The Forgotten One (1989)

Das Erstlingswerk des Regisseurs Philipp Badger trägt wieder das Phänomen eines Neulings der trotz viel Potenzial und hohem Talent, nach seinem ersten Film schon seine Karriere beendet hatte. Das ist sehr schade, denn schon in dem Grusel – Thriller The Forgotten One ist deutlich sein Talent und seine Stärken zu erkennen, es wäre sehr interessant seine filmische Veränderungen mitzubekommen und weitere kleine Filmperlen zu entdecken.

Eine Filmperle, die ein unbekanntes Dasein trägt ist „The Forgotten One“ sicherlich. Mit Anleihen an andere Größen aus dem Genre, besitzt er jedoch seine eigene Handschrift und greift nur ein paar bekannte Klischees auf.

Im Film geht es um den Schriftsteller Bob Anderson, der nach dem Tod seiner Frau an einer Schreibblockade leidet. Er zieht nach Denver in ein altes Haus, doch schon nach kurzer Zeit bemerkt er, das etwas mit dem Haus nicht stimmt. Immer wieder erscheint ihm eine mysteriöse Frau, in alten, schmutzigen Kleidern. Seine Neugier ist geweckt, und er strebt Nachforschungen an, und findet dabei heraus das in dem Haus vor vielen Jahren ein Verbrechen begangen wurde. Evelyn heißt die mysteröse Frau, und sie wurde von ihrem damaligen Ehemann eiskalt ermordet. Doch ihr Geist befindet sich noch immer im Haus, nachdem Bob ihre Leiche gefunden hat, und im Wald begräbt, hofft er das der Spuk damit ein Ende hat, doch leider ist es damit noch nicht getan!

Von der ersten Minute zieht der Film den Zuschauer in seinen Bann und man starrt gebannt auf die Mattscheibe um der Story folgen. Die Neugier und das Interesse an der geheimnisvollen Frau sind geweckt und möchten befriedigt werden. Regisseur Badger dreht die Spannungsschraube in einem guten Maß an, nur wenige Längen und Pausen sind im Plot vorhanden, laufend bekommt der Zuschauer kleine Informationshappen auf dem Silbertablett serviert – die Frau und der Mord an Ihr! Mit einschlägiger Musik werden die gezeigten Bilder untermalt und verhelfen ihnen zu noch mehr Ausdrucksstärke und Intensivität. Somit erinnert der Film dezent an „Echoes – Stimmen aus der Unterwelt“ oder auch ansatzweise an „Die Mächte des Wahnsinns“. Wer im Film The Forgotten One nach Action und Gemetzel Ausschau hält, wird hier sichtlich enttäuscht sein, damit kann uns Badger nicht dienen, aber diese Zusätze benötigt der Film auch nicht, er ist so schon Intensiv ohne Ende – und verdient damit den Status eines kleinen Meisterwerkes!

Wer sich ein wenig mit Horror und Thriller auskennt, wird hier ein sehr bekanntes Gesicht wiederfinden, die Rede ist von Terry Quinn, in dem Film The Forgotten One mimt er die Rolle des Schriftstellers Bob, aber manche werden ihn auch als Stepfather aus den gleichnamigen Filmen wiedererkennen. Zu seinen weiteren Filmen zählen viele weitere bekannte Filmtitel wie unter anderem „Blinde Wut“ von 1989, „Tombstone“ von 1993 und „Pin“ aus dem Jahr 1988, und viele weitere Rollen.

Durch seine überzeugende Darstellung der Rolle des Bob, kann sich der Zuschauer mit ihm identifizieren und fiebert automatisch mit, denn auch seine Neugier ist geweckt und möchte gestillt werden. Die anderen Schauspieler aus dem Cast sind eher unbekannte, liefern aber dennoch sehr gute Darbietungen ab.

Doch leider hat The Forgotten One auch ein Problem, sein Unbekanntheitsgrad trägt dazu bei, das er ein Dasein auf VHS tristet. Lediglich in einer Auflage vom Label „ASCOT“ ist er erhältlich.