The Killer (1989)

Inhalt:

Jeff (Chow Yun-Fat) ist ein Profikiller wie er im Buche steht. Bei einen seiner Aufträge verletzt er die Sängerin Jenny (Sally Yeh) und verliebt sich später auch in sie. Damit er ihre OP bezahlen kann, nimmt er einen letzten Auftrag an: Die Liquidierung von Triaden Boss Tony Weng. Nach der Durchführung nehmen die Polizisten Li (Danny Lee) und Randy (Kenneth Sang) die Ermittlungen auf. Li erkennt im Laufe seiner Ermittlungen, dass Jeff und er noch Männer vom alten Schlage sind. Auch die Liebelei zwischen Jeff und Jenny bleibt ihm nicht verborgen. Beide Männer fühlen einander angezogen, auch wenn sie jeweils auf der anderen Seite des Gesetzes stehen. Es kommt zum Showdown zwischen den beiden Männern und der Triade.

Filmisches Feedback:

“Blutoper” der gehobenen Actionart

Vorab; John Woos Hong Kong-Filme sind geladene Wohltaten und filmische Noven zugleich. Die Filme heben sich von der üblichen Ware Film ab, da sie etwas Besonderes haben. Dieses Besondere basiert auf den Gebrauch westlicher Actionfilmarbeit gepaart mit seinem östlichen Verständnis vom Leben, hier besonders der Freundschaft. Woo benutzt die Wertvorstellungen seiner Heimat, bzw. ihm selbst, und kombiniert sie mit seinen eigenen Regiestil (der ohne Frage angelehnt ist an den großen Sam Peckinpah); Zeitlupe, ungeschönte, ehrliche Stunts, Bloodsheed und sehr viel “Geballer”-Action in stylischer Reinkultur vermischt Woo mit seinen Lieblingsthematiken; hier eben die Freundschaft und Verrat.

Woos “Blutoper” ist paradox: Seine Bilder zeugen nicht von brachialer Blutlust, sondern sie repräsentieren die verlorengegangene, menschliche Schönheit von existenziellen Ehrvorstellungen in unglaublich schönen, aber dennoch verstörend schrecklichen Bildern. Die Bildsprache zerstört Moralvorstellungen und nicht wie bei den damaligen Actionfilmen aus den USA oder Italien, nur blanke Action ohne Sinn und Verstand. Woo verpackt seine komplexen Geschichten in ein Bildinferno. Die Seelenverwandtschaft zweier unterschiedlicher Menschen und deren Untergang in einer archaischen, unmenschlichen Welt ist von Woo exzellent gelöst worden.

Der “Killer” ist in seiner reinen Seele ein Wohltäter, er ist der einzig wahre Mensch in einer von Verrat zerstörten Welt (genial interpretiert von einen meiner Lieblinge Chow Yun-Fat). Er bekämpft diese Welt ja nur mit den Dingen, die diese korrupte Welt selbst erschaffen hat. Er will es nicht, muss aber sonst geht er zu Grunde. Kaum zeigt er Menschlichkeit, wird es ihm genommen. Woo denunziert hier die gewalttätige Welt als eine dem menschlichen Werten entgleiste Welt. Dabei verharrt er auf seine Protagonisten und zelebriert sie. Er wechselt um Ungleichheit zu zeigen dann die Blickwinkel und verzerrt alles mit schnellen Schnitten und Blut. Woo hat sich hier selbst übertroffen und steigt für mich in den Olymp der Superregisseure auf. Einer der besten Filme aller Zeiten. Punkt.