Review: Treibjagd in Bitter Creek (1988)

Mariposa County – Eine Spezialeinheit der Polizei umstellt das Versteck einer schwer bewaffneten Verbrecherbande hoch in den Bergen. Flutlicht fällt auf das brüchige Gebäude, ein knallhartes Feuergefecht durchbricht die Stille der Nacht. Nachdem eine Handgranate das Versteck in die Luft jagd, tritt die Spezialtruppe den Rückzug an, ohne sich zu überzeugen, ob einer das brutale Massaker überlebt hat. Ahnungslos starten am nächsten Morgen drei Frauen einen Abenteuertrip in das Hochgebirge. Kaum hat die Gruppe nach einem anstrengenden Ritt Ihr Ziel erreicht, peitscht plötzlich ein Schuß durch die Luft. Fluchtartig bringen sich die Reiter in Deckung. Weitere Geschosse treffen die Pferde. Nach und nach wird der Gruppe die lebensgefährliche Situation bewusst. Aber erst mit Anbruch der Nacht beginnt ein Alptraum wahr zu werden….

Ich bin nur durch einen Zufall auf diesen Film aufmerksam geworden, und meine Neugier wurde geweckt. Treibjagd in Bitter Creek, der Titel hört sich verdächtig nach einem Horror-Film an, aber da muss ich Euch etwas enttäuschen, es handelt sich um einen reinen Thriller! Die Nachforschungen vom diesem Titel waren etwas schwieriger, denn er scheint eher zu den unbekannteren Titeln des Genres zu gehören. Treibjagd in Bitter Creek kann man auch getrost zu den Backwoods – Subgenre einordnen. Dieser Film wurde fürs Fernsehen produziert und erhielt erst Jahre später ein Release auf Video.

Für die Regiearbeit war Tim Burstall verantwortlich, und wenn man sich Treibjagd in Bitter Creek so anschaut, scheint er sein Handwerk zu verstehen. Aber leider ist seine Filmographie sehr kurz, und fast alle Titel sind in Deutschland eher unbekannt. Auch für ein paar TV – Serien war er hinter der Kamera tätig und bewies sein Talent. Für die Hauptrollen des Films wurden Namen wie Lindsay Wagner, bekannt aus weiteren Filmen wie „Abgestürzt im Dschungel“ von 1993 und „Ricochet – Der Aufprall“ von 1991 und viele weitere Titel. An ihrer Seite stand der Schauspieler Tom Skerritt, auch er kann einige Titel in seiner Laufbahn vorweisen. „Contact“ von 1997 an der Seite von Jodie Foster, „Rookie – Der Anfänger“ von 1990 mit Clint Eastwood und Charlie Sheen und viele weitere bekannte Titel.

Treibjagd in Bitter Creek fängt sofort beim Geschehen an, der Zuschauer ist sofort bei der Geschichte mittendrin. Gleich zu Beginn wird einem ein hartes Feuergefecht präsentiert, das Tempo wird wieder ein wenig gedrosselt, und dem Zuschauer werden die einzelnen Charaktere und deren Geschichten näher vorgestellt. Für manche dürfte das Tempo zu langsam sein, und es erinnert an manchen Sequenzen eher an ein Drama, aber der Schein trügt. Das Tempo des Films wird aber wieder gut angezogen und bringt dem Zuschauer einige recht interessante Szenen aus dem Bereich der Action näher. Der Zuschauer der durchhält wird gut belohnt. Das Katz und Mausspiel der Charaktere, noch dazu in einer gut ausgewählten Location, ein Wald in den Bergen tragen ihren Teil der Bedrängnis und Einsamkeit bei.

Die Atmosphäre im Film ist spannend und knisternd inszeniert worden, man bekommt sofort Sympathien für die einzelnen Protagonisten. Und der Zuschauer erkennt recht einfach und schnell, wer auf wessen Seite steht und was für ein Spiel treibt. Zwar hatte sich Burstall wohl zu sehr an dem Film „Beim sterben ist jeder der Erste“ orientiert, jedoch hatte er dieses Genre wohl ausreichend studiert, einige typische Klischees, und Parallelen sind vorhanden, aber mindern den Unterhaltungswert von diesem Streifen eher weniger. Eine Darstellerin verliebt sich in den Retter, der noch dazu ein Vietnam-Veteran im Film darstellt, zwar nichts neues aber gelungen in Szene gesetzt worden.

Treibjagd in Bitter Creek gibt es in Deutschland nur auf VHS, und diese VHS ist recht selten geworden, vielleicht findet sich ja ein Label was diesen TV-Film auch in Deutschland auf DVD in den Handel bringt. Verdient hätte er es, denn er muss sich keineswegs hinter anderen Titeln verstecken, dieser Film ist mal wieder ein Beweis dafür, das auch Fernsehfilme spannend und interessant sein können!

Fazit: Spannend, beklemmend, ein wenig dramatisch, aber sehr unterhaltsame 90 Minuten Spielzeit. Bitte mehr davon!

Ich gebe Treibjagd in Bitter Creek 9 / 10 Punkten!