Star Trek – Der Film (1979)

Inhalt:

Eine riesige Energiewolke treibt durchs All und verschlingt alles was sich ihr in den Weg stellt. Die Crew um Captain Kirk (William Shatner) wird beauftragt mit der U.S.S. Enterprise dieses Phänomen zu untersuchen um die Auslöschung der Zivilisation entgegenzuwirken. Ein Abenteuer beginnt.

Filmisches Feedback:

Neubeginn einer Ära, aber geistig zu verschwurbelt

Zunächst sei zu sagen, dass ich kein Trekkie bin und auch keiner der das STAR TREK- Universum religiös behandelt haben will. Um ehrlich zu sein ziehe ich das TREK-Universum dem STAR WARS-Universum vor. Aber das ist ein anderes Thema. Ich persönlich halte die zweite Serie STAR TREK: THE NEXT GENERATION für einer der intelligentesten SF-Serien aller Zeiten. Auch grade weil diese Serie im Mantel der SF und der Fantastik sehr viel Politisches und gesellschaftliches versteckt. Und hier liegt die Faszination dieses Genres begründet: dass die Verpackung es schaffen kann etwas verstecktes aufzuzeigen oder auszudrücken ohne die Unterhaltung in diesem Genre zu vergessen. Aber ich schweife ab.

Ich möchte lediglich sagen, dass ich dem TREK-Universum (und seinen unzähligen kleinen Anspielungen) ein großes erzählerisches Potential zuspreche. Aber das war nicht immer so. Die Originalserie, so sehr sie auf von anderen verehrt wird, sprach mich nie an. Vielleicht weil sie für mich nicht die Bedeutung hatte wie zur Entstehungszeit der Serie bei anderen. Vielleicht auch, weil diese Mischung aus hohlbirnige Spinnerei und “Pseudozukunftsrealität” mich eher amüsierte als faszinierte. Gut, die Figuren waren schon einzigartig, das trashige war auf jeden Fall vorhanden. Aber sie war als Serie uninteressant für mich.

Dann kam der erste Kinofilm. Lange Jahre waren die Figuren in der Versenkung. Man dachte eigentlich nicht mehr an sie. Und dann kam Robert Wise (welch ungewöhnlicher Regisseur für einen SF-Auftakt der Wiederbelebung, obwohl er mit ANDROMEDA (1971) und DER TAG AN DEM DIE ERDE STILLSTAND (1953) bereits Erfahrungen im Bereich der SF hatte) und läutete eine neue Ära ein. Denn wäre dieser Film nicht gewesen, es gäbe mit Sicherheit heute nicht die Ausmaße die STAR TREK heute hat. Der Film schuf eine bis heute anhaltende Filmreihe (und ich zähle die Neufassungen mit dazu) und bislang 5 Nachfolgeserien. Dieser Film richtete die Palette des umfassendsten SF-Werkes im Bereich des Filmes ein. Nur ist die Frage ist denn dieser damalige Neustart eines Franchise auch gut. Und da bin ich am Zweifeln.

Sicher ist es nett die alten Recken in neuer Montur zu sehen. Aber die Geschichte hapert nicht nur an der Länge, sondern auch auf seiner gewollten Metaebene. Es ist für STAR TREK-Verhältnisse zu gezwungen philosophisch. Zwar kommen in allen Serien und Filmen grundsätzliche Debatten über Moral, Ethik und was weiß ich nicht alles vor, aber hier wirkt das leider zu gekünstelt, als das man es ernst nehmen kann (schlimmer wird das im fünften Kinoabenteuer AM RANDE DES UNIVERSUMS, 1989). Man merkt dem Film an, dass seine Grundidee basiert auf einer Folge der alten Serie. Da gehörte sie auch hin. Das hat zeitlich gereicht. So ist die Geschichte schlicht und ergreifend zu lang und wird nach einer Zeit langweilig. Gut, nun kann man sagen, dass der Film die Zeit braucht um die Figuren und alles andere einzuführen. Nein brauch es nicht.

Schon damals wusste der Kinogänger was ihn erwartet. Eine spannende Geschichte wäre mehr gewesen. Was fasziniert mich also an den Film so sehr? Es ist die Technik und die Machart. Die war wirklich atemberaubend (auch für die Zeit) Tricktechnisch musst eine ganz neue Firma ran, nachdem die anderen versagt hatten und unter Aufsicht von „2001“-Experte Douglas Trumbull wurden Bilder von eleganter Schönheit erschaffen. Die Wolke und sein Licht, das All…alles wirkt so wunderbar korrespondierend zueinander. Die Ausstattung ist schnörkellos. Jeder der Crew tut sein Bestes. Was man auch an den Mitgliedern des Drehstabes sieht. Kameramann Richard Kline drehte u.a. JAHR 2022 (1973), ANDROMEDA (1971), SCHLACHT UM DEN PLANET DER AFFEN (1973) u.v.m. Ein Genreveteran und lebt noch. Für Cutter Todd Ramsay war es sein erster großer Kinofilm. Dann folgten Engagements bei John Carpenter wie DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT (1982) oder DIE KLAPPERSCHLANGE (1981).

Drehbuchautor Alan Dean Foster als Großmeister der leichten SF-Literatur und „Star Trek“ und „Alien“-Experte tut seinen Senf dazu. Aber allen voran steht der Meister der atonalen Musik, der Experte für skurrile Fantasiewelten, der leider zu früh verstorbene Jerry Goldsmith. Als der letzte Film mit einer Eröffnungsnummer mit einer 3-minütigen Musik VOR dem Vorspann schuf er hier sein Meisterstück an SF-Filmmusik. Sein Titelthema ist heute die Musik, die jeder mit „Star Trek“ in Verbindung bringt. Das Jahr 1979 war für ihn ein gutes Jahr. ALIEN und STAR TREK: zwei SF-Filme wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Und so unterschiedlich ist auch die Musik. Goldsmith schuf hier einen Meilenstein der SF-Filmmusik. Ich danke ihm dafür.


Nun denn, viel zu sagen gibt es immer, aber das reicht jetzt auch. Fassen wir zusammen: Der Film leitet geschickt ein altes, neues Universum ein. Technisch auf Top-Niveau, aber leider mit einer gewissen Spannungsarmut erzählt und dazu noch zu viel philosophische Geblubbere.