Abyss – Abgrund des Todes (1989)

Inhalt:

Das amerikanische Atom U-Boot USS Montana sinkt, nach einen Treffen mit einen unbekanntem Objekt, auf den Meeresboden. Vier Navy Seals werden daraufhin auf die unterseeische Bohrplattform DEEPCORE geschickt um das U-Boot ausfindig zu machen. Ein Hurrikan zieht auf und ein feindliches U-Boot macht sich ebenfalls auf den Weg. Und das unbekannte Objekt ist immer noch da.

Filmisches Feedback:

„Unheimliche Begegnung der dritten Art“ unter Wasser

Wie so häufig muss auch hier ein Vergleich gezogen werden. Man kommt gar nicht Drumherum einen Vergleich zu Spielbergs Klassiker bei diesem Film zu hegen. Zu offensichtlich sind hier die Parallelen, obwohl der Film ein ganz anderer ist. Während Spielbergs Film eine fast metaphysische Reise eines Menschen zu sich selbst bzw. seinem Über-Ich ist, ist dieser Film eine durchaus verkitschte Version einer friedlichen Alien-Invasion die keine ist.

Dieser Film dient als Warnung. Welches unmissverständlich (grade zu Ende hin) klar wird. Ich möchte hier nicht zu viel verraten, denn die die den Film noch nicht kennen sollten ihn ich ansehen. Denn es lohnt sich. Dieser Film ist nicht nur ein Aufruf des friedlichen Lebens miteinander, sondern auch eine kritische Auseinandersetzung mit dem Militär. Auf gleichem Wege versuchte dies auch bereits Cameron in seinem fulminanten Meisterwerk ALIENS (1986). Nur eben dort etwas versteckter und actionlastiger. Hier verbreitet er seine düstere Vision des Militärs anhand von Schreckensbilder aus der menschlichen Vergangenheit und dem psychopathischen Lt. Coffey. Brillant dargestellt von Michael Biehn. Die militärische Lösung gesellschaftlicher Fragen ist eine klare: Erst schießen, dann fragen. Und das Krieg und Terror keinen Frieden mit sich bringt, zeigt Cameron in einer bildlichen Allegorie zum Schluss hin.

Das mag Klischeehaft sein, das mag einfach und konstruiert sein. Aber es wirkt. Wie so häufig ist dieser Film eine Möglichkeit einem breiten Publikum eine Botschaft zu unterbreiten mit den Mitteln des populären Films. Und auch wenn das nicht tiefsinnig erscheint, so verfehlt es nicht seine Wirkung: die Menschen unterhalten sich und diskutieren darüber. In einer Zeit am Ende des kalten Krieges gedreht ist unter diesem Hintergrund betrachtet der Film die Science-Fiction Hollywood-Antwort auf Glasnost und Perestroika. Eine Millionen Dollar Friedensbotschaft. Und sie ist durchaus gut. Mit diesem Film begann im Grunde die Gigantomanie von James Cameron. Für 40 Millionen Dollar gedreht, über mehrere Jahre und mit technischen Neuerungen und Errungenschaften die man eben heutzutage von Cameron kennt.

Hier hat es quasi angefangen. Angefangen von der Nutzung eines nicht fertig gestellten Atommeilers als Hauptdrehort (in Gaffney, Süd Kalifornien) der sich zur Drehzeit in den Besitz des B-Film Stars Earl Owensby (DER MENSCHNFÄNGER) befand. Dieser Meiler wurde kurzerhand umfunktioniert als Tank der 30 Millionen Liter fasste, Hier baute Cameron die Bohrstation „Deepcore“ in Originalgröße und deckte alles mit schwarzer Plane (und später schwarzer Kügelchen ab, als die Plane rissig wurde) um bei kompletter Dunkelheit zu drehen. Die Schauspieler mussten teilweise 3-5 Stunden im Wasser verbringen beim Dreh. Um Drehen zu können benötigten nicht nur die Schauspieler eine neue Art von Taucheranzug auch die Kameracrew benötigte neu-entwickeltes Equipment.

So entwickelten Cameron und sein Unterwasserchefkameramann Al Giddings neue Art von Helmen. Mit breitem Sichtfenster (um die Gesichter der Akteure zu sehen), zusätzlichem kleinen Ventilator im Helm (damit die Scheibe nicht beschlägt) und als größte Neuerung ein Mikrofonsystem was Cameron erlaubte während des Drehs die Originalstimmen der Akteure direkt aufzunehmen. So waren keine Nachsynchroniationen nötig. Diese Mikrofontechnik wird auch heute noch benutzt. Nicht nur im Film, auch im Profitauchen. So konnte Cameron den Schauspielern auch direkte Befehle geben was sie machen sollten in ihren Anzügen (jeder Akteur hatte übrigens ein eigens für ihn/sie entwickelten Taucheranzug mit den jeweiligen Extragewichten damit die Schauspieler am „Boden“ bleiben).

 Zudem wurde hier auch ein System entwickelt, bei dem Crew und Schauspieler länger unter Wasser bleiben können, indem man eine Nachfüllpumpe für die Sauerstofftanks einrichtete. So bleiben alle bis zu 10 Stunden täglich unter Wasser – für drei Monate á sechs Tage. Und hier ist auch das erste Mal wo man eben die Gigantomanie merkt: Camerons Perfektionismus. Ed Harris sagte nach dem Dreh auf die Frage wie er behandelt wurde:“ Das ist so, wie wenn man einen Soldaten fragt, wie er in Vietnam behandelt wurde.“ Darauf irgendwann Cameron:“Ich habe nicht eine Träne für die Schauspieler vergossen, denn während sie warteten, haben sich die Stabmitglieder den Rücken wundgeschuftet. Ja, wir hatten sowas wie eine Bushaltestelle als Aufenthaltsraum, na und? Die Armen! In keinem anderen Land der Welt werden Schauspieler so in Watte gepackt wie bei uns.“ Das sagt schon alles.

Wie dem auch sei. Cameron ist hier ein spannendes Stück Genrekino gelungen mit atemberaubenden und wegweisenden (Morphing-) Effekten, eine, zwar unglaubwürdigen, aber herrlich gemachten Story mit klischeehafter Message, aber vor allen Dingen war dies ein letzter großer SF-Film der noch versucht hat was zu transportieren. Bis…ja bis „Matrix“ kam.