Tigerkralle

Die Blütezeit der Action Klopper in Verbindung mit Martial Arts waren definitiv die 80er Jahre. Doch auch noch weit in die 90er Jahre hinein gab es hin und wieder ein paar Vertreter die dieses Genre am leben erhalten wollten. So auch 1992 der Regisseur Kelly Makin mit seinem Beitrag Tigerkralle. Ein Martial Art Streifen im Stil der früheren Jahre mit durchaus einer gut besetzen Castingsliste. Makin ist eher der Serienspezialist und in seinem Filmlebenslauf sind nur wenige Spielfilme vorzufinden. Zu erwähnen sei noch „Mickey Blue Eyes“ von 1999 mit Hugh Grant in der Hauptrolle.

Die Story von Tigerkralle verfolgt einem gewohnten und schon oft bewährten Prinzip und bietet somit kaum Neuerungen oder Überraschungen. Somit kann man den Film auch als Standardkost im Klopper Bereich ansehen. Schon von vornerein erfährt der Zuschauer die Beweggründe des Killers um den es hier hauptsächlich geht. Dazu kommt noch das Geheimnis des Stils und der Killer selbst. Schon recht früh kann man erahnen wer der Killer ist. Dazu braucht man theoretisch nur aufs Cover schauen oder bei diversen Kampfsportschulszenen aufmerksam in den Hintergrund schauen. Denn laut Gerüchten soll dieser Tigerkralle Stil nicht mehr praktiziert werden, geschweige denn trainiert werden. Doch siehe da, in geheimen Schulen und Treffpunkten wird dieser Stil noch stark verbreitet.

Doch Tigerkralle kann mit drei sehr bekannten Martial Art Kämpfern punkten. Sei es mit Cynthia Rothrock als Polizistin Linda, oder auch Jalal Merhi als Undercover Ermittler. Als Widersacher beider tritt Bolo Yeung ins Bild, ihn kennt man vor allem als Chong Lee in „Bloodsport“ wo er schon Jean-Claude van Damme die Hölle heiß machte.

Die Action des Films beschränkt sich natürlich auf Martial Arts Fights. Auch wenn diese oft recht kurz zu sehen sind. Doch wenn die Fäuste und Füße zum Einsatz kommen, dann kracht es ordentlich. Es werden auch mal diverse Gegenstände als Mittel zum Zweck benutzt. Sei es Eisenstangen, Säbel und vieles mehr. Tigerkralle arbeitet auf seinen Showdown im Hafen hin, man erwartet einen gut choreographierten Fight der Protagonisten und das warten wird auch belohnt. Der Zuschauer bekommt ein ansprechendes Finale geboten, was den Film zu einem guten Abschluss verhilft. Doch zuvor muss man sich durch einige Längen kämpfen was doch sehr an der Aufmerksamkeit nagt, die meiste Spielzeit des Films verbringt man mit den Ermittlungen der Cops. Dazu noch ein paar Trainingsstunden an verschiedenen Orten und einer geheimnisvollen Schule.

Die Sets wirken jedoch etwas unrealistisch und spärlich ausgestattet, Beweggründe könnten das geringe Budget des Teams sein. Somit verliert der Film etwas an Glaubwürdigkeit. Doch wer seine Ansprüche etwas dezimiert und sich gerne mal wieder einem einfachen und unterhaltsamen Klopper Streifen hingeben möchte, für den ist Tigerkralle sicherlich eine Empfehlung.

Insgesamt gab es zwei weitere Fortsetzungen, 1996 kam Tigerkralle 2 raus, wieder mit Cynthia Rothrock, Jalal Merhi und Bolo Yeung, und wieder nach 4 Jahren kam Tigerkralle 3 – jedoch ohne Bolo Young an Bord. Alle drei Teile waren reine Direct to Video Produktionen auf VHS. Doch mittlweile sind alle Teile vom Label „Imperial Pictures“ ungeschnitten auf DVD erschienen.