The Elevator (1974)

Inhalt:

In einem 40-stöckigen Hochhaus bleibt ein Fahrstuhl stecken. Die acht Fahrgäste (u.a. Roddy McDowall) warten ungeduldig auf ihre Rettung. Unter Ihnen befindet sich ein Krimineller (James Farentino), der einen Aktenkoffer mit gestohlenen 50.000 Dollar besitzt. Und zu allem Unglück ist dieser auch noch klaustrophobisch. Sein Gangsterkollege (Don Stroud) wartet zusammen mit einer Komplizin (Carol Lynley) außerhalb des Fahrstuhls und schreckt vor nichts zurück um an das Geld zu kommen. Und die Polizei rückt bereits an….

Filmisches Feedback:

70er Jahre TV-Film Kleinod

In den 1970er Jahren kamen einige Filme in die Kinos, die sich dem Thema „Katastrophen“ zuwendete. Die bekanntesten sind mit Sicherheit FLAMMENDES INFERNO (1974), DIE HÖLLENFAHRT DER POSEIDON (1972) oder ERDBEBEN (1974). Dabei waren Naturkatastrophen ein bevorzugter Auslöser von menschlichen Schicksalsschlägen. Aber auch nicht auf der Natur basierende Katastrophen wurden genommen. AIRPORT (1969) machte da den Anfang. Und THE ELEVATOR  schlägt im Grunde genau in diese Kerbe.

THE ELEVATOR oder wie er auch auf Deutsch heißt: FAHRSTUHL DES SCHRECKENS ist ein kleines Suspense-Kleinod vom Regisseur Jerry Jameson. Dieser TV-Film, der am 09.Februar 1974 im Rahmen des ABC MOVIE OF THE WEEK (1969 – 1975) ausgestrahlt wurde (hier wurde auch Spielberg DUELL das erste Mal gezeigt) überzeugt. Und das liegt vor allem an zwei Dingen.

Zum einen schafft es Jameson, der auch die Filme AIRPORT 77 – VERSCHOLLEN IM BERMUDA-DREICK (1977) oder HEBT DIE TITANIC! (1980) drehte, mit einfachen Mitteln Spannung zu erzeugen. Die Schaffung eines kleinen Raumes um hieraus Konflikte entstehen zu lassen ist sehr genial. Wenn es auch mal ein paar dramaturgische Hänger gibt, so fängt Jameson diese gekonnt auf. Und das hat er seinen Kameramann zu verdanken. Dieser war Matthew F. Leonetti. In der Tat war das erst sein zweiter Film als Hauptkameramann. Leonetti stand später hinter der Kamera bei solch Filmen wie KRIEG DER EISPIRATEN (1984), PHANTOM KOMMANDO (1985), RED HEAT (1988), STAR TREK: DER ERSTE KONTAKT (1996) oder DAWN OF THE DEAD (2004) um nur einige zu nennen. Schon hier zeigte er sein Können aus Minimalismus einiges rausholen zu können.

Die zweite Sache, die diesen Film herausragen lässt sind die Schauspieler. Wer sich hier nicht alles tummelt und gut spielt. Das fängt an bei James Farentino (DER LETZTE COUNTDOWN, 1980) als klaustrophobischer Krimineller über Genre-Urgestein Roddy McDowall (PLANET DER AFFEN, 1968) geht über zu Don Stroud (AIMUJTYVILLE, 1979) als bitterböser Komplize bis hin zur Hollywoodlegende Myrna Loy (DIE BESTEN JAHRE UNSERES LEBENS, 1946). Alle spielen überzeugend gut.

Und für die deutschen Zuschauer ist die Synchronisation ein wahrer Genuss. Neben Christian Brückner als Don Stroud hört man auch Thomas Dannenberg als James Farentino. Auch weitere tolle alte Synchronstimmen veredeln diesen spannenden Film.

In Deutschland existiert der Film soweit ich weiß nur auf VHS. In den Staaten gibt es eine DVD-Version. Ich habe die VHS von Magic Video angesehen und bin vollends zufrieden.