Timerider – Das Abenteuer des Lyle Swann

Schon 1976 startete Regisseur William Dear seine Filmkarriere mit einem waschechten Bikerstreifen, er startete “Das Northville Massacre”, somit ist es kaum verwunderlich das er uns knapp 6 Jahre später einen weiteren Motorradfilm präsentiert. TIMERIDER – DAS ABENTEUER DES LYLE SWANN mit Fred Ward in der Hauptrolle des Motorcross Fahrers der eine Zeitreise unternimmt. Dear drehte aber auch noch Komödien, allen voran sollte man hier “Big Foot und die Hendersons” von 1987 in Erwägung ziehen, eine amüsante Komödie, des nun seit Monaten endlich auf DVD und Blu-ray geschafft hat.

TIMERIDER ist eine Mischung aus Western, SciFi mit einem Hauch Trash im Gepäck. Das Western Genre dominiert hier eindeutig und SciFi Elemente in Form der Zeitreise dienen lediglich auf Aufhänger und Träger der Story. Die Thematik der Zeitreise in die Vergangenheit war in den 80er Jahren ein sehr beliebtes Thema in der Filmbranche. Sei es Klassiker wie “Zurück in die Zukunft” mit Michael J. Fox oder auch fast vergessene Perlen wie “Outlaws” oder auch “Zurück aus der Vergangenheit” – beides noch immer ONLY VHS Kandidaten.

Der Film TIMERIDER startet mit einer langen Session wo Fred Ward mit seiner Maschine für eine bevorstehende Rally in der Wüste hart trainiert. Mit Anweisungen auf Band seines Teamkollegen der die Strecke für Ihn vorher abgefahren ist und mit satter Musik im Gepäck gehts los mit dem fast 20 minütigen Ritt durch die Wüstenpisten. Zeitgleich findet in der Wüste ein geheimes Forschungsprojekt statt, Forscher wollen das Mysterium der Zeitreisen endlich darlegen. Wie es der Zufall so will, landet unser Motorradfahrer ausgerechnet in das abgesperrte Gebiet und findet sich fortan in der Zeit des Wilden Westens wieder. Doch noch ahnt er nicht wo er sich befindet, denn die Landschaften haben sich in den letzten Jahrzehnten so gut wie kaum verändert.

Die Story von TIMRIDER ist recht simpel und einfach gestrickt. Das Tempo schreitet in einem angenehmen Tempo voran, wären da nicht die endlos wirkenden Szenen der Motorradfahrten durch die einsamen Landschaften. Im Gegensatz zum Hauptcharalter weiss der Zuschauer in welcher Zeit wir uns nun fortan befinden, und das erste Zusammentreffen unseres Zeitreisenden mit einem Bewohner des Wilden Westens bringt uns den SciFi Part mit Komödie näher. Beim Anblick der Maschine denkt der Unbekannte es handelt sich um eine Todesmaschine aus der Hölle und segnet sofort das zeitliche. Im späteren Verlauf fallen noch Wörter wie Knciklichter, Schallplatte und Tankstelle beim zusammentreffen mit Cowboys. Doch diese Andeutungen und Wortspielereien verpuffen i ihrer Wirkung als Humor. Das die Wild Western Bewohner diese Anspielungen, Wörter einfach hinnehmen ohne irgendwelche Reaktionen zu zeigen, ist schon mehr als verwunderlich und hinterlässt keinerlei Wirkung bei allen Beteiligten. Hier hätte man sich mehr aus den jeweiligen Situationen machen können. Interessant ist noch das Outlaws die Maschine für sich gewinnen wollen, und die ersten Versuche mit dem komischen Pferd durchaus witzig und amüsant in Szene gesetzt wurden.

Für die Rolle des Lyle Swan wurde Fred Ward besetzt. Was die wenigsten wissen dürften, das er vor seiner Filmkarriere ein Alles-Jobber war und sich nur mit Mühe und Not über Wasser halten konnte. Zudem war er auch als Synchronsprecher für diverse Italo Western in den USA tätig. Seine Karriere begann er mit “Der Morgen als Ginger kam” im Jahr 1973. Zu seinen weiteren Filmrollen zählen unter anderem noch “Flucht von Alcatraz” mit Clint Eastwood 1979, “Remo – Unbewaffnet und Gefährlich” aus dem Jahr 1985 und nicht zu vergessen “Im Land der Raketenwürmer” von 1990. An seiner Seite als weiblicher Outlaw tritt das australische Supermodel Belinda Bauer in Erscheinung. In TIMERIDER beweist sie eindrucksvoll das sie mit Waffen umgehen kann, und nicht unerfahren ist mit der Materie. Ihr Talent als Schauspielerin beweist sie später noch in “Robocop 2” als Dr. Juliette Lox oder auch als Sandy Andrews in “Act of Piracy” von 1988 mit Gary Busey in der Hauptrolle.

TIMERIDER ist ein recht unterhaltsamer Beitrag aus dem Fach der Zeitreisen. Zwar an manchen Stellen etwas holprig und steif, vor allem manche Akteure und Witze sind sehr flach und beinhalten kaum Wirkung. Doch dafür bekommt man ein interessantes Setting im Wilden Westen geboten, dazu einen passenden Score im Hintergrund. Aufgrund dessen das manche Dinge in der Story, wie zum Beispiel das Fred Ward bis zum Ende nicht weiss wo er sich genau befand, schlichen sich ein paar Logikfehler ins Drehbuch ein. Doch muss so ein Film eine sinnvolle Logik beinhalten? In erster Linie soll TIMERIDER den Zuschauer unterhalten – und das gelingt ihm auch. Verglichen mit heutigen Produktionen dürfte TIMERIDER noch den Hauch von Trashpotenzial abgewinnen – doch zum Klassiker im Bereich der Zeitreisen fehlt es leider an vielen Ecken und Kanten.

Bislang gibt es TIMERIDER in Deutschland nur auf VHS vom Label “Atlas Video” und “VMP”. In den USA ist er von “Anchor Bay” auf DVD und von “Shout Factory” auf Blu-ray erschienen, neu abgetastet und abgemischt. Somit dürfte es nur eine Frage der Zeit sein bis er hierzulande auch auf Scheibe erscheint.