Ash und seine Freundin Linda fahren in eine abgelegene Holzhütte in dem Wald, in der auch schon der erste Teil spielte. Im Keller der Hütte entdeckt Ash ein Tonband auf dem unheimliche Beschwörungsformeln zu hören sind, die vor Jahren ein Wissenschaftler in der Hütte studierte und aufzeichnete und spurlos verschwand. Kurz darauf erwacht wieder das Böse und holt sich Linda, die kurz darauf zu neuem dämonischen Leben erwacht. Dem armen Ash bleibt nichts anderes übrig sie zu töten. Als er von dem Ort des Grauens fliehen will, hält ihn jedoch das wiedererwachte Böse dort gefangen. Psychoterror und dämonische Mächte bringen ihn dazu beinahe den Verstand zu verlieren und sich sogar die rechte Hand abzutrennen, die von der bösen Macht Besitz ergriff. Dann treffen drei weitere Personen, unter anderem die Tochter des Wissenschaftlers, der die Beschwörungsformeln auf dem Tonband sprach, in der Hütte ein. Vorerst halten sie Ash für einen irren Psychopathen, doch dann versuchen sie gemeinsam das Böse zu besiegen…

Im Gegensatz zu dem ersten Teil setzte Filmemacher Sam Raimi in seinem zweiten Film der Tanz der Teufel-Trilogie mehr auf schwarzen Humor und Atmosphäre, als nur auf eklige Effekte und man könnte sogar sagen, dass Tanz der Teufel II – Jetzt wird noch mehr getanzt eine Neuverfilmung seines Kultklassikers Evil Dead von 1980 ist. Eine Neuverfilmung, weil er die Geschichte nochmal ein wenig abgeändert erzählt und Hauptcharakter Ash, der ja im vorherigen Teil als einzig Überlebender das Böse in der Waldhütte besiegte, nochmal das Grauen durchleben lässt – am selben Ort. Und da im Film nichts davon gesagt wird, dass Ash schon einmal in der Hütte war und gegen das Böse sich zur Wehr setzte, ist es wohl eine Neuinterpretation des Klassikers, denn wer würde schon zwei mal freiwillig an den Ort des Schreckens fahren und den selben Fehler, das Tonband abzuspielen, machen?^^

Was hier in Tanz der Teufel II – Jetzt wird noch mehr getanzt auffällt ist, dass in der ersten Hälfte des Filmes eigentlich Bruce Campbell als Ash völlig alleine spielt. Eine beeindruckende Leistung, wenn man die Szene mit seiner vom Bösen besessenen Hand bedenkt, in der er sich selbst ko schlägt und sich massig Teller auf den Schädel zerdeppert. Hier setzte Sam Raimi mehr auf schwarzen Humor und vieles wirkt trotz dessen um so grausiger, wenn man sich vorstellt, dass einem selbst so etwas passieren würde. Gerade dieser Humor ist es, der das ganze so alptraumhaft erscheinen lässt und obwohl nur Campbell allein vor der Kamera agiert, ist keine Minute langweilig.

  Auch in Tanz der Teufel II – Jetzt wird noch mehr getanzt wird das Böse, zumindest was das 3/4 des Filmes angeht, wie im vorherigen Film nur durch eine rasante und durchaus geniale Kamerafahrt angedeutet, inklusive dem genialen Sound, der nichts gutes verheißt.  Während es im ersten Teil noch Ashs Freunde waren, die dem Horror zum opfer fallen, so wechseln hier die Protagonisten zu zwei Hinterwäldler (Dan Hicks und Kassie W. DePaiva), die die Tochter des Wissenschaftlers, Annie (Sarah Berry), zur Hütte eskortiertem. Alle drei spielen durchaus überzeugend und authentisch und wirken in ihren Darstellungen recht natürlich. 

Hervorragend sind ebenfalls die Dämonen – nicht der komische am Ende von Tanz der Teufel II – jetzt wird noch mehr getanzt , sondern die, die auch sprechen können. Die wie fleischgewordene Alpträume in der Luft schweben, aufgedunsen oder wie der, der das Cover prägt.  Sie wurden mit Modellen mittels Stop Motion Technik bewegt oder durch ein unglaublich kreatives Make Up und Masken zum Leben erweckt. Auf der DVD von Kinowelt sieht man in dem Making Of, welche Mühe und Einfallsreichtum dahinter steckt, den Zuschauer das Fürchten zu lehren.  Dennoch ist Tanz der Teufel II – Jetzt wird noch mehr getanzt um einiges harmloser in seinen Gewaltdarstellungen als der vorherige Film, was ihm aber keineswegs schadet… im Gegenteil. Raimi setzte mehr auf eine grotesk und bizarr anmutende Stimmung, die den Zuschauer (jedenfalls war es bei mir so) von Anfang bis zum Ende fesselt und in den Bann zieht. Vieles wirkt, wenn man das Vergießen von Literweise Kunstblut nimmt, das zum Bespiel aus der Wand schießt, übertrieben, aber niemals lächerlich. Alles wirkt sehr surreal und wie aus einem Alptraum, aus dem man nicht mehr erwacht.

Tanz der Teufel II – jetzt wird noch mehr getanzt spielt mit den Ängsten der Zuschauer und führt in mit schwarzem bitterbösen Humor in die Welt des Wahnsinns ein, schafft es aber dabei seine Atmosphäre, die wesentlich düsterer ist als im ersten Teil beizubehalten.  Man muss lachen, aber ist gleichermaßen auch von dem Geschehen auf der Leinwand beziehungsweise dem Bildschirm entsetzt und schockiert. Auch hier fühlt man Mitleid mit den Darstellern, anstatt wie in anderen Horrorfilmen mit dem Killer, dem Bösen mitzufiebern und zu hoffen, dass so viele Leute wie möglich um die Ecke gebracht werden.

Allerdings war ich vom Ende von Tanz der Teufel II – jetzt wird noch mehr getanzt enttäuscht, nicht nur wegen dem großen, eher dämlich und unpassend wirkenden Baumdämon, sondern auch die Sache mit dem Zeittunnel, in dem Ash in eine mittelalterliche Welt katapultiert wurde, fand ich nicht so gut… aber das ist eben Ansichtssache. Während der Fall durch den Tunnel durchaus gut gelungen ist, Zeitlupe und unheilvolle Geigenmusik, so hätte ich mir gewünscht, dass Ash einfach noch mal an den Anfang des Filmes versetzt wird, anstelle in einer mittelalterlichen Zeitepoche zu landen, auf die dann der nachfolgende Armee der Finsternis  aufbaute, von dem ich persönlich nicht so viel halte.

Die Kritiker waren von Tanz der Teufel II – jetzt wird noch mehr getanzt durchaus angetan und so erhielt der Film Nominierungen für den Saturn Award für das Beste Make Up und Spezial Effekte sowie den  International Fantasy Film Award des portugiesischen Fantasporto sowie für den Preis des katalonischen Filmfestivals als Bester Film – allerdings blieb es nur bei Nominierungen. Ob das was mit dem wesentlich härteren Vorgänger-Film zu tun hat, weiß ich allerdings nicht.

Mir gefällt Tanz der Teufel II – Jetzt wird noch mehr getanzt  in seiner geschnittenen VHS-Veröffentlichung von VCL aber gleichermaßen gut wie seine ungekürzte DVD-Fassung von Kinowelt Home Entertainment, da der Film eben  nicht von seinem eher geringen Anteil von Gewaltdarstellungen sondern von seiner herausragenden und grausigen Atmosphäre lebt. ich gehe sogar soweit zu sagen, dass mir der Film besser als der erste Evil Dead-Film gefällt und ich ihn mir immer wieder anschauen kann.

(auf BluRay ist der Film ebenfalls von Kinowelt seit 2009 erhältlich)

Wertung: 9,5/10 Punkten