The Torture Zone (1968)

Corinne, die junge Tochter des Wissenschaftlers Dr. Mantell und dessen Assistent Mark entdecken während einer Expedition in einem Höhlenlabyrinth tief unter der Erde einen unbekannten Organismus, der wie sich später im Labor Mantells herausstellt von negativen Gefühlen wie Angst, Beziehungsweise von der im Blut durch die Furcht gebildeten Hormone ernährt und zum wachsen benötigt. Aus wissenschaftlicher Neugier will Dr. Mantell das bizarre Wesen studieren und zapft ahnungslosen Frauen, die er in einem als Pension getarnten Versuchslabor Alpträume vortäuscht und sie durch extreme beängstigende Szenarien in Schrecken versetzt, diese sogenannten Angst-Enzyme ab, um damit das Wesen zu füttern…

 Eigentlich ist die Idee des Filmes meiner Ansicht nach recht gut und interessant, hätte man daraus mit ein bisschen mehr Budget und Einfallsreichtum einen wirklich guten Film, der als würdiger letzter Film des großartigen Schauspielers Boris Karloff (Frankenstein) hätte werden können, bevor dieser 1969 im Alter von 81 Jahren in England verstarb. Leider und da muss ich den vielen Kritikern recht geben ist The Tortur Zone oder auch Folter wie er auch heißt, eher ein mittelmäßiges B-Movie, der dazu noch recht konfus und lieblos fabriziert wirkt, auch wenn die Ansätze des Filmes durchaus gut sind.

 Regisseur Jack Hill, dessen Blaxplotation-Filme wie Coffy – Die Raubkatze oder Foxie Brown, beide mit Pam Grier, uns wohl eher bekannt sein dürften, fabrizierte zusammen mit dem mexikanischen Filmemacher Juan Ibáñez, der mit Boris Karloff sieben Jahre zuvor auch Snake People drehte, diesen im Ansatz originellen Streifen, in dem leider Karloff selbst eher nur eine Randfigur darstellt und eher doch selten sein Können unter Bewies stellt, da er meistens nur im Bett vom Telefon aus oder eher unterdurchschnittlich als Wissenschaftler vor Computer sitzend in diesem Film agiert. Dafür aber umso besser ist die Darbietung von Mantells Tochter Corinne, die von der aus Mexiko stammende Schauspielerin Julissa (Julia Isabel del Llano Macedo) verkörpert wird, die noch heute in Mexiko für TV-Serien vor der Kamera steht und dem her schwachen Film The Tortur Zone ein bisschen mehr Glanz verleiht, wirkt sie nicht ganz so hölzernd und lustlos. 

 Wie ich schon sagte, hat der Film eigentlich eine gute Idee, die man mit ein wenig mehr Aufwand richtig gut hätte machen können. Doch selbst die Kulissen wirken eher wie aus einem Theaterstück, sind sie doch einfach zu unnatürlich und künstlich und täuschen nichts im geringsten darüber hinweg, dass sie teilweise aus Pappmaschee zusammen geschustert wurden. Das mysteriöse Wesen, dass sich von Angst-Hormonen ernährt ist eigentlich gar nicht wirklich zu sehen, und wenn nur andeutungsweise, mal einer Muschel mal eines Mineralsteines ähnelnd.

Das Problem bei diesem Wesen besteht noch weiterhin darin, dass es völlig unlogisch ist. Wie kann ein solches Wesen dass sich von Adrenalin und Hormonen ernährt tief unter der Erde leben, wo nie Menschen hingelangen ? Diese Unlogik macht den Film leider auch zu einem regelrechten Flop, der durch die unterdurchschnittliche Darstellung von Karloff noch mieser wirkt, Dazu kommt noch, dass manche Szenen gar nicht zu der konfusen Gestaltung des Inhalt passen, so gibt es eine fast 5 minütige Tanzszene mit einer Stripperin, die eigentlich überhaupt nichts mit dem Film zu tun hat und auch die Alptraum-Szenen wirken eher amüsant als gruselig, auch wenn es ab und zu einige winzige Momente gibt, die ich als interessant beschrieben  könnte, wie zum Beispiel der eigentlich recht viel versprechende Anfang des Filmes, als das Wesen tief unter der Erde gefunden wird.

Sowie eine sehr surreale Szene des vermeintlichen Alptraumes einer jungen Frau, i der ein Fakir ähnlicher Typ und ein Kleinwüchsiger vor der Kulisse eines Katakomben ähnlichen Gewölbes immer wieder erscheinen und verschwinden. Das wirkt im Gegensatz zum Rest des Filmes wirklich bizarr und hat etwas von dem Unwirklichen eines Traumes.

 Leider ist das auch schon das einzige, was ich dem Film positives abgewinnen kann und der relativ zum ganzen Film positiven Darbietung eben von Julissa als Mantells Tochter. Der Rest des Filmes dümpelt unlogisch und lustlos vor sich hin und Spannung kommt nur selten bis gar nicht auf. Das rettet leider auch nicht die Filmmusik von Enrico C. Cabiati, der schon die Musiken zu Karloff-Filmen wie House of Evil oder The Incredible Invasion aka Alien Terror komponierte. 

 Alles wirkt in The Tortur Zone künstlich und billig, was eigentlich schade ist, da ich wie schon sagte, das Grundgerüst der Story eigentlich gar nicht so dumm gewesen wäre, hätte man es ein wenig mehr durchdacht und sich Mühe bei der Umsetzung gegeben. Zudem ist selbst der Originaltitel: The Fear Chamber irreführend, handelt es sich dabei doch nur um eine kurze Traumsequenz, die diesen Titel rechtfertigen würde, als Karloff als Hohepriester in einer Art Folterkammer ein albernes Ritual vollzog, damit sich das Opfer zur Hormonproduktion ängstigt. Wer träumte denn in den 1960ern noch von Hexenmeistern und Opferungen für den Beelzebub ?

 Für meinen Geschmack war der Film trotz einer deutschen Freigabe ab 18 und nun mit der ungeprüften Freigabe auf DVD von CMV und Best Entertainment eher nur langweiliger Mumpitz, der einem Boris Karloff wahrhaftig nicht würdig ist. Vielleicht kommt ja irgend ein Filmemacher nochmal auf die Idee, den im Grundsatz interessanten Stoff noch mal neu zu verfilmen… mit ein wenig mehr Motivation und Stil, denn dann könnte es wirklich etwas werden, aber was uns Jack Hill und Juan Ibáñez, von denen man wahrhaftig etwas besseres erwarten darf und kann, hier aufgetischt hatten, ist einfach nur schlecht, Schade! Selbst Trash-Fans würden hier bei nicht wirklich auf ihre Kosten kommen …

 

Wertung: 4/10 Punkten