton, sprach er für eine Radioshow vor. Der Programmdirektor fand, dass ein Name keinen Wiedererkennungswert hat. Da Crothers ein Talent im „Scat“ hatte, wurde der Name „Scatman“ geboren, den er bis zu seinen Tod behielt. „Scat“ ist eine besondere Form des Gesangs. Hierbei werden Wörter und Silben in einen melodischen Rhythmus aneinandergereiht ohne das diese Wörter Sinn ergeben.  Crothers und seine Band traten nun häufiger im Radio auf. 1952 ging Crothers nach Los Angeles.

Crothers nahm viele Soloalben auf. Auch bei anderen Bands war er Gastmusiker, wie zum Beispiel bei Slim Gaillard oder bei „The Ramparts“. Crothers gab 1953 offiziell sein  Filmdebüt in „Meet me at the Fair“. Offiziell deshalb, da es bis heute nicht geklärt wurde, ob er der Liebhaber/ Tänzer  von Billie Holliday im Kurzfilm „Symphony in Black“ (1936) von Duke Ellington war. Danach folgten viele Rollen in Film und Fernsehen. So trat er in Serien auf wie “Kojak”, “Der Chef”, “Magnum”, “3 Engel für Charlie” oder “Starsky & Hutch”. Auch der Film wurde auf ihn aufmerksam. Einer seiner besten Freunde war Jack Nicholson. Er spielte in vier Filmen mit ihm: „Der König von Marvin Gardens“ (1972), „Mitgiftjäger“ (1975), „Einer flog übers Kuckucksnest“ (1975) und „The Shining“ (1980). Für den letztgenannten bekam er einen Saturn Award als bester Nebendarsteller. Zudem spielte er in solch Filmen mit wie „Der letzte Scharfschütze“ (neben John Wayne) , „Trans-Amerika-Express“ oder „Unheimliche Schattenlichter“.

Besonders im Fernsehen war er zu sehen. Oder besser zu hören. Denn aufgrund seiner wunderbaren Stimme wurde er häufig als „Voice-Over“- Akteur gebucht. Dies begann als er 1970 für den Walt Disney-Film „Aristocats“ den „Swingy“ sprach. Auch für das Hanna-Barbara-Studio synchronisierte er. So war er neben Sammy Davis jr.1966 in „Alice in Wonderland“ zu hören. In den 80er Jahren war seine Stimme besonders beliebt. Er sprach in der animierten Serie „Transformers“ den Autobot „Jazz“. Auch in den Kinofilm „Transformers: The Movie“ sprach er ihn. Im Übrigen starb Crothers 11 Tage nach Roger C. Carmel. Die beiden sprachen zusammen im Film „Transformers – Der Kampf um Cybertron“ (1986). Allerdings waren beide Gegenspieler: Crothers war „Jazz“, Carmel war „Cyclonus“.

Crothers war Zeit seines Lebens starker Raucher. 1985 wurde Lungenkrebs bei ihm diagnostiziert. Aber bis kurz vor seinen Tod hielt er dies unter Verschluss. Dann griff der Krebs seine Speiseröhre  an. Er starb im Alter von 76 Jahren. Er wurde neben seiner Frau Helen beerdigt. Er ist neben Mark Twain einer der wenigen Menschen, die an den Tag geboren wurde, als der halleysche Komet  an der Erde vorbeikam und exakt an den Tag starb, an dem der Komet wiederkehrte.

1981 bekam er einen Stern auf den Hollywood Walk of Fame und wurde posthum 1987 in die „Black Filmmakers Hall of Fame“ aufgenommen.