Stranger (1995)

Der Regisseur George Keith Kiersch, oder auch als Fritz Kiersch vielleicht manchen ein Begriff begann seine Karriere hinter der Kamera mit dem Horror Klassiker „Kinder des Zorns“ im Jahr 1984. Man könnte nun denken, das somit seine Karriere für das Horror Genre geebnet war, doch dem ist nicht so. Seine Filme sind ein bunter Mix quer durch fast alle Genres die es so zu bedienen gibt, angefangen von Fantasy mit „Gor“ von 1987, oder auch Luft Action ala Top Gun mit „Into the sun“ von 1992, zudem durfte er auch zwei Episoden der Serie „Das Ding aus dem Sumpf“ beisteuern, doch ein großer Kracher und weitere Hits blieben ihm verwehrt. Im Jahr 1995 drehte er den B-Movie „Stranger – Wüste der Gesetzlosen“. Man könnte anhand des Titels denken, das es sich um einen Western handelt, doch weit gefehlt, zwar könnte man die Story und den Ablauf auch so wie er ist in einen Western packen und müsste nicht viel verändern.

Anstatt einer Bande von wilden Cowboys die eine kleine Stadt unter ihren Fittichen haben, wurde hier eine kleine Gruppe von Bikern mit ihren heissen Maschinen eingesetzt. Der einsame unbekannte Held, der auf einmal in Erscheinung tritt, ist anstatt wie gewohnt ein harter Kerl, sondern eine Blondine im sexy, kurzen Outfit. Doch sie hat es faustdick hinter den Ohren.

Was mit Cynthia Rothrock funktionierte, wurde hier anscheinend mit Kathy Long versucht, auch sie ist eine Martial Arts Kämpferin, die so einige Titel und Gürtel ihr Eigen nennen kann. Long war schon zuvor vor der Kamera aktiv, drehte mit Cynthia einen Streifen „Rage and Honor“, durfte bei der TV Serie „Walker, Texas Ranger“ mit Chuck Norris eine Episode mitspielen, und drehte den Streifen „Cyborg Warriors“ 1993 als Nea. Später folgten noch ein paar kleinere Rollen in anderen Produktionen, wo sie auch teilweise noch nicht mal in den Endcredits aufgeführt wird.

Doch diese Methode der blonden Kämpferin ging nicht ganz auf, der Film floppte bei den Zuschauern, das es sich um eine Direkt To VHS Produktion handelt, könnte ein Grund dafür sein. Die Story vom Film ist sehr holprig und zieht sich leider an manchen Stellen sehr in die Länge, man bekommt schnell das Gefühl auf einem Kaugummi rumzukauen, denn vieles hat man schon zig mal in anderen Produktionen zu Gesicht bekommen. Doch das warten lohnt sich, für Action Fans wird auch etwas geboten, ein paar Fights, die ansprechend choreographiert sind, und Schusswechsel, die auch mal blutig ausgehen. Auch wird gern das am Bein befestigte Messer von der heißen Blondine gezückt und findet seinen neuen Steckplatz! Gewisse Szenen mit einem verwahrlosten Mädchen, was seit Jahren nicht mehr spricht und sich seitdem zurückn zieht, nimmt sehr viel Screentime ein, und hat nichts weiter mit der Story zu tun, dies dient wahrscheinlich nur dazu die Lücken zu füllen und die Laufzeit des Films etwas zu strecken, die Tränendrüse hier einzusetzen bringt den Film nicht nach vorn.

In einer kleinen Nebenrolle ist ein sehr bekanntes Gesicht zu erkennen, er wurde in den letzten Jahrzehnten in vielen Filmen gecastet und bekam dutzende Rollen, auch wenn manche keine Sprechrollen waren. Die Rede ist von Danny Trejo, in „Stranger“ mimt er einen Biker, der die Bekanntschaft mit einer Zapfsäule machen darf. In Anbetracht dessen das er zum Zeitpunkt des Drehs schon die 50 Jahre erreicht hatte, sieht er frisch und jung aus im Film. Doch so schnell wie er auftaucht, so schnell verschwindet er auch wieder von der Bildfläche, sowie die Sexszene mit Kathy Long! In einer anderen Rolle ist Ginger Lynn zu sehen, auch sie war ein gefragtes Gesicht für B-Movies, und kann diverse Rollen in ihrem Lebenslauf vorweisen, sowie auch Rollen für Erwachsene Leute (Pornoindustrie).

Der Film ist nur für hartgesottene B-Movie Fans zu empfehlen, Zuschauer die einen Kracher, Reißer, Hit erwarten schauen sehr schnell in die Röhre, mit ein wenig mehr Feingefühl, mehr satte Action hätte man durchaus den Film zu einem kleinen Geheimtip verhelfen können. Doch so bleibt einem nur öde, langegzogene B-Movie Kost ohne nennenswerte Einprägungen im Gedächtnis des Zuschauers.