The Gladiator (1986)

Los Angeles, eine Riesenstadt in der Zukunft, in der schon lange das Recht des Stärkeren über das Gesetz gesiegt hat! Auf den Highways herrscht der totale Krieg. Ein Wahnsinniger, genannt “Der Schädel” (Pat Murphy), killt blindlings Autofahrer mit seinem “Todeswagen”. Dabei wird Rick Bentons (Ken Wahl) Bruder getötet. Als kurze Zeit später auch noch sein Truck von einer Punkgang zertrümmert wird, baut Rick, von Rachegefühlen besessen, seinen zerstörten Truck zu einer bewaffneten, mit Elektronik vollgestopften Fünf-Tonnen-Kampfmaschine um, mit der er sich auf die Suche nach “dem Schädel” macht, um diesen zu vernichten… Der Gladiator ist geboren!

 

Die Thematik der „Selbstjustiz“ ist in Filmen immer ein brisantes Thema. Einige heißen sie für gut, andere sind strikt dagegen. Hinzu kommen die unterschiedlichen Wege die so manche Charaktere in Filmen gehen, um für Gerechtigkeit zu sorgen. Der Zweifel an der Polizei und der Justiz steht zumeist im Vordergrund.

Regisseur Abel Ferrara drehte 1986 mit Ken Wahl, einen angehenden Actionstar der 80er Jahre den Streifen THE GLADIATOR. Liest man nur den Titel, könnte man ihn leicht mit Russell Crowe seinem Film verwechseln, doch bei genauen Betrachten offenbaren sich die Unterschiede immens.

Mensch gegen Auto


Abel Ferrara drehte einige Klassiker im B-Movie Sektor. 1979 machte er mit „The Driller Killer“ auf sich aufmerksam, wo ein Wahnsinniger mit Bohrmaschine und anderen Werkzeugen bewaffnet Jagd auf unschuldige Opfer macht. Später folgten noch Filme wie „Die Frau mit der 45er Magnum“, „Bad Lieutenant“ und „Body Snatchers“.

In die Rolle des Mannes der sich dem Gesetz widersetzt, um selbst die Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen, schlüpfte Ken Wahl. In den 80er Jahren wurde versucht Ken Wahl, als neuen Actionstar zu etablieren. Doch leider blieb ihm der Erfolg verwehrt und einige Filme von ihm floppten in den Videotheken. Doch nun nach gut 30 Jahren haben einige von seinen Arbeiten einen gewissen Kultstatus unter Action-Fans erreicht und erfreuen sich großer Beliebtheit. Wahl seine erste große Rolle war die des Richie in „The Wanderers“ von 1979. Nur zwei Jahre später war in „The Bronx“ an der Seite von Paul Newman zu sehen. Darauf hin folgten noch Filme wie „Ein Teufelskerl“, „Der Söldner“ und „Der graue Wolf“. Mitte der 90er war Wahl seine Karriere beendet und es folgten keine weiteren Rollenangebote mehr.

In einer Rolle ist Nancy Allen zu sehen, sie ist den meisten sicherlich als „Officer Anne Lewis“ aus der Robocop Filmreihe bekannt. Sie war übrigens ein paar Jahre mit Brian De Palma verheiratet!

Die Arena sind die Straßen bei Nacht!

Bei THE GLADIATOR handelt es sich um eine TV-Produktion. Das geringe zur Verfügung stehende Budget ist leider an diversen Szenen deutlich zu erkennen. Doch auch mit wenig Budget kann man einen unterhaltsamen Film drehen. Das sowas einen Abel Ferrara nicht abschreckt, hat er bereits des Öfteren bewiesen.

Anstatt sich wie üblich mit Waffen gegen die Justiz zu setzen, wurde in THE GLADIATOR ein Jeep in A-Team Manier umgerüstet. Durch den Verlust seines jüngeren Bruders durch einen irren Verkehrsteilnehmers, beschließt Rick Benton (Ken Wahl) selber Gerechtigkeit und ein Urteil auszusprechen. Da er als fähiger Mechaniker in einer Autowerkstatt arbeitet mit einem guten Freund, als Schrottplatzbesitzer ist es ihm ein leichtes Spiel seinen Wagen dementsprechend umzubauen.

Nachts auf den Highways unterwegs, sucht er Instinktiv nach dem „Der Schädel“ betitelten Irren Fahrzeugführer, der seinen jüngeren Bruder auf dem Gewissen hat.

Selbstjustiz Mittel zum Zweck

Story technisch bewegt sich THE GLADIATOR auf dem üblichen Schema der Selbstjustizstreifen. Zumeist nach einem tragischen und schmerzhaften Verlust einer nahe stehenden Person. Die meisten Szenen des Films spielen sich Nachts auf einsamen Straßen oder Highways ab. Zudem auch mal ein paar Einstellungen in der Autowerkstatt und man schaut Ken Wahl bei den Umbauarbeiten seines Pick Ups über die Schulter.

Untermalt werden viele Einstellungen und Szenen durch einen simplen und oft wiederholenden Score, der schon manchmal echt nerven kann. Action Fans sollten hier keinen reißerischen Film erwarten, auch wenn man so einige KFZ Unfälle, Karambolagen und den Einsatz eines Art Ankers der mithilfe einer Abschussvorrichtung auf die auserwählten abgefeuert wird.

THE GLADIATOR ist ein solider Film mit der Thematik der Selbstjustiz. Doch werden viele Dinge, Beweggründe, Gedanken, Gefühle der einzelnen Charaktere förmlich nur angedeutet oder angekratzt. Nicht der beste Film mit Ken Wahl in der Hauptrolle, aber angenehm zu schauen und für zwischendurch bestens geeignet. In Deutschland ist er auf VHS und DVD erschienen. Mit einer FSK 16 Freigabe und ungeschnitten.