Sinbad´s siebente Reise (1958)

Inhalt:

Sinbad (Kerwin Mathews) und seine Verlobte Prinzessin Parisa (Kathryn Grant) machen sich auf die Reise nach Bagdad. Unterwegs halten sie auf der Insel Colossa an. Dort kommt es zu einem Kampf gegen einen riesigen Zyklopen. Mit Hilfe des Magiers Sokurah (Thorin Thatcher) kann dieser besiegt werden. Sokurah nimmt eine Zauberlampe und lässt einen Dschinn erscheinen. Als diese Lampe verlorengeht  reist Sinbad zusammen mit Sokurah nach Bagdad. Sokurah will nach Colossa zurück um die Lampe zu finden. Das lehnt aber der Kalif ab. Also lässt Sokurah des Kalifen Tochter, die Prinzessin Parisa, auf Minimumgröße schrumpfen. Und nur er kann sie wieder zurückverwandeln. Dies gelingt nur mit einen Zauberkraut, welches auf Colossa wächst. Sinbad macht sich auf die Reise.

Filmisches Feedback:

Ganz großer Fantasyklassiker der einfachen und doch effektiven Art

Zu einer Zeit gedreht, bei der Fantasystreifen belächelt wurden, hat der Film nicht nur die Zeit überdauert, nein, ohne ihn wäre vieles nicht was es heute gibt. Und das liegt einzig und allein an zwei Menschen: Ray Harryhausen und Nathan Juran. Harryhausens grandiose Stop-Motion-Kreaturen, die in damaliger Perfektion in das Spielgeschehen integriert wurden und Jurans exorbitant atmosphärische Regie lassen diesen Film weit über vielen anderen aus diesen Genre stehen. Natürlich kann man viel bemängeln. Aber dies ist ein Fantasyfilm mit SFX, die bahnbrechend waren. Was den Film aber so hervorsticht, ist, dass er echt ist. Keine CGI, keine überflüssigen Nebenhandlungen, keine unnützen Dialoge. Alles passt genau dorthin wo es sein soll.

Die Szenarien sind abwechslungsreich und kraftvoll in ihrer Gestaltung. Tendierend irgendwo zwischen Nostalgie und Naivität ist es doch grade das was diesen Film ausmacht. Und vor allen wurde hier die Kreativität der Menschen noch gefordert. Sei es der Zyklop, Zauberei, Zwerge, Riesenvögel oder  Skelette. Es ist alles da und forderte höchsten Trickaufwand der damaligen Zeit. Bei diesem Film sitzt man vor den Fernseher und entschwebt in eine andere Zeit, in ein anderes Leben. So stilvoll ist das alles hier gedreht.

Und deshalb der zweite Mensch dem man diesbezüglich zu danken hat: Nathan Juran. Der Ex-Austatter (u.a. „Mein Freund Harvey“) hat im Fantasygenre seine Berufung gefunden. Neben diesen Film drehte er solche grandiosen Werke wie „Die Bestie aus den Weltenraum“ oder „Angriff der 20-Meter Frau“. Wenn jemand mit solch Herzblut einem Genre verbunden ist, zolle ich ihm höchsten Respekt. Denn das muss man erst mal durchziehen. Wie dem auch sei, der Film ist einfach gut gedreht. Auch wenn man nörgeln könnte, dass vieles langweilig sei. Ist es nicht. Bei näherer Betrachtung erkennt man sogar den spannenden Aufbau. Kombiniert mit der genialen Musik von Hitchcock-Stammkomponist Bernard Hermann.

Es ist ein herrlicher, fantasievoller, spannender Film, der Elemente aus der orientalischen Mythologie nimmt, sie umgestaltet und wohlwollend umsetzt. Ganz nebenbei zeigt er uns auch noch, dass man durch viele Hindernisse erst gehen muss um eventuell das zu erreichen was man schaffen will. Und dabei noch ein paar Zyklopen kaputt machen. Ein Hoch auf Juran und Harryhausen.