Stingray – Hell on Wheels (1978)

Inhalt:

Das Gangsterduo Tony (Bert Hinchman) und Lonnigan (William Watson) töten bei einer Drogenübergabe zwei verdeckte Ermittler. Auf der Flucht verstecken sie das Geld und die Drogen im Kofferraum einer roten Corvette  Stingray bei einem Gebrauchtwagenhändler. Als sie am nächsten Tag alles wieder abholen wollen (zusammen mit der Gangsterbraut Abigail (Sherry Jackson)) wird dieser gerade gekauft von den zwei Playboys Al (Christopher Mitchum) und Elmo (Les Lannon). Die Jagd auf den Straßen Amerikas hat begonnen.

Filmisches Feedback:

Von Hölle keine Spur

Ob dieser Film jetzt unbedingt als Perle der 70er präsentiert werden muss sei dahingestellt. Es gibt mit Sicherheit bessere Filme zu diesem Thema. Aber STINGRAY – HELL ON WHEELS zeigt eigentlich all das, was man bei amerikanischen Filmen, die wahrscheinlich  im Drive-In oder als Grindhouse-Vorstellung gezeigt wurden, erwartet: schnelle Autos, kuriose Charaktere, stupide Dialoge, rasante Verfolgungsszenen und coole Musik. Und das bietet dieser Film durchaus. Auch wenn die Ausgangslage ziemlich wahnwitzig erscheint (warum versteckt man so viel Geld und Drogen in einen dermaßen auffälligen Wagen und dann noch bei einen Gebrauchtwagenhändler?), so bietet der Film durchaus viel Vergnügen.

Ich hatte beim Sehen das Gefühl, als wollte man hier im Fahrwasser der SMOKEY AND THE BANDIT Filme mit Burt Reynolds mit schwimmen. Und gewisse Parallelen gibt es. Aber auch wenn der Humor einigermaßen sitzt, zünden tun bei weitem nicht alle Gags. Besonders hervorzuheben ist hier das Gangsterduo Tony und Lonigan. Das ist 70er Jahre Buddy-Humor der amerikanischen Art. Lonnigan wird verkörpert von William Watson. Der einzige Schauspieler der hier schauspielern kann. Er war zu sehen in IN DER HITZE DER NACHT (1968), CHATOS LAND (1972) oder in DIE WIEGE DES SATANS (1987, sein letzter Film). Synchronisiert wird er hier von Norbert Gastell, der ja auch Homer Simpson seine Stimme lieh. Das hört sich alles gut an und dennoch zündet es nicht vollkommen. Sein Partner Tony ist dargestellt von Bert Hinchman, der später in SCHLAPPE BULLEN BEIßEN NICHT (1990) und 967-EVIL (1988) zu sehen war.

Highlight ist allerdings Sherry Jackson als „Bad Mama“, die auch gern mal ihre Handlager mal eben umlegt wenn sie stören. Auch stört sie nicht ein poppendes Pärchen im Walde bei ihrer Verfolgung nach einer Jacke. Ja richtig, nach einer Jacke. Sherry Jackson war eher im TV zu sehen in TV-Serien wie RAUMSCHIFF ENTERPRISE, MAVERICK oder PERRY MASON. Ihr letzter Auftritt war in der TV-Serie STRIKE FORCE im Jahre 1982.

Bleibt noch der Mann, der der eigentliche Star sein sollte: Christopher Mitchum. Der zweite Sohn vom großen Robert versuchte sich vergeblich im amerikanischen Film. Seine erste größere Rolle hatte er an der Seite von John Wayne in CHISUM (1970). Danach kam nicht mehr berauschendes. So spielte er später eher in spanischen, indonesischen oder philippinischen Filmen mit wie DIE UNERBIUTTLICHEN DREI (1973), SFX MAN (1987) oder AFTERSHOCK (1990). In den 90er Jahren sah man ihn auch mal in TOMBSTONE (1993). Hier sollte er den Megamacho mit Humor raushängen lassen. Was ihm aber nur selten bis gar nicht gelang.

Nun ja, dies war außerdem der erste und einzige Langfilm von Regisseur Richard Taylor. Er drehte nur noch drei Kurzfilme (den letzten 2017) und einen Teil eines Episodenfilms.

Also: wer auf 70er Jahre-Action der Marke B steht ist hier bestens aufgehoben.