Stripped To Kill (1987)

Originaltitel: “Stripped To Kill”
USA 1987
mit Kay Lenz, Greg Evigan, Norman Fell…
Drehbuch: Katt Shea, Andy Ruben
Regie: Katt Shea
Länge: 88 Minuten
FSK: ab 18 Jahren

New York, Downtown: Der geilste Schuppen im Bezirk: der “Rock Bottom Club”: Laser-Lightshows, 10.000 Watt Dolby Surround und die schönsten Girls, Stripperinnen mit perfekten Körpern, ein Erlebnis jenseits aller Fantasien.
Innerhalb weniger Tage: zwei grausame Morde, regelrechte Exekutionen. Die Blut-Tat eines Wahnsinnigen! Die Stripperinnen haben Angst, leben in Panik.
Detektive Cody Sheehan (Kay Lenz), jung, blond und knallhart, macht auf Stripperin. Ihre Waffe ist ihr Körper, ihr Job ein Tanz auf der Klinge. Und ihre Chance ist tödlich gering…

Wenn die 80er an die Tür klopfen, verweigert der Retro-Filmfan ungern den Eintritt. Wenn Diese dann noch mit halbnackten Mädels in sleaziger B-Movie Atmosphäre daher kommen, dann kann eigentlich Nichts mehr schief gehen, oder doch. Das Label CMV beschenkte Genre-Liebhabern erst kürzlich mit dem ehemals indizierten Streifen „Stripped To Kill“ (1987), der vor 80er Jahre Ästhetik nur so sprüht. Ob sich der Film auch abseits der Nostalgie lohnt, erfahrt ihr Hier aus erster Hand.

Roger Corman war, und ist immer noch, sehr umtriebig in seiner langen Karriere. Der mittlerweile 92-jährige produzierte Filme am Fließband, und zwar Alles, was das Genre- und Exploitationkino so her gab. So auch „Stripped To Kill“, der 1987 eine kleine Kinoauswertung bekam, bevor er in den schmuddeligen Winkeln der Videotheken landete. Der Film kommt als Thriller daher und mischt die Chose mit des Mannes Lieblingssujet, SEX. Böser Killer ermordet Stripperinnen, die regelmäßig im selben Etablissement blank ziehen und eine toughe Polizistin muss sich als Stangentänzerin tarnen, um undercover ermitteln zu können. Das wäre dann auch schon der gesamte Plot dieses schundigen 80er-Heulers, welcher kürzlich mit neuer FSK-Freigabe im Handel erschienen ist. Nach eigenen Aussagen, hatte Regisseurin und Co-Autorin Katt Shea die Idee zum Film, als sie mit ihrem Mann Andy Ruben, der ebenfalls am Skript werkelte, in einem Strip-Club gewesen ist – schön wenn man Gemeinsamkeiten hat! Eigentlich wollte sie einen männlichen Protagonisten im Film haben, der undercover als Stripper ermittelt. Als sie die Idee jedoch Roger Corman vortrug, bestand er auf eine weibliche Hauptfigur – Titten verkaufen sich nun mal besser. Egal, welches Geschlecht nun in der Protagonisten rolle zu sehen gewesen wäre, aus „Stripped To Kill“ wäre sicher kein besserer Film geworden. Wer hier einen kleinen feinen Thriller erwartet, wird bitter enttäuscht! Wer allerdings an tanzenden Betonfrisuren im duseligen Scheinwerferlicht Gefallen findet, hat mit „Stripped To Kill“ wahrscheinlich knapp 90 Minuten eine gute Zeit. Leider gehöre ich zur ersten Fraktion, denn wenn ich mich an halbnackten Frauen aufgeilen will, fallen mir mindestens zehn Titel ein, die dafür besser geeignet wären, als dieser runtergerotzte Streifen. Nicht falsch verstehen, ich mag Exploitationfilme und zumindest der prominente 80er Vibe lässt mich dann doch einigermaßen gnädig werden. Regisseurin Katt Shea hat das schlechte Skript adäquat umgesetzt und bietet dem gierigen Zuschauer einige schön gedreht Szenen. Von den dunklen Gassen Downtowns bis in den verruchten „Rock Bottom Club“, der, wenn man sich das Publikum ansieht, wirklich on the Bottom ist. Viel buntes Licht, Nebel und cheesy 80er Pop dominieren in diesen Szenen und das macht Laune, das war es dann aber auch schon mit dem Lob. Viel Thrill gibt es nicht, denn anstatt eine einigermaßen brauchbare Story zu erzählen, zeigt uns der Film ausgewalzte, viel zu lange und nicht sonderlich erotische Striptease-Szenen. Man bekommt hier keine Ausschnitte präsentiert, wie man das so erwarten würde, sondern die Tänzerinnen beginnen mit ihrer Show und ziehen diese bis zum Ende durch. Das ist auf Dauer nicht nur optisch öde, sondern auch im Kern stinkelangweilig. Und so richtig „Maniac“ ist der Killer auch nicht, denn er tötet auch nur zwei oder drei Frauen – ich bin mir nicht mehr so sicher, ab einem gewissen Punkt war ich nicht mehr so aufmerksam.

So bleibt unterm Strich ein sehr dünner Film, vor allem weil es mindestens 50 Filme gibt, die geilere Striptease-Szenen zu bieten haben und schönere Frauen, denn die stammen aus dem Lager für stereotype Klischee-Weiber straight from the 80’s. Da bringt auch unsere Hauptfigur, Detective Cody Sheenan, nicht mehr viel Sehenswertes ins Spiel. Erstens ist ihre Figur nicht gerade die feinfühligste, was Ermittlungsarbeit im Bereich „Undercover“ angeht, Zweitens ist sie wahrscheinlich die schlechteste Stripperin der Welt und dermaßen hüftsteif, dass man sehr leicht in Versuchung kommt auf die Skip-Taste zu drücken. Sie macht ihrem Beruf alle Ehre und fragt nach fünf Minuten, ob man denn schon genaueres über den bösen Mord weiß und ob sie Feinde hatte. Die Auflösung ist ähnlich unkreativ, zudem sieht man sie nach 15 Minuten kommen. Auch die Schauspieler agieren aller höchstens mittelmäßig. Immerhin ist das eine Corman-Produktion, da darf man keine allzu hohen Ansprüche an künstlerischen Ausflügen erwarten. Die Rige der Darsteller ist entsprechend unbekannt, mit Ausnahme von Protagonistin Kay Lenz, die eine Hauptrolle in Clint Eastwoods „Begegnung am Vormittag“ (1973) spielte und für die Miniserie „Reich und Arm“ (1976-1977) sogar für einen EMMY nominiert wurde. Genre-Fans kennen sie vielleicht auch als Love Interest von Charles Bronson in „Death Wish 4“ (1987). CMV Laservision hat in Zusammenarbeit mit ALIVE den Film neu remastered auf Blu-Ray veröffentlicht. Ehemals indiziert, besitzt der Streifen nun eine Freigabe ab 18 Jahren, was auch lächerlich ist aber egal. Die Scheibe ist optisch gelungen, das Bild ist sauber und scharf, ohne die schmierige 80er Atmosphäre zu verlieren. Der Ton ist angemessen gut und der Film ist ungeschnitten. Als Bonusmaterial bekommt man neben einigen Trailern auch einen Audiokommentar mit der Regisseurin Katt Shea und Hauptdarstellerin Kay Lenz.

„Stripped To Kil“ (1987) ist waschechter 80er-Sleaze, der Freunden schmieriger Unterhaltung sicher Freude macht. Allerdings nur, wenn man geil auf ausgewalzte Striptease-Szenen ist, denn viel mehr hat diese Roger Corman-Produktion nicht zu bieten. Wer auf erotische Thriller steht, sollte diesen Film besser umfahren!