Tötet Mrs. Tingle! (1999)

Leigh Anns (Katie Holmes) blendende Zukunft an der berühmten Harvard University hängt an einer Zahl: einer Eins in Geschichte. Doch der Alptraum aller Schüler, die gefürchtete Geschichtslehrerin Mrs. Tingle (Helen Mirren), macht ihr einen Strich durch die Rechnung. Zu allem Überdruß erwischt Mrs. Tingle Leigh Ann auch noch mit gestohlenen Prüfungsunterlagen. Jetzt ist guter Rat teuer. Um aus dem Schlamassel wieder herauszukommen, denkt sich Leigh Ann mit ihren Freunden Jo Lynn (Marisa Coughlan) und Luke (Barry Watson) einen teuflisch raffinierten Plan aus. Als die drei den Spieß umdrehen und die tyrannische Lehrerin selbst einmal terrorisieren, wird aus dem anfänglichen Nervenkrieg ein Kampf um Leben und Tod.

Manchmal hat man den Eindruck als könne sich Drehbuchschreiber und Regisseur Williamson (Scream 1&2, Faculty) bei seiner ersten Regiearbeit nicht entscheiden, ob er nun eine böse Komödie mit schwarzem Humor machen wollte oder doch nur eine Teenie-Komödie. Ähnlichkeiten mit Scream hat jedenfalls Tötet Mrs.Tingle nicht. So ist der Film mehr lustig als spannend. Laut Gerüchten rechnet Williamson mit dem Film mit seiner Vergangenheit in der Schule und seiner damaligen Lehrerin ab.

Den Soundtrack kann man getrost als typisch für “Teenager-Filme” betrachten und bringt nicht wirklich eine Überraschung. In Amerika wurde übrigens der ursprüngliche Kinotitel “Killing Mrs.Tingle” in “Teaching Mrs.Tingle” geändert, was auch eher dem Filmverlauf entspricht. Grund war das Blutbad von Littleton, als Jugendliche in ihrer Schule ausgerastet sind.

Für die Hauptrollen wurden Helen Mirren und Katie Holmes engagiert, die anderen Darsteller sind eher unbekannt und zeigen auch kaum schauspielerisches Talent, vielleicht hat man sie aus einer Nachmittags-Soap her gecastet. Helen Mirren zeigt in Tötet Mrs. Tingle ihr Können, ihre Darbietung ist glaubhaft und ergreifend zugleich, durch ihre Situation im Film das sie an ihrem Bett gefesselt ist, wurde ihr Können auf Mimik und Gesten beschränkt, doch dies störte sie wohl weniger. Man kann Helen Mirren und ihr Talent sich auch in „Die Mörder warten schon“ und „Excalibur“ begutachten.

Durch die unglücklichen Zufälle, die für den Film alles andere als unglücklich sind, entsteht eine interessante Konstellation: die Lehrerin ist gefesselt und eigentlich in der Gewalt ihrer Schüler, sie kann nur noch mit Hilfe verbaler Tricks versuchen, das Beste aus der Situation zu machen. Es besteht auch eine kleine Chance, dass sie davonkommt, denn sie ist ihren Schülern geistig ein großes Stück voraus. Es geht stellenweise sogar so weit, dass man als Zuschauer nicht mehr genau weiß, für welche der beiden Seiten man denn nun Partei ergreifen soll und möchte.

Was man noch zu Williamson sagen kann, ist das er das Skript zu „Wes Cravens“ Scream verfasste, kurz danach landete er mit „Ich weiß was Du letzten Sommer getan hast“ einen weiteren Kinokassenschlager, auch hatte er seine Finger bei der Serie „Dawsons Creek“ mit ihm Spiel, was er in die Hand nahm, wurde schnell zu viel Geld, doch sein Können ist in Tötet Mrs. Tingle schon sehr abgeschwächt und einfallslos. Vieles kennt man bereits aus anderen Werken dieser Art, Teeny-Komödie gab und wird es immer wie Sand am Meer geben.

Tötet Mrs. Tingle gibt es auf VHS und DVD, und wird des Öfteren im TV ausgestrahlt. Für Fans von Teeny-Komödien, die etwas mit schwarzen Humor bespickt sind, für die ist Tötet Mrs. Tingle auf jeden Fall empfehlenswert. Für Fans von Thriller und Horrorfilmen, wo dieser Film auch komischerweise oft eingereiht wird, ist der Film lieber nichts. Aber wer Helen Mirren in einer ihrer Glanzrolle sehen möchte, ist hier bestens aufgehoben! 

Ich gebe Tötet Mrs. Tingle 7 / 10 Punkten

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