The Rock – Fels der Entscheidung (1996)

Inhalt:

Brigadier General Francis X. Hummel (Ed Harris) nimmt auf der geschlossenen Gefängnisinsel Alcatraz Geiseln. Sein Ziel: Lösegeld aus illegalen Waffengeschäften der US-Regierung. Dr. Stanley Goodspeed (Nicolas Cage) soll zusammen mit Ex-Spion John Patrick Mason (Sean Connery), dem es als Einziger gelang von Alcatraz zu fliehen, die Geiseln befreien.

Filmisches Feedback:

Mit Abstand der beste Bay der 90er Jahre,

und auch im generellen ist „The Rock“ einer der versiertesten Actionfilme dieser Zeit. Stilistisch hochdramatisiert inszeniert und mit den Willen zur Feinabstimmung der Bilder, die hier Bay in Szenen setzt, bietet dieser Film sehr gute Actionkost. Und das von einem Michael Bay, der ja nun nicht unbedingt für hochkritische Filme bekannt ist. Will er aber auch gar nicht. Er weiß ganz genau was er wie drehen muss damit das Publikum zahlreich in seine Filme strömt.

Dieser Actionkracher, der in einigen Szenen eine wunderbare Selbstironie an den Tag legt (besonders dann, wenn Sean Connery seine James-Bond-Rolle persifliert oder die Schlussszene mit den „Geheimnissen“), ist nicht nur einer der besten Actionstreifen der 90er, sondern wartet auch mit  einer gewissen Kritik an der amerikanischen Vorgehensweise des Militärs mit seiner Vergangenheit auf.

In Persona dargestellt von Ed Harris (der sehr gerne mal das schlechte Gewissen Amerikas spielt) werden hier die vergessenen Soldaten und das Verschleiern und Verschönern vom US-Militär eingebettet in einen wahren Actionhagel. Auch wenn die Ansprachen von Harris ab und an nicht ohne Pathos laufen, so sind seine Ausführungen doch ein wütender Kommentar zum US-Militär, bzw. dem bürokratischen Aufräumen mit menschlichen Leben. So gesehen, entpuppt sich an einigen Stellen dieser Film schon als leichtes Aufbäumen gegen das politische Unterspielen von menschlichen Tragödien im Krieg.

Zwar wird auch hier dem Militär zugespielt und das zielgerichtet, aber es bleibt tatsächlich Raum für Kritik. Nicht umsonst spielt hier Harris mit. Harris ist einer der intelligentesten Schauspieler seiner Generation und er sucht sich schon ganz genau die Rollen aus die er spielen will. Diese füllt er dann mit einer imposanten Inbrunst aus. Wer seine Augen in diesen Film gesehen hat, ohne Dialog, nur seine blauen Augen, der weiß, dass er ein Vulkan ist kurz vorm Ausbrechen.

Und hier ist ein weiterer Pluspunkt dieses Films: es sind die Schauspieler die hier alles rausholen. Während andere Actionfilme doch sehr plump mit ihren Darstellern umgehen, so ist auch nur jede kleinste Nebenrolle hier mit Könnern ihres Fachs ausgefüllt. Sei es mein persönlicher Liebling David Morse, Michael Biehn, Tony „Candyman“ Todd, Raymond „Alien- die Wiedergeburt“ Cruz oder John C. McGinley. Alle hier sind großartig. Von der gut gemachten, wenn auch an einigen Stellen sehr, sehr unlogischen Action abgesehen, ist der Film nicht nur eine Palette an aneinandergereihten Actionszenen. Er bietet sogar Spannung. Hat man bei solchen Filmen auch nicht immer.

Die Musik, der Schnitt, die Kamera, alles ist dafür geschaffen, einen klasse Actioner mit hintergründiger Kritik zu realisieren.

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