Tödliche Galaxie (1989)

Inhalt:

Im Jahre 2015 haben sowohl die Amerikaner als auch die Russen nach einen nuklearen Schlagabtausch Mondbasen. Hier leben sie bislang in trauter Einsamkeit. Das gute Verhältnis wird gestört, als ein Amerikaner auf der sowjetischen Mondbasis ermordet wird. Eine US-Agentin (Brigitte Nielsen) und ein KGB-Agent (Julian Sands) nehmen gemeinsam die Ermittlungen auf.

Filmisches Feedback:

Intergalaktischer Friedensapell im Krimigewand

Der “kalte Krieg” war grade mal zu Ende. Die Sowjetunion öffnete sich. Eine neue Zeit brach an für die Welt. Und das spiegelte sich auch in den Filmen jener Zeit wieder. Wie auch bei diesem gut gelungenen SF-Krimifilm von Regiealtmeister Michael Lindsay-Hogg. Dieser drehte hauptsächlich Musikdokumentationen wie LET IT BE (1970) oder PAUL SIMON, GRACELAND: THE AFRICAN CONCERT (1987) und arbeitete für viele TV-Serien in Groß-Britannien. Lindsay-Hogg ist tatsächlich eine packende Kriminalgeschichte gelungen. Sie hätte auch auf der Erde in der Jetztzeit spielen können und hätte dennoch funktioniert. Geschrieben hat das Ganze Drehbuchautorin Carla Jean Wagner, die bereits mit TODESGRÜßE AUS HAVANNA (1987) und MORD AUF HOHER SEE (1989) bewiesen hat, dass sie spannende Geschichten gut schreiben kann.

 Hier geht es letzten Endes um die Kooperation von West und Ost, von NASA und KGB, von zwei verschiedenen Weltanschauungen um Größeres zu verhindern. Eine durchaus interessante Mischung aus 2010 (1984)  und dem Peter Hyams Kracher OUTLAND (1981). Und nun kommt’s: obwohl Megabrust Brigitte Nielsen hier mitakteurt ist das schauspielerisch tatsächlich ein guter Film geworden. Die kann ja was. Also zumindest für diese 90 Minuten.

Neben Nielsen treten hier auch heutige namhafte Schauspieler auf. Brian Cox (BRAVEHEART (1995) oder BLUTMOND (1986), Michael Shannon (nein, nicht der aus MAN OF STEEL, sondern z.B. aus SHEENA, KÖNIGIN DES DSCHUNGELS (1984)), Gerald McRaney (TV-Serie SIMON & SIMON) oder Rico Ross (ALIENS (1986)). Auch Julian Sands (ARACHNOPHOBIA (1990)) spielt hier den grimmigen Russen sehr gut. Und das mit guter Vorbereitung. Obwohl Sands allergisch gegen Meerestiere ist, aß er für diesen Film Krabbenfleisch. Er wollte die Qual gut darstellen, die man empfindet in der sich ein Mensch befindet, der einen Monat lang in einen Raumanzug stecken muss.

Auch die anderen Beteiligten des Films verstehen ihr Handwerk und das ziemlich gut. So ist hier der Filmkomponist Trevor Jones, der davor bereits MISSISSIPPI BURNING (1988) oder DIE REISE INS LABYRINTH (1986) vertonte. Hinter der Kamera stand der Oscargewinner David Watkin (JENSEITS VON AFRIKA (1986)).

Im Grunde legte Lindsay-Hogg hier einen Film ab, der zwar gnadenlos abkupfert, aber aufgrund seiner Krimihandlung mit friedensappelierender Funktion ein ungewöhnlicher SF-Film ist. Ein gelungenes, spannendes und handwerklich sauber inszeniertes Werk. Kann man durchaus ansehen.