Tarantula (1955)

Tarantula zeigt einem das man auch nicht zum Wohle der Menschheit der Natur ungestraft in ihr Handwerk pfuschen, soll muss Professor Deemer schon bald auf schmerzhafte Weise am eigenen Leibe erfahren, so wird er das Opfer seines eigenen Assistenten, der sich mit einem Wachstumsserum infizierte, das die rettende Lösung der drohenden Nahrungsknappheit in der Zukunft auf der Erde verhindern sollte. Deformiert und wahnsinnig spritzt der Assistent nun Deemer das Serum, verwüstet das Labor und stirbt in einen qualvollen Tod in der Wüste. Die Versuchstiere in den Käfigen kommen ums Leben, nur eine ebenfalls mit dem Serum gefütterte Tarantel, die so groß wie ein Schäferhund ist,  kann ungehindert in die Wüste entkommen. Während man dort den deformierten toten Assistenten findet und relativ ratlos ist und Deemer seine Infizierung vorerst geheim halten kann und mit der jungen Stephanie Clayton versucht weiter zu arbeiten, wächst die Spinne draußen in der Wüste immer weiter bis zu gigantischer Übergröße an. Eine Katastrophe ungeahnten Ausmasses bahnt sich an…

 Die Furcht vor Insekten, insbesondere Spinnen gehört zu einen der Urängsten der Menschen als sie noch auf den Bäumen lebten und auch heute noch leiden viele unter einer richtigen Phobie von den kleinen mehrbeinigen Krabblern. das war heute nicht anders als damals in den 1950ern und so griff der Filmemacher Jack Arnold das Thema auf, der ein Jahr zuvor mit dem Kiemenmenschen aus Der Schrecken des Amazonas das Kinopublikum gleichermaßen ängstigte und zugleich begeisterte. Jack Arnold, der schon damals als visionärer Filmemacher galt ließ sich von dieser sogenannten Arachnophobie, also der Angst vor Spinnen inspirieren und setze noch eines obendrauf. Er kreierte mit Tarantula den Alptraum schlechthin eines jeden Spinnenphobikers, aber wohl eigentlich auch jeden anderen halbwegs normalen Menschen.

 Zugegeben war schon damals die Idee von riesigen die Menschen bedrohenden Insekten nicht mehr so ganz neu, kam ein Jahr zuvor schon der von Riesenameisen handelnde Formicula von Gordon Douglas in die Kinos, aber währen es sich bei den übergroßen Ameisen hauptsächlich um Pappmaschee-Monster handelte, drehte Jack Arnold mit einer richtigen echten Tarantel, die er mittels Fotomontage riesiger darstellte und die somit auch realer als Modelle wirkte, die man mittels Stop Motion-Technik oder gar mittels Streben und Seilen in Bewegung versetzte. Aber eigentlich war es dem Kinozuschauer damals egal, wie etwas gemacht wurde, Hauptsache es war gruselig und unterhaltsam zu gleich.

Tarantula – Die Riesenspinne

 Und Tarantula war dennoch auf seine Art anders, wurden diesmal nicht die Auswirkungen nuklearer Explosionen für diese Monstrosität in Spinnenform verantwortlich gemacht, wie es derzeit häufig auf Grund der häufigen Atombombentests im Testgelände der Wüste von Nevada zum Anlass genommen wurde, sondern Arnold bezog sich auf den anderen sich rasant entwickelnden Zweig der Wissenschaft der Genetik und DNA-Forschung, die immer größere Erfolge erzielte, die er ebenso für gefährlich hielt wie die atomare Gefahr. Und die Amerikaner verarbeiteten ihre Ängste eben all zu gern in Horror- und Science Fiction Filmen, die auch unterschwellig als Propaganda hätten verstanden werden können.

 Wie so oft spielen solche Filme über riesige Monster oder Insekten, die von Nahen Beziehungsweise in der Nahaufnahme ja wirklich gruselig ausschauen in abgelegenen Landstrichen der USA, oft in der Wüste, wo sie zunächst unbemerkt von den Bewohnern einer meist nahe gelegenen Kleinstadt ihre Opfer finden. Ob das einen tieferen Grund hatte, als dass das es wohl um einiges billiger war einen Film in einer Einöde anstelle in einer großen bekannten Stadt, deren Strassen man hätte sperren müssen etc. zu drehen, ist mir nicht bekannt und wenn ich ganz herrlich bin auch völlig egal. Das tolle an Tanartula ist auf jeden Fall, das obwohl wir heute häufig wissen, wie der Film gedreht und gemacht wurde und wir heute auch wahrlich schlimmeres an Horrorfilmen kennen und vielleicht sogar gewohnt sind, dass es nach über 60 Jahren nichts an seiner Faszination verloren hat. 

 Die Schauspieler, zu denen unter anderen John Agar, der sogar in Clive Baker’s Cabal – Die Brut der Nacht in einer Nebenrolle zu sehen ist und mit 81 Jahren 2002 verstarb, Leo G.. Carroll, der auch mit Robert Vaughn für die TV-Serie Solo für O,N.K.E.L. vor der Kamera stand und Mara Corday, die in einer Nebenrolle in Dirty Harry 4 von 1983 zu sehen ist, gehören spielen ihre Rollen für damalige Genre-Filme durchaus authentisch und haben diesen unvergesslichen Charme, den eben nur die Charaktere der phantastischen Filme dieses Jahrzehntes besaßen. Aus heutiger Sicht könnte man es als eine erfrischende unschuldiger Naivität.bezeichnen, die aber nichts mit Dummheit oder ähnlich negativ behafteten zu tun hat.Ich empfinde es als höchst sympathisch und sogar richtig schade, wie sich die Filmcharaktere bis in die heutige Zeit von 2013 entwickelt haben. Aber von Entwicklung kann man ja bei den heutigen in Mischungen aus Horror- und Science Fiction Filmen meist total klischeehaften Jungdarstellern gar nicht mehr reden.

 Tarantula ist verdienter Weise heute noch einer der erfolgreichen Klassiker, der ab und an erfolgreich im Fernsehn läuft – meistens aber nur noch auf den Kultursendern, da die Privaten zum Beispiel selbst Tarantula zu anspruchsvoll finden würden.(nein, eher zu alt). Trotz dass der Film die damaligen Ängste der Menschen wiederspiegelt, die ein wenig andere sind als die wir heute haben scheint Tarantula zeitlos, denn die Geschichte könnte man durchaus auch in unsere heutige wesentlich modernere Zeit einbetten. Allerdings hoffe ich inständig, dass niemand jetzt auf die Idee kommt und meint er müsse wie bei Der Tag an dem die Erde still stand ein Remake machen, das nur noch der Präsentation der neusten CGI-Effekte wegen produziert wird, das eigentlich nur noch zur Folge hat, dass es nicht mehr allein um Inhalt sondern im wesentlichen nur noch um die Zurschaustellung der Effekte geht.

 Belassen wir es bei Tarantula dabei, dass dieser Klassiker zu einen der ganz großen und somit unsterblichen Filme ist, die auch in Zukunft vor einer Neuverfilmung bewahrt bleiben. Tarantula gibt es auf DVD von Universal in drei Veröffentlichungen und wie mein Kollege – Stefan Retro –  bei Facebook schon zum Artikel zu American Werewolf anmerkte, gibt es Filme, die es wahrlich verdient haben in einer Jahr100Film-Collection zu erscheinen… Tarantula gehört auf jeden Fall dazu !!!!

 

Wertung: 10/10 Punkten

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