Shelley Duvall – Die betrogene Kosmetikverkäuferin

Shelley Duvall – Geboren am  07.07.1949 in Houston, Texas, USA

Shelley Duvall als Wendy Torrance

Shelley Alexis Duvall  ist als einzige  Tochter von Bobbie Ruth Crawford und Robert Richard “Bobby” Duvall (der nicht verwandt ist mit dem Schauspieler Robert Duvall), einem Anwalt geboren. Sie hat drei Brüder: Scott, Shane und Stewart. Shelley bekam ihren Namen als Anlehnung an „Mary Shelley“, der Autorin von Frankenstein. Während ihrer Kindheit nannte die Mutter sie scherzhaft „manische Maus“, da sie als Kind immer ums Haus gelaufen  und über Möbel geklettert ist. Schon als kleines Kind begann sie zu zeichnen. Nach ihrer Schulzeit in der Waltrip High School in Texas verkaufte sie Kosmetika für Foley´s und sie ging auf das South Texas Junior College (an die auch Patrick Swayze ging) an der sie in den Fächern Ernährung und Diät Therapie graduierte. Im Jahre 1970 ging sie auf eine Party. Da waren auch Brian McKay und Tommy Thompson (zwei Autoren), die gerade dabei waren Locations für Robert Altmans Film „Auch Vögel können töten“ zu sichten. Und ohne eine einzige Schauspielerfahrung wurde sie von Altman gecastet für den Film. So verließ sie das erste Mal Texas. Sie war so gut, dass das produzierende Studio, MGM, sie gleich für drei weitere Filme unter Vertrag nahm. Sie ging einmal auf die Schauspielschule in New York. Verließ diese aber, weil ihr das alles zu technisch war. Sie wolle lieber auf ihren Instinkt vertrauen. So spielte sie dann in Altmans „McCabe und Mrs. Miller“, „Diebe wie wir“ (1971) und „Nashville“ (1975). Sie spielte dann in den Film „3 Frauen“ die Mille Lammoroux und gewann 1977 den Darstellerpreis in Cannes. Im selben Jahr trat sie in Woodie Allens „Der Stadtneurotiker“ auf und in einer Episode von „Saturday Night Live“. Milos Forman wollte sie für die Rolle der Schwester Ratched in „Einer flog übers Kuckucksnest“. Aufgrund von Terminproblemen ging das nicht.

Die nächste Rolle die sie ergatterte war auch gleich die Rolle, die sie weltberühmt machte. Als Wendy Torrance wird sie von Jack Nicholson in Stanley Kubricks „The Shining“ terrorisiert. Die Arbeit mit Kubrick war für sie gleichzeitig faszinierend und belastend. Die Szene, bei der sie Jack Nicholson mit dem Baseballschläger eine runterhaut musste sie 127 Mal drehen. Später zeigte sie Kubrick Büschel von Haaren, die sie lassen musste, weil sie von den Film so gestresst war. Kubricks Perfektion war für die zarte Duvall eine große Belastung. Auch wenn sie später sagte, sie hätte von ihm mehr gelernt, als in den Filmen die sie davor drehte. Schon während des Drehs bot ihr Robert Altman die Rolle der Olive Oyl in seiner Version von „Popeye“ mit Robin Williams an. Sie war perfekt für die Rolle, laut Aussage des berühmten Filmkritikers Roger Ebert. Dann kam eine Rolle in Tery Gilliams „Time Bandit“. Später war sie Gastgeberin und Erzählerin der Kindersendung „Faerie Tale Theatre“ (für die sie eine Emmynominierung bekam) , bei der sie auch in sieben Episoden mitwirkte. Davon war sie so angetan, dass sie eine 27-Stunden dauernden Fernsehprogramm (natürlich eingeteilt in Episoden) für amerikanische Volkslegenden produzierte namens „Tall Tales & Legends“. Während dieser Zeit sollte sie eine Hauptrolle in den Film „Even Cowgirls gets the Blues“ neben Mick Jagger, Sissy Spacek und Jerry Hall bekommen. Der Film wurde aber gecancelt und erst 1993 mit Uma Thurman beendet. Sie spielte in einer Episode der „Twilight Zone“ („The Once and future King“) und war in „Roxanne“ an der Seite von Steve Martin zu sehen.

1988 gründete sie eine Produktionsfirma namens „Think Entertainment“, die sich auf Fernsehprogramme und Fernsehfilme konzentrierte für das Kabelfernsehen. Sie entwickelte „Nightmare Classics“ die bekannte Horrorgeschichten u.a. von Edgar Allan Poe adaptierte. Die Serie wurde nach 4 Folgen eingestampft. 1993 hörte sie auf Serien zu produzieren und verkaufte die Firma.

In den 90er Jahren drehte sie solch unterschiedliche Filme wie „Der Ritter aus dem All“ mit Hulk Hogan oder „Das Portrait einer Lady“ (für den sie extra italienisch lernte) . Zudem trat sie in TV-Serien auf wie in „L.A. Law“. Seit den 2000er Jahren macht sie sich immer rarer in Film und Fernsehen. Ihr letzter Auftritt war aus dem Jahr 2002.

Duvall heiratete den Künstler Bernard Sampson 1970 und wurde 1974 wieder geschieden nachdem die Karriere von Duvall bergauf ging. Als sie „der Stadtneurotiker“ drehte traf sie den Sänger Paul Simon und sie waren 2 Jahre zusammen. Ihre Beziehung endete, als Duvall Simon die Schauspielerin Carrie Fisher vorstellte und die beiden eine Affäre begannen. Das Gerücht, dass sie während „Time Bandits“ den Schauspieler Stanley Wilson heiraten sollte, bestätigte sich nicht.

Heute lebt Duvall in Blanco in Texas mit vielen Tieren nachdem ihr Haus in Los Angeles von einem Erdbeben zerstört wurde. Im November 2016 wurde berichtet, dass sie ein einer psychischen Krankheit leide, die sie nach und nach seelisch auffrisst. Sie bekommt jetzt professionelle Hilfe.

Möge sie gesund werden und bald wieder zu sehen sein.