Thor – Der unbesiegbare Barbar (1983)

Inhalt:

Irgendwann in grauer Vorzeit wird Thor geboren. Seine Eltern werden  vom Krieger Gnut getötet und Thor mit einen Pfeil getroffen. Bevor der Säugling stirbt nimmt sich der Schamane Etna Thor an und zieht ihn auf. Jahre später, Thor ist nun gut durchtrainiert und braungebrannt, zieht Thor in die Welt, zunächst begleitet durch Etna um das Schwert seines Vaters zu suchen und den „goldenen Samen“. Was das bedeutet muss ich nicht erklären. So tingelt er durch die Welt, bzw. von Kampf zu Kampf. Da trifft er Kannibalen die Sklaven hinter sich herziehen, tötet alle Kannibalen und erlernt durch einer der Sklavinnen die Liebe. Oder wie es Etna formuliert:“ Das Weib ist für die Liebe geschaffen….Das Weib muss dir immer Untertan sein.“ Bei einem weiteren Kampf gegen Amazonen mit Ratanhüten auf den Kopf trifft er seine spätere Gemahlin Ino und begattet sie, nachdem er vorher ihre Kolleginnen abschlachtet. Er gelangt zu einen Dorf, bei dem er von den Einwohnern als Gottheit gefeiert wird und kurzum zum „Herrscher der Welt“ ernannt wird. Mindestens eine Jungfrau darf er offscreen sein Eigen nennen. Eines Tages kommt Gnut wieder mit seinem Mannen, überfällt das Dorf, nimmt Thor gefangen und lässt ihn erblinden. Doch Thor findet „blind“ seinen Weg zu einer Höhle und wird dort von Etna (der ihn immer als Eule begleitet) geheilt. So nimmt Thor Rache. Er bekommt das Schwert seines Vaters wieder (welches vorher eine Schlange war) und meuchelt Gnut und seine Spießgesellen hernieder. Thor hat gesiegt, Ino gebar ihn einen Sohn und alles ist schick.

Filmisches Feedback:

„Thor – Der unbesiegbare Barbar“ von 1983 ist sowas wie die Heiligkeit des Unterbaus italienischer Barbarenfilme der 80er Jahre. Es wurde schon viel geschrieben über diesen Film. So lasse ich auch einfach mal ein paar Phrasen ab. Natürlich ist nicht alles Gold was hier glänzt. Gedreht wahrscheinlich irgendwo in einen italienischen Waldstück (mit Ausnahme einer kleinen Szene am Strand) mit geringen Budget. Drehbuchautor Tito Carpi, der uns auch die Vorlagen zu „Der Commander“, „The Riffs 2“, „Der Polyp“, „Mondo Kannibale 2. Teil“ und 93 weiteren Filmen und Serien lieferte, schusterte sich wahrscheinlich an einen Nachmittags das Drehbuch zusammen, welches Regisseur Tonino Ricci (hier unter seinen Pseudonym Anthony Richmond) schnell abdrehte. Ricci, der 2014 verstarb, war bekannt dafür geringbudgetierte Filme zu drehen. Diese sind aber, im großen Haufen italienischer Genrefilme, nicht unbedingt als schlecht zu betrachten. Wenn man mal „Unheimliche Begegnung in der Tiefe (1979) oder „Die Leoparden kommen“ (1969) angesehen hat, weiß man was ich meine.

Natürlich kann man sagen, dass der Film schlecht ist. Aber um ehrlich zu sein finde ich das gar nicht. Es ist eine hochprozentige C-Filmgranate erster Güte. Mit allen was dazugehört: Effekte mit Puffcharakter, wackeliger Kamera und Zoomeffekten, einer Nebelmaschine im Dauereinsatz, Lichteffekte die offensichtlicher nicht sein können und schauspielerische Leistung hart an der Grenze zum Fremdschämen. Allein Bruno Minniti als Thor ist eine augenreibende Weide. Der Darsteller, der eher in Seifenopern zu finden war, hatte Rollen in erotischen Komödien und später dann als „Conrad Nichols“ in Actionfilmen wie „Rush 1 & 2“ oder „Der goldene Kondor“. Aber er macht Spaß. Und ich muss sagen, dass mir tatsächlich die Musik gefallen hat. Francesco de Masi war dafür verantwortlich. Dieser machte auch die Filmmusik bei zum Beispiel Fulcis „Der New York Ripper“, den Film „Inglorious Bastards“ („Ein Haufen verwegener Hunde“)  oder bei dem Chuck Norris Film „McQuade – Der Wolf“ die Musik (wie bei circa weiteren 129 Produktionen). Allein die Anfangssequenz zeigt die doch recht gute Musikarbeit. Zeigt die Kamera in einer langen Einstellung drei Menschen die einen Hügel runtergehen, so untermalt die Musik das Ganze auf bombastische Weise. Fand ich gut. Natürlich ist der Film 80er-Jahre pur. Sei es die Dauerwellen einiger Damen oder die Präsentation wunderbarer Brusthaare der Männer. Alles ist da. Und wer mir erklären kann, warum alle Darsteller immer exzellente weiße Zähne haben  in dieser Vorzeit, den gebe ich einen aus.. Also: Steinigt mich ruhig, aber ich finde den gar nicht so schlecht. Besonders wenn man ihn, wie ich, als VHS ansieht, bekommt er noch einen höheren Retrotouch.