Terminal Choice – Todespoker (1985)

Im Mittelpunkt steht die amerikanische Dodson-Klinik. Weltweit die erste High-Tech-Intensiv-Klinik. Computerprogramme überwachen alles lebenswichtige. Menschliche Fehlerquellen sind ausgeschaltet. Alles, von Infusionen über Sauerstoffzufuhr bis hin zu individuellen Raumtemperatur wird vom Computer geplant, gesteuert und kontrolliert. Ärzte und Schwestern sind nur noch bei der Operation notwendig. Ansonsten sind die “nutzlos”. Aus dieser “Langeweile” versuchen sie durch Wettspiele zu entfliehen. Wetten auf die Überlebenschance der Todespatienten. Wetten, die fair laufen, denn der Computer ist nicht zu manipulieren…
Als in dem “Wettpott” über 100 000 Dollar liegen, beginnt plötzlich ein Massensterben. Der Computer hat ein Todesprogramm. Keiner kann ihn stoppen, denn einer spielt falsch…


Es gab eine Zeit da waren Krankenhaus-Horror-Streifen beim Publikum sehr gefragt. Man denke da nur zum Beispiel an DAS HORROR HOSPITAL mit Michael Ironside als Killer oder auch COMA mit Michael Douglas. Das Verlangen nach weiteren solcher Filme nutzte Regisseur Sheldon Larry aus und inszenierte 1985 TERMINAL CHOICE – TODESPOKER. Ein intelligenter und sehr spannender Beitrag im Thriller-Genre.

Krank zu sein löst schon ein Unbehagenes Gefühl aus, doch wenn man dann noch dazu in einem Krankenhaus liegt wird die Angelegenheit noch unerträglicher. Regisseur Sheldon Larry legt noch einen drauf und schickt einen Killer ins Krankenhaus. Was ist der Killer für ein Mensch? Ist er überhaupt ein Mensch? Was in den 80er Jahren medizinisch noch oft Utopie war ist teilweise heute schon alltäglich.

Auch der technische Fortschritt hat Einzug im Medizinbereich bekommen. Viele technischen Geräte werden mithilfe modernster Technik zur Erleichterung des Krankenhauspersonals und zum Wohle der Patienten eingesetzt. In TODESPOKER steuert viele Behandlungen ein großer Computer. Er steuert die Infusionen, Sauerstoffzufuhr oder nimmt auch die Wiederbelebungsmethoden mit einem Defibrilator in seine Obhut. Das Menschliche Personal dient nur noch zur Überwachung und für Operationen die der Computer noch nicht ausführen kann. Somit kommt Langeweile auf und Schwestern, Pfleger und sogar Ärzte starten ein Wettspiel. Sie spielen um Geldbeträge und wetten auf Genesungsdauer, Überlebenschancen von Schwerverletzen und vieles mehr. Auch sind sie gegenüber des Vergnügens des Beischlafs untereinander nicht abgeneigt.

Durch die gradlinige Erzählweise der Story baut sich Spannung auf. Die Handlung setzt sich bewusst von den üblichen Slasher Methoden ab. Der Einsatz von teils schweren und härteren Szenen wird der Atmosphäre noch genug Futter beigesteuert. Einige sehr blutige Szenen und Einstellungen sind des öfteren im vollen Blickpunkt der Kamera und der Zuschauer. Es wird gekotzt, geblutet und Menschen mit einem Defibriliator zu Tode geschockt oder ein Giftcocktail verschiedener Medikamente verabreicht. Das Spektrum der Gewalt die zumeist vom Computer ausgeht ist abwechslungsreich in Szene gesetzt worden.

TODESPOKER bewegt sich mehr im Thriller-Genre als dem Horror. Mithilfe eines Unbekannten und Geheimnisvollen Mannes der gelegentlich im Bild auftaucht und diverse Krankenhausangestellte förmlich stalked nutzt er viele Thrill-Elemente. Somit stellt sich die Frage wer ist der Fädenzieher im Hintergrund, wer nutzt die Macht und die Möglichkeiten des Computers aus um an den Jackpot des Wettpotts heran zu kommen.

Regisseur Sheldon Larry ist es gelungen mit einem sozialkritischen Flair einen Thriller zu inszenieren der spannend, beklemmend und furchteinflössend ist. Welcher Kranke Patient möchte sich schon gerne in die vollkommene Abhängigkeit der Technik begeben? TODESPOKER vereint Horror- und Thriller-Elemente mit dem Bild eines Mad Scientist und schöpft das SciFi Angebot gut aus.

Leider gibt es TODESPOKER bislang nur auf VHS vom Label UFA VIDEO in der FSK 18 Fassung die vollkommen ungeschnitten ist.

 


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