Showdown in Little Tokyo (1991)

USA 1991
mit Dolph Lundgren, Brandon Lee, Tia Carrere, Cary-Hiroyuki Tagawa…
Drehbuch: Caliope Brattlestreet, Stephen Glantz
Regie: Mark L. Lester
Länge: 76 Minuten
FSK: ab 18 Jahren (indiziert)

Im Stadtteil „Little Tokyo“ von Los Angeles treibt eine Yakuza-Organisation ihr Unwesen. Ihre zunehmende Macht im internationalen Drogengeschäft ist ebenso beängstigend wie ihre grausamen Rituale, die auf eine mittelalterliche Kriegerkaste zurückgehen. Sergeant  Chris Kenner (Dolph Lundgren), der die Bande zur Strecke bringen soll, erhält für diesen Auftrag schlagkräftige Unterstützung von Detective Murata (Brandon Lee). Als Clubsängerin Minako (Tia Carrere) dann auch noch in das Abenteuer verwickelt wird und Kenner obendrein erfährt, dass es sich bei dem Anführer der Yakuza um den Mörder seiner Eltern handelt, spitzt sich die Lage immer weiter zu.

Was macht man, wenn es regnet und die Auffassungsgabe eher so Mittel ist? Richtig, man gönnt sich einen schönen klassischen Action Streifen, der einem wenig Hirn abverlangt und von dem man sich seelenruhig berieseln lassen kann. Genau in dieser Verfassung war ich, als ich mein Regal kürzlich durchstöberte und mir der, schon gefühlte 10 Jahre nicht mehr gesehene, Kracher „Showdown in Little Tokyo“ (1991) in die gierigen Griffel fiel. Vom Regisseur von „Phantom Kommando“ (1985) und mit Bruce Lee-Sprössling Brandon, sowie Hau-drauf Ikone Dolph Lundgren in den Hauptrollen. Das ist doch mal eine Bank!

Die schwedische Abrissbirne Dolph Lundgren war ja nie besonders wählerisch, was seine Rollenauswahl anging, doch Ende der 80er und in den frühen 90ern war der „Rocky 4“-Star noch ein Garant für stumpfe aber unterhaltsame B-Action Ware. Da konnte man bedenkenlos zugreifen und wurde eigentlich nicht enttäuscht. Gut, heute sieht die Sache etwas anders aus, da muss man schon suchen, um einen Lundgren-Film zu finden, der nicht unerträglich billig oder stinke langweilig ist. Wenn man Pech hat trifft Beides zu. Aber 1991 war die Welt noch in Ordnung und in „Showdown in Little Tokyo“ räumt der Ur-„Punisher“ gekonnt in besagtem Stadtteil von Los Angeles auf. Ihm zur Seite steht dabei Brandon Lee, seines Zeichens Sohn von Kung-Fu Legende Bruce Lee. Der Film kommt als Buddy-Actionfilm daher und die Handlung ist auch fix klar. Lundgren spielt den harten Cop Chris Kenner, der nicht nur Martial-Arts kann und treffsicher ist, was Handfeuerwaffen angeht, sondern auch ein großes Problem mit dem organisierten Verbrechen hat, ist doch die japanische Yakuza für den Tod seiner Eltern verantwortlich. Da trifft es sich ganz gut, dass eben jene Yakuza sich jetzt in Los Angeles breit machen möchte, um dort Schutzgeld zu kassieren und harte Drogen zu verschachern. Wie es der Zufall so will, identifiziert Kenner den örtlichen Boss als Mörder seiner Erzeuger, was die ganze Sache natürlich persönlich macht. Ihm zur Seite steht sein neuer Partner Johnny Murata, gespielt von Brandon Lee, der mit Kenner den Kampf gegen die fiesen Gangster aus Fernost aufnimmt. Die Handlung ist so generisch, dass man es ihr eigentlich nicht übel nehmen kann, denn „Showdown in Little Tokyo“ hat gar nicht den Anspruch, mehr als ein handfester Buddy-Actioner zu sein. So arbeitet der Film konsequent das ABC des Genres ab. Die Bösen werden als richtig Böse charakterisiert, Dolph Lundgren ist der toughe Cop, der schon viele Partner hatte und jetzt einen Neuen bekommt, mit dem er sich natürlich nicht sofort versteht. Es kommt schnell zur Aussprache der beiden Figuren und somit darf Seite an Seite geballert, gekämpft und gesprengt werden. Natürlich gibt es auch die obligatorische „Damsel in Distress“, die es vor den Gangstern zu beschützen gilt und die sich auch schließlich von Dolph vernaschen lässt. Eine Handlung wie vom Reißbrett, doch das tut dem Film gut. Keine überkonstruierten Plot-Twists, keine ausufernden Begründungen oder unnötige Längen. Der Film kommt schnell zur Sache und will nur Eins: Unterhalten.

Wenn Lundgren und Lee von Action-Szene zu Action-Szene schlittern, macht das schon verdammt Spaß. Die One-Liner sitzen und auch die Chemie der beiden Darsteller stimmt. Sie geben ein gutes Team ab und servieren dem Fan klassischer Old-School Action genau das, was er sehen will: Knackige Martial-Arts Einlagen, markige Sprüche, ordentlich Pyrotechnik, dicke Kanonen und ein cooles Finale mit Schwertkampf. Zwischendurch versucht man die Rituale und Gesetze der Yakuza zu erläutern, welche seit Jahrhunderten zum festen Programm gehören, was aber immer nur angeschnitten wird, denn man will sich ja nicht mit unnötiger Exposition aufhalten. „Showdown in Little Tokyo“ ist einfach straight to the Point! Der gerade einmal 76-minütige Kracher ist einfach ein nahezu perfekter Party-Film für die gepflegte Männerrunde. Regisseur Mark L. Lester, der ja schon mit „Phantom Kommando“ (1985) gezeigt hat, wie man diese Art von Film am effizientesten in Szene setzt, hat alles fest im Griff und geht rasant und dynamisch zu Werke. Die Action-Szenen sind mehr als ordentlich  und auch der Gewaltpegel ist angemessen hoch, der in einer Liga mit dem bereits erwähnten Schwarzenegger-Klassiker rangiert. Auch die Martial-Arts Szenen können gut überzeugen, in denen Brandon Lee zeigen kann, dass er sich nicht hinter seinem Vater verstecken muss. Der Streifen ist perfekt auf die beiden Darsteller zugeschnitten, denn Dolph Lundgren macht das, was er am besten kann, nämlich treten, schlagen und schießen. Hier muss sich keiner schauspielerisch verausgaben. Tia Carrere, die man vielleicht noch aus „Wayne‘s World“ (1992) kennt, hat auch nicht mehr zu tun, als das hübsche Beiwerk darzustellen, welches auch mal die Brüste zeigen darf und mit dem Japaner Cary-Hiroyuki Tagawa hat man einen adäquaten Bösewicht zur Verfügung. Untermalt wird das Ganze von einem klassischen Synthie-Rock Score, gemixt mit asiatischen Klängen, der noch wunderbar nach den guten alten 80ern klingt. Bisher ist „Showdown in Little Tokyo“ bei uns nur auf DVD erschienen. Die ungekürzte Scheibe von „Warner“ ist zwar indiziert, dürfte aber beim gut sortierten Fachhändler zu bekommen sein. Mittlerweile gehört der Film aber nicht mehr auf den Index und eine Neuprüfung, sowie eine schöne Auswertung auf Blu-Ray, wäre hier mehr als wünschenswert.

Mark L. Lesters „Showdown in Little Tokyo“ (1991) ist einer der besten Lundgren-Filme. Der straighte Actionfilm macht alles richtig, da er weder aufgeblasen, noch anspruchsvoll sein wird. Hier gibt es einfach gute alte Action-Kost, welche rasant und effizient in 76 Minuten reines Vergnügen gepackt wurde, ohne unnötig in die Länge zu geraten. Ein Film, der in jedem gut sortierten Regal eines Action-Fans stehen sollte!