The Day after (1983)

Inhalt:

Wer den Krieg begonnen hat wird nie geklärt. Es ist nur passiert: Die USA und die damalige Sowjetunion haben in einen nuklearen Schlagabtausch ihre Länder vernichtet. In Kansas ging, wie in so vielen Städten in den USA, eine Atombombe nieder. Dr. Russell Oakes (Jason Robards) versucht nach Hause zurückzukehren und muss viel Leid mit ansehen und miterleben.

Filmisches Feedback:

Erschütternde Warnung

Unmissverständlich will dieser Film das zeigen, was eigentlich allen klar sein müsste: Wenn es passiert, ist alles vorbei. Es gibt kein Leben mehr. In der Zeit des kalten Krieges gedreht (aber auch heute noch aktueller denn je), ohne Vorwarnung an den Zuschauer zeigt dieses Endzeitdrama die Apokalypse ohne intensiven Krach. Es gibt nur eine Szene die die Explosion zeigt (die ist zugegebenermaßen nicht gut gelungen für unsere heutigen Maßstäbe, aber das ist ja auch nicht Ziel des Films gewesen). Mehr nicht. Denn es geht nicht um das Zeigen des Kriegs. Es geht bei diesen TV-Film um die Auswirkungen der möglichen Folgen des  Atomzeitalters: Wenn es passiert gibt es keinen Gewinner. Das Leben ist zerstört. Der Mensch ist sein eigener Untergang. Klingt platt? Von wegen!


Dieser 80er Jahre Fernsehfilm, der noch heute der Film ist, der in den USA die meisten Zuseher bei seiner Ausstrahlung hatte (über 100 Millionen Amerikaner sahen ihn wohl), besticht durch eins: die Authentizität des Todes. Es werden alle sterben. Auch wenn es im Film NICHT gezeigt wird, so entwickelt sich der Tod im Kopf des Zuschauers. Und die Realität die der Film portraitiert, scheint gar nicht so weit hergeholt zu sein. Der damalige US-Präsident Ronald Reagan schickte damals ein Memo an Regisseur Nicolas Meyer wie er den Film zu schneiden hat, das US-Militär verweigerte die Zusammenarbeit….die Realität oder besser die Verursacher des Todes wissen was es bedeutet die Bombe zu werfen. Sie haben genauso Angst wie wir. Aber verstecken das hinter Ignoranz und lächerlichen Patriotismus. Fällt sie einmal sind wir alle weg.

Der Regisseur Nicolas Meyer, sonst eher bekannt für Fantasy- und Science Fictionfilme wie STAR TREK II: DER ZORN DES KHAN, FLUCHT IN DIE ZUKUNFT, STAR TREK IV: ZURÜCK IN DIE GEGENWART  oder STAR TREK VI: DAS UNENTDECKTE LAND, schafft hier eine bedrückende Szenerie der pessimistischen Realität. Zwar schildert der Film ausschließlich die Auswirkungen auf amerikanischer Seite. Dies ist allerdings ein guter Kniff. Denn letzten Endes fokussiert man sich somit auf das Wesentliche: die menschlichen Katastrophen. Es wird nie gesagt wer den Erstschlag machte. Es wird nie wirklich der Krieg gezeigt. Auch keine Einschläge (bis auf einmal wie gesagt). Es geht hier ausschließlich um die menschliche Tragödie dahinter. Kriegsgebahren hört man nur mittels Radio oder Fernsehübertragungen. Das ist geschickt gemacht. Das ist gut. Das Drehbuch vom Stammautor Edward Hume der TV-Serien DIE STRAßEN VON SAN FRANCISCO und CANNON besticht durch seine erdrückende Echtheit.

Grandios geschauspielert (allen voran Jason Robards, aber auch Steve Gutenberg, Jobeth Williams und John Lithgow sind herausragend), die bittere Maske die alles langsam zeigt wie der Tod vom Gesicht abblättert, und die Tatsache das das glühende Land eine Schicht aus Asche ist, macht diesen Film zu einen wahren Ereignis. Ruhig inszeniert, ohne große Schockeffekte. Dafür aber grauenhaft behutsam zeigend, wie der Tod allgegenwärtig ist. Einer der intensivsten Auseinandersetzungen mit den Auswirkungen des Missbrauchs des Atomzeitalters. Zu empfehlen sind zu diesem Thema auch die Filme THREADS (1984), DAS LETZTE TESTAMENT (1985) und WENN DER WIND WEHT (1986).