Stadt der Gesetzlosen

„Las Mujeres de Jeremías“ oder „Die Vier Pastorentöchter“ oder doch lieber STADT DER GESETZLOSEN? Diese verschiedenen Titel trägt diese Western Komödie aus dem Jahr 1981. Als Regisseur dieser bizaren Komödie standen Ray Fellows und Ramon Fernandez hinter der Kamera. Der Film ist eine Gemeinschaftsproduktion von Mexiko, Spanien und den USA.

STADT DER GESETZLOSEN ist ein Mix aus Western, Komödie mit einem Hauch Erotik. Dies merkt man schon recht schnell beim Vorspann des Films. Die vier Pastorentöchter gehen unter Aufsicht ihres Vaters, der Pastor des kleinen Dorfes gemeinsam duschen. Natürlich darf die kaum älter wirkende Mutter nicht fehlen und schaut dem Schauspiel zu. Zudem bekommt man noch eine einprägsame Melodie um die Ohren gehauen, die im späteren Verlauf des öfteren zum Einsatz kommt. Danach bekommt man einen humoristischen Eindruck vermittelt, was einem im späteren Verlauf noch erwartet. Der Vater hat Angst um seine hübschen Töchter, da alle Männer im Dorf nach ihnen schmachten. Doch die jungen Mädchen wissen wie sie sich gegen die Flirt und Anmachversuche zur Wehr setzen können und das oft mit kuriosen Mitteln.

Durch eine Erbschaft innerhalb der Familie verlässt die Familie das kleine Dorf und zieht auf eine angebliche Ranch. Doch es stellt sich heraus das es sich um ein ehemaliges Bordell handelt. Doch eine andere Familie namens „Daltons“ sorgt für Ärger und Recht in dem kleinen Städtchen und duldet keine Vergnügungen mit einem Bordell. Die Konfrontation zwischen der Mutter und deren Töchter mit den Daltons ist vorprogrammiert.

STADT DER GESETZLOSEN vermittelt einen plausiblen und realitischen Eindruck vom Wilden Westen, die Settings und Kostüme sind aufwendig kosntruiert und in Szene gesetzt worden. Allen voran die späteren Kostüme der jungen Mädchen aus dem Vergnügungsmilleu sind ansprechend und basieren auf literarischen Aufzeichnungen. Dazu kommt eine gesunde Mischung aus Humor und Comedy – ohne dabei in den Slapstick abzurutschen. Lockere Sprüche, flinke Wortspiele sind zu vernehmen. Dazu ein Hauch Erotik, doch die hält sich zumeist in den Hintergrund auf. Lediglich zu Anfang des Films in der Duschszene und zum Ende in Form eines sexuellen Aktes bekommt der Zuschauer blanke Brüste und Haut zu Gesicht.

In die Rollen der jungen Pastorentöchter schlüpften viele Models und Laienschauspielerinnen. Einige von ihnen drehten noch weitere teils schlüpfrige Streifen. Viele von den weiteren Filmen sind hierzulande unbekannt und noch nie erschienen. Doch die Schauspielerin Isela Vega, die in STADT DER GESETZLOSEN die Tochter Tamara Sanchez spielt, kann auf eine lange Filmografie zurückblicken. „Die Sklavenhölle der Mandingos“ von 1976, „Die Blut Mafia“ von 1978 und „Mit 1000 PS in den Tod“ von 1983 sind einige ihrer Filme die hierzulande etwas bekannter sind.

Der Film ist amüsant, sehr unterhaltsam und beinhaltet keine nennenswerten Längen im Plot. Der Wechsel zwischen Aussensettings und Räumlichkeiten bietet gute Abwechslung, dazu noch die aufwendigen Kostüme. Lediglich die eintönige Melodie die man des öfteren zu hören bekommt, wirkt an manchen Stellen etwas deplaziert und nervig.

STADT DER GESETZLOSEN gibt es hierzulande auf VHS und DVD. Wobei die DVD Version nur ein mäßiges Bild bietet. Der Ton ist sehr klar und deutlich zu verstehen, doch die Bildqualität ist sehr körnig und mit einigen Filmflecken versehen. Entweder wurde kein neues Mastering vorgenommen oder das Ursprungsmaterial ist nicht mehr vorhanden. Der Film hat eine Freigabe von 16 Jahren, die angemessen auf den Nacktheitsgrad im Film zurück zu führen ist. Gewaltszenen sind harmlos in Szene gesetzt und zeigen lediglich ein paar Schlägereien.

Eine kleine Filmperle ist STADT DER GESETZLOSEN in meinen Augen, und wer gerne Filme ala Django Nudo schaut, wird sicherlich seine Freude haben mit diesem Film.