Star Trek 2 – Der Zorn des Khan (1982)

Inhalt:

Die U.S.S. Reliant mit Commander Pavel Chekov (Walter Koenig) landet auf den Planeten Ceti Alpha V. Dort erwartet sie Khan (Ricardo Montalban); ein alter Wiedersacher von James T. Kirk (William Shatner). Kirk wiederum tristet dahin. Als er von einer Raumstation zur Hilfe gerufen wird, weiß er nicht, dass Khan ihm eine Falle stellt um sich zu rächen. Ein gnadenloser Kampf beginnt.

Filmisches Feedback:

Erst jetzt geht es richtig los              

Während Teil 1 zwar technisch einwandfrei ist, aber zu viel philosophisches Brimborium abgefeuert wurde, konzentriert man sich hier auf eine gradlinige Geschichte, die eine wohltuende Balance zwischen Action (die hier wohl dosiert ist), Spannung und Einführung einer neuen Sichtweise des STAR TREK-Universums.

Regisseur und Autor Nicolas Meyer (der im Übrigen für alle Filme der STAR TREK-Reihe, die richtig gut sind in einer oder anderen Funktion verantwortlich war) kannte sich vor den Film auch nicht mit STAR TREK  aus. Und konnte so komplett anders an die Geschichte und den Mythos rangehen. Er zerstückelte Fragmente, fügte sie neu zusammen (so z.B. das Aussehen der Anzüge, die militärische Rangordnung, die Bedeutung des Alters der Helden) und schuf hier den eigentlichen Neubeginn der Reihe. Der Coup war aber ein anderer.

Neben der Neugestaltung der alten Recken hatte er einen, oder nein zwei weitere Vorteile. Zum einen die Geschichte. Es ist eine spannungsgeladene Geschichte über Verlust und Neugestaltung des Lebens. Er nahm die Genetik vorweg oder die Wut eines Menschen gegenüber seines selbstverschuldeten Untergangs. Nicht nur diese Facetten des Lebens werden hier actionmäßig aufgearbeitet, auch ist das hier eine Hommage an den Western oder Piratenfilmmythos. Und da passt auch der zweite Vorteil gut rein. Ricardo Montalban und seine Mitstreiter.

Diese geistigen Vorreiter von Jack Sparrow sehen aus wie Piraten und handeln auch so. Davon ab ist Montalban in seiner wiederkehrenden Rolle als Khan (er hatte diese ja wie bekannt bereits in der Originalserie gespielt) einfach grandios. Obwohl auch er die Rolle erst nicht wieder spielen wollte, tat er gut daran das doch zu tun. Er ist Khan. Er spielt ihn nicht. Soviel comicartige Schurkenhaftigkeit habe ich selten gesehen. Wunderbar…(und dann kam Cumberbatch und gab den ganzen eine ganz andere Note).

Auch technisch gesehen kann man den Film, wie seinen Vorgänger nichts vorwerfen. Hier stimmt alles. Von der Ausstattung, über die Maske (sehr gut die “Ohrwürmer”-Szene), von den SFX (das erste Mal war hier ILM am Werke) bis hin zur Neuinterpretation der Musik des damalig erst 28-jährigen James Horner. Alles passt hier gut zusammen und ist (zumindestens storytechnisch) den ersten um Meilen voraus.