Tote Engel lügen nicht (1988)

Eddie Mallard ist alles andere als ein erfolgreicher New Yorker Privatdetektiv: An seinen letzten Klienten kann er sich kaum noch erinnern, und wenn er Post erhält, handelt es sich garantiert um Rechnungen.
Als der reiche Finanzier Rand sich eines Tages in sein heruntergekommenes Büro verirrt, scheint sich für Eddie das Blatt zu wenden: Rand fühlt sich von seiner Ex-Frau Rachel bedroht. Er will, dass Eddie sie ausfindig macht und zur Rede stellt.
Die Sache hat nur einen Haken: Rand wurde von seiner Frau niemals geschieden. Sie kam vor 10 Jahren bei einem Bootsunfall ums Leben …

 

Im Auftrag der CANNON GROUP entstand 1988 der Fernseh-Krimi TOTE ENGEL LÜGEN NICHT. Im Original lautet der Titel „Gotham“. Für die Regie wurde Lloyd Fonvielle engagiert, es war sein erster und letzter Film. Ob es an der Qualität des Films lag, ist nicht bekannt.

Schaut man sich das Cover an und liest die Namen aus der Besetzungsliste, könnte man meinen das es sich um einen spannenden und knisternden Krimi mit zahlreichen Wendungen und Überraschungen handeln könnte. Doch schon nach kurzer Spielzeit bemerkt man recht schnell, das die Story unausgereift und lieblos dahin geplätschert erzählt wird.

Femme Fatale in Engelform

Zwar konnte man Filmgrößen wie Tommy Lee Jones und „Femme Fatale“ Virginia Madsen, die Schwester von Michael Madsen für den Krimi engagieren, doch retten können sie leider das Endprodukt auch nicht.

Die Geschichte spielt in den 80er Jahren in New York. Tommy Lee Jones mimt glaubwürdig und in gewohnter Qualität seiner Rollen den Privatdetektiven der sich mit kleinen Aufträgen durchs Leben boxt. Er trägt billige Anzüge, hat ein kleines dreckiges Büro, ein schäbiges Apartment und kaum Aufträge.

Als „geisterhafte“ Erscheinung tritt Virginia Madsen auf. Wie man es von Ihr kennt, mimt sie eine unnahbare, erotische Persönlichkeit, die weiß was sie will, und wie sie es bekommt. Sie nutzt die Waffen der Frauen, um die Männer dazu zu bringen, das zu tun, was sie will.

In weiteren Rollen sind Michael Chapman, Jack Cheley und David Cryer zu sehen.

Krimi aus dem Hause CANNON

Die Geschichte ist kaum spannend inszeniert worden. Die Idee mit dem Auftraggeber, der angeblich von seiner Frau verfolgt wird klingt realistisch. Doch mit dem Ansatz das sie bereits vor 10 Jahren bei einem Bootsunfall ums Leben kam schon wieder etwas verwirrend.

So kann man TOTE ENGEL LÜGEN NICHT, den Zusatz von Mystery aneignen, den er allerdings kaum ausschöpft. Statt dessen konzentrierte man sich vollkommen auf die Kriminal Abschnitt und vergaß dabei wichtige Aspekte. Die Story konzentriert sich hauptsächlich um den Privatdetektiv, der weibliche Geist und der Auftraggeber. Hin und wieder nutzt Eddie Mallard seine Kontakte zu anderen Behörden, doch zur eigentlichen Geschichte tragen die Ereignisse und Ergebnisse seiner Recherchen kaum bei.

So plätschert die Story gemütlich vor sich hin und nagt an der Aufmerksamkeit des Zuschauers. Vieles wirkt verworren und nicht ausgiebig durchdacht bei der Umsetzung was den Zuschauer noch mehr in die Irre leitet und auch an der Aufmerksamkeit sich zu schaffen macht.

Für eingefleischte Tommy Lee Jones Fans, Cannon Group Enthusiasten und Anhänger von Virginia Madsen ist TOTE ENGEL LÜGEN NICHT eine Sichtung wert. Wer jedoch einen rassigen und spannenden Krimi erwartet, wird recht schnell enttäuscht sein. Hierzulande hat es der TV-Film nur auf VHS geschafft.