Special: Ein Herz und eine Seele (1973 – 1976)

Ein Herz und eine Seele gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Fernseh – Serie der 70er Jahre in Deutschland. Der deutsche Autor Wolfgang Menge war verantwortlich für die Drehbücher für die Serie, Menge war ein sehr erfolgreicher und gefragter Autor, zu seinen weiteren Werken zählen auch diverse Tatort – Folgen und eine weitere Comedy – Serie mit dem Titel: „Nonstop Nonsens“. Wolfgang Menge verstarb am 17. Oktober 2012 in seiner Wahlheimat Berlin im Alter von 88 Jahren. Ein Herz und eine Seele ist eine Adaption auf eine erfolgreiche Serie aus England mit dem Titel „Till Death Us Do Part“, die ebenfalls nur eine Adaption einer amerikanischen TV – Serie war. Menge übertrug deutsche Gesellschafts- und Politikereignisse auf die Serie um sie dem deutschen Zuschauer schmackhafter und interessanter zu gestalten, das Konzept ging auf. Auch die Namen der einzelnen Charaktere wurden fast komplett übernommen.

 

Handlung:

In der Serie Ein Herz und eine Seele begleitet der Zuschauer eine gut bürgerliche Familie in den 70er Jahren namens Tetzlaff. Jede Episode verfolgt einer Grundhandlung, wie Urlaub, Sylvester, Besuch oder auch Feiertage, in denen zeitgleich auch politische Veränderungen und Gesellschaftliche Ereignisse ihren Weg in die einzelnen Episoden fanden. Doch der Schwerpunkt liegt oft darin, dass alle Familienmitglieder andere Ansichten diverser Dinge haben und so auf komische Art aneinander geraten.

 

Hauptcharaktere:

In Ein Herz und eine Seele gibt es vier Hauptpersonen, die durch verschieden Nebenrollen begleitet und unterstützt wurden. Hier nun eine Auflistung und Erklärung der Hauptpersonen der Serie.

 

Alfred Tetzlaff gespielt von Heinz Schubert – (1925 – 1999)

 

Alfred Tetzlaff, auch Ekel – Alfred genannt, ist spießig, feige, verlogen, ordinär, egoistisch, hinterhältig, unsensibel, ausländerfeindlich, rassistisch. Er ist Frauen- und Kinderfeindlich und glaubt an diversen Verschwörungstheorien. Seine Manieren besonders beim Essen lassen doch sehr zu wünschen übrig. Das er als Familienoberhaupt in seinen eigenen vier Wänden das sagen hat, steht außer Frage.

 

Else Tetzlaff gespielt von Elisabeth Wiedemann – (1926 – ?)

 

Else Tetzlaff, geborene Böteführ, steckt voller Enttäuschung und auch Verzweiflung, wie sehr sich doch ihre Ehe mit Alfred in den 25 Jahren entwickelt hat. Sie ist unterwürfig, muckt nicht auf, und wenn dann nur sehr wenig und wird sofort wieder in die Schranken gewiesen. Sie hat kein Selbstbewusstsein, könnte auch an ihrer mangelnden Allgemeinbildung liegen, aufgrund dessen sie des Öfteren auf dem Holzweg sich befindet. Sie träumt von einem anderen Leben, und hat sich aber mit ihrem jetzigen Abgefunden.

 

Michael Graf gespielt von Dieter Krebs – (1947 – 2000)

 

Michael Graf ist der Schwiegersohn von Alfred und stammt aus der DDR. Er ist derjenige der Alfred auf die Palme bringt und politische Diskussionen anzettelt, er hat eine ganz andere Politische Einstellung als Alfred, was mehr als nur einmal für Gesprächsstoff sorgt. Er behandelt seine Schwiegermutter sehr rücksichtsvoll und nimmt sie oft in den Schutz, er kann sich auch daneben benehmen und schaut auch mal anderen Frauen nach und bekommt oft von seiner Frau Rita was zu hören und wird in die Schranken verwiesen.

Rita Tetzlaff gespielt von Hildegard Krekel – (1952 – 2013)

Alfreds Tochter Rita ist die gute Seele in der Familie, sie versucht am meisten die zahlreichen Konflikte innerhalb der Familie auszubügeln und zu schlichten. Sie hat ein wachsames Auge auf ihren Mann und zeigt ihm wo es langgeht. Sie hat auch optisch was für die Männer zu bieten, knappe Outfits sorgen auch innerhalb der Familie für Aufsehen und Zündstoff. Auch außerhalb der Serie waren Dieter Krebs und Hildegard Krekel ein Paar.

Nebencharaktere:

Frau Suhrbier

ist eine Nachbarin (auf ihre bloße Erwähnung reagiert Alfred äußerst cholerisch), die ein Running Gag in der Serie ist. Siehe dazu „Sonstiges“. In einigen Folgen lautet der Vorname Hertha, in einer anderen Folge Gerlinde.

Frau Fechner

ebenfalls in der Nachbarschaft wohnend, ist mit Else befreundet.

Frau Burdenski

ist ebenfalls eine Nachbarin. Ihr Mann arbeitet bei der Post. Alfred trifft in einer Folge auch auf ihren Schwager Erwin.

Rübensahm

ist der Inhaber eines kleinen Lebensmittelgeschäfts in der Nachbarschaft. Alfred kritisiert ihn oft wegen seiner hohen Preise und seiner (laut Alfred) willkürlichen Öffnungszeiten. In einigen Folgen lautet der Vorname Rübensahms Erich, in anderen Folgen Emil.

Koslowski

arbeitet bei einer Versicherung und ist wahrscheinlich Alfreds einziger Freund. In einigen Folgen lautet der Vorname Koslowskis Peter, in anderen Folgen Erwin.

Rudi

ist der Inhaber einer kleinen Eckkneipe in der Nachbarschaft, in der Alfred einmal die Woche etwas trinken geht und nach Angaben der Familie mindestens einmal im Monat einen Streit anzettelt und hinausgeworfen wird.

 

Zur Serie:

Die ersten 11 Episoden der 1. Staffel wurden zunächst für das Dritte Fernsehprogramm in schwarz / weiß gedreht. Später wurden einzelne Folgen für das Erste Deutsche Fernsehen in Farbe neu gedreht, teils aber auch mit verändertem Drehbuch.

Einzelne Episoden werden zu gewissen Tagen stetig wiederholt, sei es die „Silvesterpunsch“ zu Silvester, „Rosenmontagszug“ zum Karneval sowie die Episode „Besuch aus der Ostzone“ am 3. Oktober zum Tag der deutschen Einheit.

Nachdem die 1. Staffel so ein Erfolg im deutschen TV war, beschloss man sich eine 2. Staffel zu drehen. Doch es mussten einige Veränderungen vorgenommen werden, die Schauspieler Elisabeth Wiedemann und Dieter Krebs lehnten das Angebot für die 2. Staffel dankend ab, Gerüchten zufolge ging es um die Gagenhöhe, andere Gerüchte erzählten von Missständen innerhalb der Schauspieler. Genaue Aufzeichnungen über die Gründe gibt es leider nicht.

Die fehlenden Schauspieler wurden durch Helga Feddersen und Klaus Dahlen ersetzt. Auch wurde mehr auf Slapstick geachtet und die politischen Aspekte wanderten in den Hintergrund, doch dieses neue Konzept schlug schon nach vier Episoden fehl, und die Serie Ein Herz und eine Seele wurde eingestellt.

Das Else Tetzlaff nun Alfred mehr als nur einmal Konter gibt, hatten die Zuschauer nicht akzeptiert, dies passte nicht zur Rolle der Else, ebenso das veränderte Verhalten von Michael Graf wurde abgelehnt, seine neue zynische Art schlug fehl.

Ebenso wurde die 2. Staffel immer erst am Ausstrahlungstag gedreht, somit hatten die Autoren die Möglichkeit noch während einer Episode das Drehbuch mit Ereignissen zu verändern und umzuschreiben.

Staffel 1

                                 Das Hähnchen   15.01.1973              

                              Der Fernseher  29.01.1973              

                                 Besuch aus der Ostzone    12.02.1973              

                                 Die Beerdigung  26.02.1973             

                                 Die Bombe        12.03.1973              

             Hausverkauf     26.03.1973             

                    Silberne Hochzeit     09.04.1973             

                    Urlaubsvorbereitungen      30.04.1973             

                    Erntedankfest  01.10.1973              

                   Eine schwere Erkrankung  29.10.1973              

                     Der Sittenstrolch     26.11.1973              

                    Silvesterpunsch 31.12.1973              

                    Der Ofen ist aus       28.01.1974              

                    Rosenmontagszug      25.02.1974             

                    Frühjahrsputz  18.03.1974              

                    Selbstbedienung       13.04.1974              

                   Besuch aus der Ostzone    17.06.1974              

                    Urlaubsvorbereitungen      15.07.1974              

                    Tapetenwechsel        12.08.1974              

                    Der Staatsfeind       09.09.1974             

                    Der Sittenstrolch     04.11.1974              

Staffel 2

                    Telefon!    31.05.1976              

                    Massage   05.07.1976             

                   Modell Tetzlaff        27.09.1976             

                    Schlusswort      22.11.1976              

 

DVD:

Eine DVD – Box mit 21 der 25 Folgen wurde im April 2005 veröffentlicht. Auf dieser DVD – Box wurde auf zwei Schwarzweiß-Folgen (1 und 3) und zwei Episoden in Farbe (18 und 21) verzichtet, die nach umfangreichen Protesten der aktiven Fangemeinde nachträglich am 12. September 2005 auf einer Spezial – DVD namens „Die verschollenen Folgen“ erschienen. Die Existenz der Folge 21 war zuvor seitens der Produktion unbekannt. Im März 2009 erschien eine neue DVD – Box mit allen digital überarbeiteten 25 Folgen plus Bonusmaterial auf acht DVD´s.

Hintergrund:

Ursprünglich sollte Gert Fröbe den Alfred Tetzlaff spielen, konnte aber aus Zeitgründen nicht. Harald Juhnke wurde auch gefragt, doch er „konnte und wollte keinen Proleten spielen.“

Rita arbeitet in einen Kaufhaus in der Kosmetikabteilung. In der Serie wurde nie eine Folge gezeigt in der Rita in dieser Abteilung arbeitet. Zwischen 1980–1983 wird das jedoch nachgeholt. In der Serie „die Sechs Richtigen“, die im WWF (ARD) lief, geht die Familie Richtig in die Kosmetikabteilung eines Kaufhauses und wird dort von Rita (Hildegard Krekel) bedient.

In der Folge „Rosenmontagszug“, die auch tatsächlich am Rosenmontag produziert wurde, musste die damalige Regieassistentin Ilse Hofmann kurzfristig eine Nebenrolle übernehmen, da die eigentlich dafür vorgesehene Schauspielerin betrunken war.

Ein Running Gag in der Serie ist die ominöse Nachbarin Frau Suhrbier, die mehrfach in diversen Folgen erwähnt wird, jedoch nie in der Serie zu sehen ist. Es wird jedoch deutlich, dass zwischen Alfred und ihr eine große Abneigung besteht, da sie SPD-Mitglied und zugleich Hausbesitzerin ist und sogar schon einmal demonstriert hat (wenn auch nur gegen die hohen Preise). In Folge 21 hat allerdings ihre Nichte Ruth einen Auftritt.

Fazit:

Ein Herz und eine Seele ist sogar heute noch bei vielen jungen Menschen die erst Jahre später als 1973 geboren wurden ein Begriff und ist sehr beliebt. Doch der politische Aspekt der in der Serie steckt, wird für die meisten eher unbekannt und uninteressant sein, lediglich der Slapstick Faktor löst eine Welle der Bekanntheit der jungen Generation aus. Diese Serie ist einfach nur KULT.

Ich persönlich habe sie schon als Kind gerne gesehen, und oft auch mit meinen Eltern zusammen, auch schaue ich mir heute immer noch gerne einzelne Episoden dieser Serie im TV an, doch leider werden meistens immer nur dieselben Episoden ausgestrahlt und als Fan sollte man sich diese schicke DVD – Box zulegen, sie ist ihr Geld wert und so kommt man auch in den Genuss der anderen Folgen dieser Erfolgsserie aus den 70er Jahren!

Mittlerweile sind bereits drei Schauspieler dieser Serie verstorben und hinterlassen eine große Lücke im deutschen Schauspielerbereich. Ihre Rollen sind Unvergessen und werden in zig Jahren immer noch Anhänger und Fans für sich gewinnen können!

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Ich möchte noch zwei Danksagungen bekannt geben:

Vielen Dank an unseren treuen Leser „Robert Kastenbein“ für die Idee und Anstoß für dieses Spezial.

Und danke an meinem Nachbar Sven, der mir seine DVD – Box zur Verfügung stellte, so dass ich mir noch mal alle Folgen anschauen konnte und diverse Dinge notieren konnte.

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