“Terminator 2 – Tag der Abrechnung” in 3D: Ein Kinoerlebnis!

USA 1991/2017
mit Arnold Schwarzenegger, Edward Furlong, Robert Patrick, Linda Hamilton…
Drehbuch: James Cameron, William Wisher
Regie: James Cameron
Länge: 137 Minuten (Kinofassung)
FSK: ab 16 Jahren

Zehn Jahre nach der Terrorherrschaft des ersten Terminators kehrt ein neuer Killer-Cyborg (Robert Patrick) auf die Erde zurück. Der Auftrag des T-1000 lautet: John Connor (Edward Furlong) muss sterben. Der zwölfjährige John ist der einzige, der eines fernen Tages die Menschheit vor der Übernahme der Weltherrschaft durch die Maschinen retten könnte. Doch die Rebellen aus der Zukunft sind wachsam. Zum Schutz für John entsenden sie einen umprogrammierten Terminator der alten Generation, den T-800 (Arnold Schwarzenegger), auf die Erde.

James Camerons „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ (1991) zählt nicht nur zu den besten Actionfilmen aller Zeiten, sondern war auch ein sogenannter „Game Changer“ in der Filmhistorie. Jetzt wird der Klassiker mit Arnold Schwarzenegger, in seiner wohl ikonischsten Rolle, noch einmal neu aufgelegt, als 3D-Fassung, restauriert in 4k. Am 29.August lief diese Version bundesweit in den Kinos. Ich habe sie mir angesehen. Mein nachträgliches Fazit erfahrt ihr hier!

 

Wenn man über Filme spricht, die das Kino zu ihrer Entstehungszeit revolutionierten, kommt man sicher unausweichlich an „Terminator 2“ vorbei. Die Fortsetzung zu Camerons düsterem 80er-Kracher „The Terminator“ (1984) stellte damals nicht nur einen Rekord auf, was Produktionskosten angeht, er war der erste Film der mehr als 100 Millionen US-Dollar gekostet hat, sondern revolutionierte auch die Effekt-Arbeit. Camerons Sci-Fi Actionfilm bot erstmals, für die damalige Zeit, fotorealistische Computeranimationen. Aber das ist nicht das einzig Positive. Der Film ist darüber hinaus hervorragend inszeniert, gut gespielt und bietet eine gute, weitestgehend schlüssige Geschichte, die auch Herz besitzt. Nun kommt der Filmfan in den Genuss einer neuen, aufgemotzten, 4k-Version, wahlweise auch in 3D, die bald im Heimkino erhältlich sein wird. Zu diesem Zweck brachte das Label „StudioCanal“ den Film noch einmal, für einen einzigen Tag, in die deutschen Kinos. Für mich war das natürlich eine Pflichtveranstaltung, da ich, wie Millionen andere auch, den Film liebe und immer wieder gerne sehe. Da ich im Erscheinungsjahr 1991 noch eine Idee in den Gedanken meiner Eltern war, wollte ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, diesen Meilenstein auf großer Leinwand zu genießen. Einer meiner besten Freunde, der noch nie einen „Terminator“-Film gesehen hatte, war schnell zu überzeugen und die Karten wurden direkt geordert. Treffpunkt: 20:00 Uhr am Kino! Die Details waren auch gleich abgeklärt und am Dienstag war es dann endlich soweit. Schon im Eingang waren auffallend viele Menschen zu entdecken und aus diversen Ecken hörte man, wie Personen über den Film referierten oder die bekannten Lines aufsagten. Die Stimmung schien gut zu sein und meine Vorfreude stieg weiter an, denn es gibt nichts Schöneres als einen vollen Kinosaal, in dem ein gut aufgelegtes Publikum verweilt. Nachdem ich mich einem Liter-Becher „Fanta“ bemächtigt hatte und meinem Kumpel noch einmal schnell die Story des ersten Teils erklärt hatte, ging es auch schnurstracks in Kinosaal 6. Die Plätze wurden eingenommen, die Werbung war wie immer, nervig und die Trailershow hat doch ordentlich unterhalten. Warum man allerdings den Trailer zu „Kingsman: The Golden Circle“ zweimal gezeigt hat, bleibt derweil immer noch ein Rätsel. Um 20:45 Uhr ging es dann schließlich los, das alte „Carolco“-Logo erschien auf der Leinwand und das meisterliche Theme von Brad Fiedel schallte episch aus den Lautsprechern. Jetzt den Film zu besprechen, liegt mir eigentlich fern, das wurde schon oft genug getan. „Terminator 2“ ist und bleibt ein Meilenstein der Filmgeschichte und war ein überwältigendes Erlebnis im Kino. Der Film ist gut gealtert und auch heute noch äußerst beeindruckend. Die Einstellungen, das Pacing und das Set-Design erweisen sich als fast schon zeitlos. Natürlich sehen die CGI-Effekte nicht mehr ganz so frisch aus, hier und da nagte eben der Zahn der Zeit, jedoch überzeugen sie immer noch, ohne dabei lächerlich oder billig zu wirken. James Cameron war eben 1991 ein Visionär. Auch die Schlüsselszenen funktionieren immer noch. Wenn John Connor dem T-800 Menschlichkeit vermittelt geht das auch 26 Jahre später noch angenehm ans Herz und natürlich sind die Actionszenen auch heute noch eine Wucht. Und wenn Arnie dann mit einem gepflegten „Hasta la Vista, Baby!“ den T-1000 in Stücke schießt ertönt ähnlich Beifall, wie wahrscheinlich auch damals. Ein rundum fantastischer Streifen, der nichts von seinem Impact eingebüßt hat und immer noch ziemlich aktuell ist. „Terminator 2“ muss sich nicht hinter heutigen „Blockbustern“ verstecken, im Gegenteil, er ist immer noch substanzieller, warmherziger, spannender und cooler als „Transformers“ und Co.

Hat sich die Restauration gelohnt? Ja!

„Terminator 2“ sieht in seiner neuen 4k-Version extrem gut aus. Die Details sind scharf, die Farben sind satt, der Kontrast ist angenehm und man hat sich mit den Filtern zurückgehalten. Der Film sieht sehr frisch aus, ohne künstlich zu wirken. Hier hat man ganze Arbeit geleistet und das Maximum herausgeholt. Ebenfalls geglückt ist das 3D-Update, welches von James Cameron persönlich überwacht wurde. Normalerweise bin ich immer etwas skeptisch was 3D angeht. Meistens ist es lediglich Mittel zum Zweck und stellt keinen Mehrwert für einen Film da, sondern rechtfertigt meistens nur den Aufschlag an der Kinokasse. Es fehlen einfach Filme, die diese Technik wirklich nutzen, um ein besonderes Erlebnis zu kreieren. Im Fall von „Terminator 2“ fällt mein persönliches Urteil wohlwollender aus. Natürlich hätte man das nicht unbedingt gebraucht. Auch in normalem 2D hätte das Spektakel wunderbar gewirkt, so viel ist sicher. Allerdings schiebt sich der 3D-Effekt nicht in den Vordergrund. Man hat es nicht einfach, wie bei vielen aktuellen Filmen, draufgeklatscht, sondern versucht mit der Technik zu arbeiten. So bleibt das 3D oft angenehm im Hintergrund und macht vieles plastischer und größer. Immer mal wieder sticht etwas aus der Leinwand heraus und trotzdem verkommt der Effekt nicht zum reinen Gimmick. Man hätte es auch weglassen können, es tat aber sicher nicht weh.

 

So bleibt unterm Strich eine mehr als gelungene Aufbereitung eines zeitlosen Klassikers. Fantastisches Bild, nettes 3D und ein tolles Kinoerlebnis. Fans können sich diese Version bald auf Blu-Ray in das heimische Regal stellen, jedoch wird das Sehvergnügen nicht die gleiche Wirkung haben, wie auf einer großen Leinwand mit guter Soundanlage. Die 12,50 Euro haben sich hier mehr als gelohnt.