Star Force Soldier (1998)

Inhalt:

Im Jahre 2036 spielt Kurt Russell den Soldaten Todd. Seit 40 Jahren wird er zur Kampfmaschine ausgebildet. Keine Gnade, keine Gefühle. Eiskalt müssen diese Soldaten sein. Dem Militär sind diese Soldaten aber nicht mehr gut genug. Sie wollen sie ersetzen durch gentechnisch manipulierte Supersoldaten. Nach einer Schlacht Soldaten gegen Supersoldaten wird Todd für tot gehalten und auf den Müllhaldenplaneten „Arcadia“ abgesetzt. Hier leben Siedler mit denen sich Todd anfreundet. Eines Tages kommt ein Aufräumkommando um den Planeten zu säubern. Ein erbarmungsloser Kampf entfacht.

Filmisches Feedback:

Finsterer SF-Actioner und gar nicht mal so schlecht
für einen Paul Anderson Film. Der Film, der tatsächlich gekonnt düster daherkommt und eine sehr gradlinige Action ohne Konsequenzen präsentiert, zeigt nicht nur Kurt Russell in einer typischen stoischen Rolle als Einzelkämpfer der sein Herz findet, sondern auch eine brachiale Dystopie, die zeigt, dass der Mensch im Prinzip ausrangiert ist. Russell, als eine Art entmenschlichter Mensch, der seine Seele finden muss um zu triumphieren, kämpft gegen eine seelische Totgeburt. Gespielt vom physisch beeindruckenden Jason Scott Lee, der es tatsächlich schafft, trotz Nullmimik, seinem Spiel etwas Mysteriöses ausstrahlen zu lassen. Im Übrigen sind alle Darsteller hier physisch in Topform.

 

Das soll aber wohl nicht nur eine Referenz an den 80er Jahre Muskelhelden sein, sondern einfach nur die Tatsache, dass hier versinnbildlicht werden soll, dass der physisch exorbitant gestaltete Mensch nicht existieren kann ohne Seele. Auch wenn das vielleicht plakativ manchmal daherkommt von Anderson (hab ich ehrlich gesagt auch nicht viel mehr erwartet), so gut ist der Film hier inszeniert. Russell wiederholt hier seine Rolle als Snake Plissken (er kann machen was er will, er wird immer mit diesen Film in Verbindung gebracht werden), und das gekonnt. Wenn man bedenkt er spricht 104 Wörter im Film und bekam 20 Millionen Dollar dafür macht das einen Wortverdienst von 192.307 Dollar. Kein schlechter Deal. Immer noch besser in der Rolle als der ursprüngliche Hauptcast Keanu Reeves (zumindestens für diesen Film).

 Der Film bietet recht hübsch gemachte Apokalypsebilder, die allesamt in der Welt von Ridley Scotts “Blade Runner” spielen (dessen Co-Autor Drehbuchautor David Webb Peoples war, obwohl hier bei diesen Film auch der oscarnominierte Tony Gilroy schrieb). Das ist beabsichtigt. Vieles sind aber auch generell Referenzen an bekannte Filme die hier unzählig auftauchen: Sei es “Einsame Entscheidung”, “Event Horizon”, “Aliens”, “Die Klapperschlange”, “Das Ding” usw usw. Ziemlich viel Referenzen. Das macht sogar Spaß danach zu suchen. Davon ab ist das ein wirklich recht gut gemachter SF-Action-Film von Anderson. Schon gemacht. Kann man so sagen.