U 4000 – Panik unter dem Ozean (1969)

Inhalt:

Das Forschungsschiff FUJI befindet sich im Pazifik um den Cromwellstrom zu erforschen. Ein Mini-U-Boot mit Dr. Ken Tashiro (Akira Takarada), Dr. Jules Masson (Masumi Okada) und dem Journalisten Perry Lawton (Richard Jaeckel) wird ins Meer gelassen. Bei dem Ausbruch eines Unterwasservulkans wird die Crew gerettet vom U-Boot ALPHA mit den Kapitän Craig McKenzie (Joseph Cotten). Dieser bringt die Überlebenden in die Unterwasserstadt ÄQUATORIANA. Diese Stadt wird bedroht durch den bösen Dr. Malic (Cesar Romero) und seinen U-Boot U 4000. Als Dr. Malic einen Wissenschaftler entführt, macht sich McKenzie auf zu einer Rettungsaktion.

Filmisches Feedback:

Endlich wieder wunderbare, liebevolle Japan-Monster-Action

Wenn in einem japanischen Film eine Riesenkrake, Fledermausmenschen, Riesenratten und eine fliegende Löwin mit Menschenhirn drin vorkommt, dazu garniert mit einer U-Boot- Geschichte mit exzellenten Tricks (für die Verhältnisse), einem Regisseur, der als Erfinder von Godzilla gilt und rund 23 Genrefilme gedreht hat, und zudem noch eine internationale Besetzung mit Joseph Cotten (CITIZEN KANE (1941), IM ZEICHEN DES BÖSEN (1958), Cesar Romero (DER DÜNNE MANN (1934), IN 80 TAGEN UM DIE WELT (1956) und Richard Jaeckel (DAS DRECKIGE DUTZEND (1967), KARATE TIGER 5 – KÖNIG DER KICKBOXER (1990) gibt, dann kann es kein schlechter Fantasyfilm sein.

Und tatsächlich; er ist es nicht. Eine wunderbare Mischung aus JAMES BOND (die Gut-gegen-Böse-Thematik),  20.000 MEILEN UNTER DEM MEER  und DIE INSEL DES DR. MOREAU bietet gekonnte Unterhaltung auf enorm hohen Trashniveau. Bei genauerer Betrachtung ist der Film tatsächlich weniger monsterlastig als vermutet (natürlich kommen sie vor). Man kann ihn sehr wohl als KAIJU-Film einordnen. Nur kommt dieser Film eher einem Abenteuerfilm gleich. Basierend auf einen Hörspiel von Ted Sherdeman namens BREITENGRAD NULL legt der Film gleich los.

 In quietschbunten Dekors nimmt uns Regisseur Ishiro Honda (GODZILLA (1954), DIE FLIEGENDEN MONSTER VON OSAKA (1956) oder VARAN – DAS MONSTER AUS DER UHRZEIT (1958)) mit in eine ganz eigene Welt. Und die ist top. Daran hat auch Akira Ifukube großen Anteil. Der Filmkomponist ist sowas wie der Vertoner der KAIJU-Welt. Machte er doch die Kompositionen zu 257 Filmen. Darunter Meisterwerke wie DAMAIJIN – FRANKENSTEINS MONSTER NIMMT RACHE (1966), DIE BRUT DES TEUFELS (1975) oder sein letzter Film ehe er im Alter von 91. Starb GODZILLA GEGEN DESTOROYAH (1995). Honda und Ifukube waren ein wahres Traumpaar der fantastischen Kinowelt. Ähnlich wie die Kombo Spielberg/ William oder Burton/ Elfman sind diese beiden untrennbar miteinander verbunden.

Hinzu kommt, dass in dieser wunderbaren KAIJU-Welt auch der Produzent Tomoyuki Tanaka ebenfalls ein Urgestein des Monsterfilms aus Japan mit an Bord ist. Tanaka produzierte 215 Filme. Neben den klassischen Fantasyfilmen wie KING KONG GEGEN GODZILLA (1974), DER GROßE KRIEG DER PLANETEN (1977) oder ROBOT WAR (1989) produzierte er auch zusammen mit Akira Kurosawa 1981 den Film KAGEMUSHA, für den er für den Oscar nominiert wurde. Also wie dem auch sei. Hier waren Kenner und Profis am Werke. Was man den Film auch ansieht.

Allerdings fällt hier eines auf: die internationale Besetzung, die normalerweise für einen Japanfilm zur damaligen Zeit eher selten ist. Dies hatte den Grund, dass das produzierende Studio TOHO seine Filme verstärkt international selbst anbieten wollte. Ihre Filme davor wurden zur Unzufriedenheit von Toho international schlecht vermarktet und synchronisiert worden. Also nahm man gleich mehrere englischsprachige Schauspieler, ließ die japanischen Darsteller ebenfalls englisch sprechen und drehte gleich fürs Weltpublikum. Zudem gibt es auch unterschiedliche Fassungen. Sowohl die internationale als auch die japanische Fassung ist gut 11 Minuten länger als die Deutsche. Es fehlte (später wurden die Szenen für die DVD Auswertung von Anolis untertitelt eingefügt) u.a. das Ende der internationalen Fassung, die den Zuschauer verwirren soll, ob diese Geschichte überhaupt passiert ist.

Wie auch häufig bei solchen Filmen muss man nicht nach den Sinn suchen. Warum auch? Manchmal reicht es aus einfach sich berieseln zu lassen. Und das kann man bei diesem Film sehr gut. Lohnt allemal für Liebhaber des Genres und solche die es werden wollen.