Silent Trigger – Im Fadenkreuz des Killers (1996)

 

Der eiskalte Scharfschütze Waxman ist von einem unbekannten Auftraggeber als bezahlter Killer engagiert worden. Zusammen mit der überaus hübschen, aber unerfahrenen Clegg soll er in Mexiko eine Politikerin aus dem Weg räumen. Der Versuch scheitert und beide verlieren sich aus den Augen. Überraschenderweise treffen sich Waxman und Clegg im ‘Algonquin’, einem von zwei obskuren Sicherheitsmännern streng bewachten Wolkenkratzer in San Francisco wieder, in dem Waxman seinem Opfer auflauert. Schnell stellt er fest, dass selbst seine ehemalige Patnerin Clegg ihn an seiner Arbeit hindert und er sich in der Hölle des Todes befindet. Waxman hat nur ein Ziel vor Augen, bevor er seinen knallharten Job endgültig an den Nagel hängt: Das Geheimnis von Clegg lüften und seinen mysteriösen Auftraggeber enttarnen…

 

B-Action Filme gibt es wie Sand am Meer. Und wer sich die Filmographie des schwedischen Hünen Dolph Lundgren ansieht, wird davon reichlich finden, mal von mehr, mal von weniger guter Qualität. Der 1996 erschienene Streifen „Silent Trigger – Im Fadenkreuz des Killers“ zählt nicht gerade zu den Highlights der umtriebigen Kampfmaschine, dennoch ist er einer der ungewöhnlichsten Filme Lundgrens und hat durchaus seine Qualitäten, bleibt jedoch hinter seinen Möglichkeiten zurück und  serviert uns einen optisch ambitionierten Thriller, in dem es durchaus rabiat zur Sache geht, wenn es mal dazu kommt.

 

Die Geschichte ist so abgekaut, wie eine Weihnachtsgans an den Festtagen. Lundgren spielt einen Auftragskiller mit Berufsehre, der durchaus mit Skrupel behaftet ist. Ein Profi, der natürlich für die schwierigsten Aufträge als Scharfschütze eingesetzt wird. Der Film startet durchaus klassisch. Nach dem Vorspann, der mit seltsamen Choralgesängen auf Technobeats unterlegt ist vermasselt Waxman, so der Name unserer blonden Hauptfigur, einen Auftrag indem er Zweifel an seiner Tat bekommt. Danach gibt es den obligatorischen Shootout, in einem verfallenen Glockenturm. Allerdings ist das nur eine Nebenhandlung, die durch Rückblenden erzählt wird. Unser Main-Plot spielt sich in einem Hochhaus ab, aus dem Waxman ein weiteres Ziel für den mysteriösen Supervisor erledigen soll. „Silent Trigger“ ein eher ruhiger Film. Der Film hat viele Dialoge, in denen Dolph Lundgren mit seiner Späherin Clegg, gespielt von Gina Bellman, über das Leben, den Job als Killer und über diverse moralische Aspekte diskutiert. Wahrscheinlich alles, was man in einem Film mit Dolph Lundgren nicht erwartet und auch gar nicht sehen will. Denn die vielen Konversationen, die nur durch reduzierte Action unterbrochen wird, haben so einige Längen. Sie sind nicht gerade grandios geschrieben und unsere Akteure sind auch nicht unbedingt Charakterdarsteller. Dennoch ist die Intention des Films durchaus interessant und eine kleine Abwechslung zu anderen Werken des Genres. Dann gibt es noch die 2 Wachmänner von denen der eine ein koksender Vergewaltiger ist, der besonders an Clegg interessiert, was ebenfalls ein paar handfeste Scharmützel auslöst aber immer total deplatziert wirkt, da es nichts zur Handlung beiträgt.

 

Einzig leitet es eine Sexszene zwischen Dolph und Gina ein, war ja abzusehen. Die Handlung ist, wie schon gesagt, äußerst stereotyp und Klischeebelastet. Der Killer, der von moralischen Konflikten belastet ist und sein Auftraggeber der wahrscheinlich nichts Gutes im Schilde führt. Gerade das Zweite riecht man 5 Kilometer gegen den Wind und die Identität jenen Mannes, ist auch nicht überraschend, sondern abzusehen. Das klingt jetzt alles ziemlich mies, jedoch hat „Silent Trigger“ durchaus auch positive Seiten. Die Atmosphäre des Films gefällt mir recht gut. Das ganze Setting hat eine gewisse futuristische Endzeitstimmung. Gerade das Hochhaus mit seinen Baustellen ist eine interessante Kulisse, die leider nicht vollends genutzt wird. Auch die Stimmung ist durchaus interessant. Die Haupthandlung spielt fast nur in der Nacht, was dem Film so eine düstere Note gibt, was gut zu eben jener Handlung passt. Auch die spärlich eingesetzten Action-Sequenzen haben ihren Reiz. Hier wird noch gute Effektarbeit geleistet und die platzenden Blutbeutel sehen fantastisch aus. Auch wenn hier keine Choreographien alá John Woo gefilmt wurden, machen die Szenen, die nur in den Rückblenden stattfinden durchaus was her. Wenn Dolph Lundgren mit seinem Gewehr und Geschossen, die so groß sind wie eine ausgewachsene Männerhand, seine Gegner durchlöchert, dann sieht das schon sehr cool aus, was man nicht von diesem unsäglichen CGI-Helikopterabsturz zu Anfang behaupten kann, der schon anno 1996 ziemlich scheiße aussieht. Zu erwähnen sei noch, dass hier Russell Mulcahy auf dem Regiestuhl saß, der sich mit seinem Hit „Highlander“ fest in der Popkultur verankerte, danach jedoch nie wieder an diesen Erfolg anknüpfen konnte und im B-Movie Sumpf unterging. Mulcahy schafft es durchaus Stimmung zu transportieren, jedoch hätte dem Film mehr Drive gutgetan. Die Schauspieler machen ihren Job solide. Hier glänzt keiner, was man bei einem Lundgren-Film auch nicht erwarten sollte. Alles in allem durchaus anschaubar und einfach mal was anderes.

 

„Silent Trigger“ ist ein klassisches 90er B-Movie. Action-Haudegen Dolph Lundgren zeigt sich hier mal von einer anderen Seite in Bezug auf Tonalität. Hier wird mehr Wert auf Atmosphäre gelegt, um ein düsteres Assassin-Märchen zu erzählen. Jedoch bietet der Film, trotz guter Szenen, auch viel Leerlauf, was auch auf die mittelmäßig agierenden Darsteller zurückzuführen ist. Ein paar gute Action-Sequenzen kaschieren etwas die, nach Schema F gezeichnete, Handlung und somit bekommt man einen Streifen, der hinter seinen Möglichkeiten leider zurückbleibt, jedoch durchaus einen Blick wert ist.