Temptation – Exzesse der Gewalt (1994)

Rein fürs Fernsehen produzierte Filme müssen nicht immer zwangsläufig schlecht inszeniert und langweilig sein. Dieses Vorurteil haben schon so manche Filme widerlegt und uns vom Gegenteil überzeugt. So auch mit dem Film Tempatation – Exzesse der Gewalt aus dem Jahr 1994 der unter der Regie von Strathford Hamilton entstand. Eigens fürs amerikanische Abendprogramm produziert, kann er sich jedoch mit höheren Budgetstreifen durchaus messen und beim Zuschauer punkten.

Fünf lange Jahre hat Eddie Lanarsky (Jeff Fahey) im Gefängnis Zeit, sich auf den ersehnten Tag der Rache vorzubereiten. Mit seinem Freund Bone (David Keith) heuert er aufgrund seiner Erfahrungen als Kapitän von Schiffen auf der Luxusjacht der jungen Lee Reddick (Alison Doody) an. Doch im ersten Moment hat Eddie nur Interesse an Ihrem Mann, der freudigst das Geld seiner Frau zum Fenster wirft. Denn Ihr Mann Michael hat Eddie für lange Zeit ins Gefängnis gebracht. Aus der geplanten Vergnügungsfahrt wird jedoch ein Alptraum ohne Fluchtmöglichkeiten.

Die Story von Tempation ist recht einfach und simpel gestrickt. Die meiste Zeit der Geschichte spielt sich auf der Luxusjacht ab, lediglich zu Anfang und zum Ende bekommt man auch mal andere Settings vorgesetzt. Doch der spärliche Raum bietet für alle Charaktere viele Schlupflöcher und Versteckungsmöglichkeiten. Sei es Kammern, der Maschinenraum oder auch die mehreren Decks des Schiffs. Doch das Set auf ein Schiff zu verlegen verleiht dem Film noch einen Nervenkitzel. Die Ausweglosigkeit einer Flucht auf hoher See ist schier kaum möglich, höchstens mit einem Rettungsboot, doch wenn das nicht mehr vorhanden ist, sieht es übel aus.

Zu dem Aufeinandertreffen von Eddie und Michael gesellt sich noch eine Liebesaffäre mit der Freundin von Lee und ein Ehekrieg mit bevorstehender Scheidung. Demzufolge ist auch der Anwalt von Lee vor Ort, um die Scheidung mithilfe eines Vertrages in die Wege zu leiten. Natürlich ist Michael weniger davon begeistert und somit muss er sich noch mit anderen Dingen auseinandersetzen als nur mit Eddie. Somit gelingt es dem Regisseur drei Geschichten miteinander zu verknüpfen und drückt das Erzähltempo in die Höhe.

Auch was die Gewaltszenen angeht, geht der Film nicht zimperlich vor. Denn so ganz unblutig gehen Konflikte nicht aus auf dem Schiff. Dazu gesellen sich noch ein paar Bettgeschichten diverser Charaktere – zwar untypisch für das amerikanische Fernsehen aber dient auch dazu diverse Handlungsstränge und Taten nachzuvollziehen bzw. umzusetzen.

In einer kleinen Nebenrolle taucht Douglas Barr auf, den die meisten wohl als Howie aus der Serie „Ein Colt für alle Fälle“ kennen dürften. Doch er ist nicht nur schauspielerisch tätig, sondern auch ein erfolgreicher Drehbuchautor fürs Fernsehen. Er schrieb auch für Temptation das Drehbuch.

Temptation ist ein spannender, unterhaltsamer Mix aus Thriller und Erotik. Zahlreiche Wendungen und Überraschungen sind gut in die Geschichte integriert und lassen keine Langeweile aufkommen. Leider gibt es diesen Fernsehstreifen, der durchaus sich mit anderen Produktionen messen kann hierzulande nur auf VHS vom Label „Starlight“. Mit einer 18er Freigabe, jedoch leicht gekürzt. Wahrscheinlich die eine Szene mit dem Tontauben Gewehr – kann man aber locker verschmerzen. Denn hier geht es um die Spannung und die Atmosphäre auf dem beengten Raum der Yacht.