Snake Eater’s Revenge (1989)

Kanada 1989
mit Lorenzo Lamas, Larry B. Scott, Ron Palillo, Kathleen Kinmont…
Drehbuch: Don Carmody, John Dunning, Michael Paseornek
Regie: George Erschbamer
Länge: 93 Minuten
FSK: ab 18 Jahren

Als der Cop Jack Kelly (Lorenzo Lamas), genannt Soldier, über die Stränge schlägt und eigenhändig einige Dealer ermordet, weil diese mit Rattengift versetzte Drogen verkaufen, stellt man ihn unter Anklage. Sein Anwalt pocht auf geistige Unzurechnungsfähigkeit, weshalb man Soldier zur Beobachtung in eine Anstalt einweist. Doch die Insassen kennen Mittel und Wege, um sich unbemerkt aus dem Gebäude zu schleichen. Offiziell in der Anstalt einsitzend führt Soldier seinen Privatkrieg gegen die Drogenhändler fort…

Es gibt B-Movies, die machen Spaß, Es gibt B-Movies, die gehen in Ordnung und es gibt B-Movies, die haben einfach keine Daseinsberechtigung. Besonders im Action-Genre sind diese drei Stufen häufig zu finden. Letztere greift besonders beim Lorenzo Lamas-Heuler „Snake Eater“ (1989). Noch griffiger wird sie allerdings bei der Fortsetzung, die uns Restmüll-Regisseur George Erschbamer im selben Jahr noch vorlegte: „Snake Eater’s Revenge“ (1989), lautet der vielversprechende Titel. Doch statt cooler Rache, bekommen wir lediglich einen langweiligen Stinker!

Als ich das erste Mal den Actioner „Viper – Ein Ex-Cop räumt auf“ (1994) sah, stellte sich bei mir das wohlige Gefühl ein, noch mehr Lamas-Vehikel sehen zu müssen, da eben erwähnter Titel ein durchaus unterhaltsamer Videotheken-Kracher ist. Also besorgte ich mir die „Snake Eater“-Trilogie, die als Lamas bekannteste Filme gehandelt werden. Nach Sichtung des ersten Teils, machte sich schnell Ernüchterung breit, da ich 90 Minuten damit verschwendet habe, dem Ex-„Falcon Crest“ Schönling dabei zuzusehen, wie er lahmarschig irgendwelche Hinterwäldler platt macht. Actionarm, absolut billig und total öde kam dieser Selbstjustiz-Schinken daher, bei dem selbst Rache-Opa Charles Bronson in schreiendes Gelächter ausgebrochen werde. Ich ließ erst mal die anderen beiden Teile links, beziehungsweise ganz weit links, liegen. Nach mittlerweile neun Monaten habe ich mich an Teil 2 gewagt, mit der Hoffnung, dass dieser Film vielleicht mehr zu bieten hat. Nach abermals knapp 90 Minuten bin ich zu dem Schluss gekommen, dass George Erschbamer eine absolute Glanzleistung vollbracht hat, nämlich einen noch schlechteren Film abzuliefern. „Snake Eater’s Revenge“ handelt erneut vom chauvinistischen, sehr harten Ex-Elitekämpfer Jack Kelly, genannt Soldier, der seine Freizeit damit verbringt, irgendwelchen Kids in einer Mehrzweckhalle Kampfsport beizubringen. Seine Kampfeslust erwacht, als diverse Schüler, aufgrund von Drogenmissbrauch, ins Koma fallen, da der Stoff mit Rattengift gestreckt wurde, da der Drogendealer wahrscheinlich zu viel verdient hat und geschäftlich eine ziemlich Pfeife zu sein scheint. Also schnappt sich Soldier eine Knarre und erschießt sehr unaufregend drei Dealer in einem schäbigen Flur. Der übereifrige Cop wird in ein Sanatorium eingeknastet, da sein Anwalt auf Unzurechnungsfähigkeit plädiert. Von dort aus startet er, gemeinsam mit seinem schwarzen Sidekick Speedboat, einen Rachefeldzug gegen das örtliche Drogenkartell. Das klingt jetzt vielleicht nach einer netten Story für einen hirnlosen Actionstreifen, was auch stimmt, nur wird sie unfassbar lahm umgesetzt. Die Dialoge sind alle recht scheiße geschrieben und die ganze Chose ist dermaßen blöd zusammengeschustert, das man recht fassungslos zurück bleibt. Nachdem unser Protagonist eingewiesen wurde, wird der eigentliche Plot erstmal für einen bestimmten Zeitraum vergessen, da der gute Jack damit beschäftigt ist, mit seiner Ärztin zu flirten, mit irgendwelchen Freaks abzuhängen, die anscheinend lustig sein sollen, und auf dem Dach irgendwelche Rollstuhl Wettkämpfe durchzuführen. Das ist unfassbar uninteressant und ganz weit weg von Begriffen, wie „rasant“ oder „spaßig“. Irgendwann findet Soldier einen Weg, sich unbemerkt aus dem Sanatorium zu schleichen, in dem er durch die Lüftungsschächte kriecht, wo er nicht nur auf Nutten, sondern auch auf einen Pizzaboten trifft, was ein Gag sein soll. Als gefrusteter Zuschauer denkt man sich, dass es ja jetzt losgehen könne, doch man wird bitter enttäuscht.

Statt coolen Shootouts, fängt unser Duo Infernale an die Gangster mit „heimtückischen“ Fallen zu ermorden. So spazieren die beiden Idioten in einer Szene Brandschutzbeauftragte in ein Drogenlabor, unter dem Vorwand, man solle die Feuerlöcher austauschen. Der Vorarbeiter der Koksmischer hat damit natürlich kein Problem. Im Endeffekt legen sie lediglich Feuer. Wirkliche Zerstörung sieht der Zuschauer nicht, wahrscheinlich war einfach kein Geld da. Und so verhält es sich mit allen potenziellen Momenten, in denen etwas passieren könnte. Unsere Hauptfigur, die als harter Kämpfer etabliert wird, benutzt gerade einmal in zwei kurzen Szenen eine Waffe und Martial-Arts, was Lamas bis zu einem gewissen Grad draufhat, gibt es ebenfalls nicht zu sehen. Er spielt den bösen Gangstern eher mörderische Streiche. Somit bekommt der C-Heuler zu keinem Zeitpunkt Tempo oder Dynamik, da einfach nichts passiert. Und in den wenigen Momenten, in denen wirklich was passieren könnte und in denen Waffen vorhanden sind, hat Erschbamer wahrscheinlich im Regiestuhl gepennt und der Set-Praktikant hat übernommen. Selbst das Finale, in dem Soldier die Villa des Obermuftis stürmt, birgt nicht mehr als ein paar Schüsse und drei Explosionen, die aber so grell sind, dass man nichts erkennt. Sieht komplett nach Fake aus, denn anscheinend ist aus Budgetgründen nichts passiert. Der Streifen muss lediglich ein paar Dollar gekostet haben, denn Action und Attraktionen werden irgendwie umfahren, man vermeidet es fast schon. Im restlichen filmischen Geschehen reißt Erschbamer auch so gut wie nichts, außer eine Kamera irgendwo hinzustellen. Ähnlich unspektakulär ist die Darstellerriege. Lorenzo Lamas macht das schon okay, wenn er mal gefordert werden würde. Hier guckt er lediglich emotionslos und sagt unspannende Dialoge auf. Sein Sidekick ist derweil die absolute Hölle. Larry B. Scott ist als schwarzer Comic-Relief unerträglich und man wünscht ihm einfach nur den Tod, besonders in der deutschen Synchronisation, die anscheinend von dem Mann gesprochen wurde, der bei der ersten Audition für die deutsche Stimme für Eddie Murphy, direkt nach Hause geschickt wurde. Auch der Bösewicht ist farblos und die Irren im Sanatorium sind langweilig bis peinlich auf lustig getrimmt. Besonders wenn die am Ende noch mehr schlecht als recht auf dem Flur tanzen, ist die Schmerzgrenze deutlich überschritten. Ach, es gibt ja noch zwei Polizisten, u.a. Lamas‘ Ex-Frau Kathleen Kinmont, die nicht mehr tun, als Tatorte zu besichtigen und Gott einfach mal einen guten Mann sein zu lassen. Also liebe Leser, der Film ist scheiße. Falls ihr dennoch die Lust verspürt, euch die Gurken in die Sammlung zu stellen, dann könnt ihr zum Mediabook von „NSM Records“ greifen, welches alle drei Filme enthält, allerdings nur auf DVD.

„Snake Eater’s Revenge“ mit Soap-Sternchen Lorenzo Lamas ist noch langweiliger als sein Vorgänger. Schlechte Darsteller, schlechte Dialoge, schlechte Inszenierung, absolute Low-Budget Optik und große Actionarmut machen diesen Selbstjustiz-Heuler zum muffigen Videotheken-Stinker, den man getrost umfahren kann. Wenn ihr Lamas als Action-Helden sehen wollt, greift lieber zu seinen Filmen, die von „PM Entertainment“ produziert wurden, da weiß man wenigstens was man hat!