Snake Eater (1989)

Einige Irre vom Lande, überfallen das Hausboot der Familie von “Snake Eater” Jack Kelly. Die Eltern werden gekillt und Jacks Schwester Jennifer wird gekidnapped. Als Jack die Nachricht erfährt, bricht er sofort auf, um seine Schwester aus den Klauen der Irren zu befreien. Er stellt Nachforschungen an, und trifft schließlich auf eine Gruppe durchgeknallter Bauerntrampel. Diese kommen ihm sofort “spanisch” vor und so beschließt der Ex-Soldat, ihnen kräftig in den “Allerwertesten” zu treten…

 

Der amerikanische Schauspieler Lorenzo Lamas feierte von 1981 bis 1990 große Erfolge als einer der Hauptdarsteller der Seifenoper „Falcon Crest“. Doch Kitsch war ihm nicht genug und so baute er sich ein zweites Standbein als drittklassiger Action-Hero auf, welches er vor allem in den 90er Jahren in Low-Budget Filmen pflegte. Den Auftakt zu Lamas‘ Zweitkarriere war die „Snake Eater“-Trilogie, dessen erster Teil im Jahr 1989 entstand. Nun widmen wir uns Lamas‘ erstem Versuch ein zweiter Rambo zu sein, welcher bis auf ein paar amüsante Momente eher mau ausfällt.

Lorenzo Lamas ist sicher kein besonders herausragender Schauspieler, er hatte lediglich Glück, in „Falcon Crest“ unterzukommen. Aber nun zum „Snake Eater“. Lamas hat einige nette C-Actioner gedreht, wie zum Beispiel „Viper – Ein Ex-Cop räumt auf“ oder „Midnight Man“, weshalb ich seinem ersten richtigen Feature positiv gegenüberstand. Nur leider konnte ich dem sehr billig inszenierten Film wenig abgewinnen. Lamas‘ spielt hier einen Cop, der zu einer Spezialeinheit gehörte, in die natürlich nur die härtesten Mistkerle der harten Mistkerle aufgenommen wurden. Hier werden gängige Klischees aneinander gereiht und Jack Kelly muss sich schließlich auf einen privaten Rachefeldzug begeben, um seine Schwester aus den Fängen degenerierter Hinterwäldler zu befreien. Selbstverständlich ist der Plot großer Blödsinn und voller Logiklöcher, was jedoch nicht schlimm wäre, denn man kann solche Drehbücher, die auf eine Serviette passen würden, durchaus amüsant in Szene setzten, sodass man am Ende zumindest einen spaßigen Trash-Actioner hat. Doch das ist genau der Punkt, warum „Snake Eater“ teilweise eine ziemliche Gurke ist. Anstatt ein paar what the Fuck Momente einzubauen und die Actionszenen mit einer schönen Choreographie auszustatten, regiert hier größtenteils Langeweile. Hier und da wird MAL geschossen oder irgendjemandem auf die Fresse gehauen. Diese Actionarmut ist auch noch so behäbig anzusehen, dass ich durchaus zwischendurch eingedöst bin. Zudem sieht der ganze Streifen dermaßen billig aus, dass in mir die Vermutung aufkommt, dass hier zeitweise einfach irgendwo ohne Drehgenehmigung gedreht wurde. Man ist einfach in den Wald gegangen und hat drauf losgedreht, was dem ganzen Tohuwabohu nicht wirklich zu Gute kommt. Regie hat hier George Erschbamer geführt, der neben diversen Serienfolgen für „Das A-Team“ und „Airwolf“ auch die beiden halbgaren Michael Dudikoff-Vehikel „Bounty Hunters“ und „Bounty Hunters 2“ zu verantworten hat. Man merkt, dass der ursprüngliche Special-Effects Mann nur bei Serien zu Gange war, da der ganze Film wie eine billige 80er Serienfolge wirkt. Selbst das Finale ist relativ spannungsfrei und kommt ohne coole Momente aus. Das einzige was den Film etwas rettet, ist die Performance von Lorenzo Lamas, der sichtlich Bock darauf hat, den coolen, rebellischen Actionhärtner zu spielen. Natürlich ist er kein Sylvester Stallone und seine Fähigkeiten sind begrenzt, jedoch wirft er sich mit Verve in seine Rolle und geht darin richtig auf. Für ihn war es wie ein Befreiungsschlag, was nicht verwunderlich ist, wenn man bedenkt, dass der Gute vorher fast neun Jahre Seifenoper mitgemacht hat. Der Rest des Ensembles besteht aus unbekannten Gesichtern, die außer TV-Serien oder, wie im Falle von Ron Palillo, höchstens einen „Freitag der 13.“-Film in der Vita vorweisen können. Dennoch frage ich mich wo 1,2 Millionen Dollar Budget hingewandert sind, denn im Film erkenne ich davon recht wenig. Aber trotz allem muss der Film irgend ein Erfolg gewesen sein, denn er zog 2 Fortsetzungen nach sich, die ich noch nicht gesehen habe: „Snake Eater’s Revenge“ aus dem Jahr 1990 und „Snake Eater III…His Law“ aus dem Jahr 1992, in denen Lamas ebenfalls seine Rolle wieder aufnahm.

George Erschbamers „Snake Eater“ ist ein halbgarer Billig-Actioner, der aber mehr durch Langeweile glänzt, als durch coole Ballereien. Lediglich Lorenzo Lamas hat Freude am posen und Sprüche klopfen, was einen gewissen Unterhaltungswert hat. Ansonsten wäre dieses C-Movie keine Rede wert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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