Viper – Ein Ex-Cop räumt auf

Der ehemalige Polizist Travis Blackstone versucht, seinen Bruder Franklin vor dem Gefängnis zu schützen. Er vernichtet dubiose Beweismittel der Polizei im Kampf gegen ein Drogenkartell. Dafür wandert Travis selbst ins Gefängnis. Nach fünfzehn Jahren Haft kehrt er zurück in seine Heimatstadt, um ein bescheidenes gesetzestreues Leben zu führen. Doch dann taucht Franklin erneut auf. Er bittet Travis, sich gegen eine Horde skrupelloser Killer zu stellen, da er fünf Millionen US-Dollar der Mafia unterschlagen hat. Travis macht sich sofort auf den Weg, seinen Bruder zu schützen und die Millionen wiederzugewinnen. Ohne große Schwierigkeiten zerschlägt er im Alleingang ein ganzes Gangstersyndikat.

 

Im Action-Genre gibt es diverse Stars unterschiedlichen Grades. Es gibt A-Helden, wie Sylvester Stallone, Bruce Willis oder Arnold Schwarzenegger. Eine Ebene darunter, in der B-Riege, tummeln sich solche Hau drauf Ikonen, wie Jean-Claude van Damme, Steven Seagal oder Dolph Lundgren. Wenn man dann noch weiter die Treppe runtergeht, trifft man noch kurz Michael Dudikoff und Chuck Norris, bevor man dann am Bodensatz der Action-Helden ankommt. Dort sieht man dann Lorenzo Lamas, den schnittigen „Falcon Crest“-Lover mit der dunklen Mähne, der, wen wunderts, seine Zeit abseits von Soaps damit verbracht hat, Low-Budget-C-Action-Filme in die Videotheken zu werfen. Am bekanntesten dürften die 3 „Snake Eater“ Filme sein, ansonsten ist seine Filmographie wenig aufregend. Aber Moment, da gibt es noch einen, der es wert ist, ihn zu besprechen: „Viper – Ein Ex-Cop räumt auf“

Travis Blackstone (Lorenzo Lamas), ein ehemaliger Cop, der für seinen Ganovenbruder Beweismittel vernichtet hat und dafür in den Knast wanderte, muss schon wieder für Bruder Franklin (Hank Cheyne) in die Presche springen. Der hat nämlich einem Drogenkartell 5 Millionen Dollar abgeluchst und steht nun auf der Abschussliste. Mit allen Wassern gewaschen stellt sich die „One-Man-Army“ Travis den fiesen Schergen und er kennt keine Gnade!

Eins vorne weg. „Viper“ ist ein C-Movie. Totales Videothekenniveau, aber eine echte Granate. Diese 88 Minuten sind extrem unterhaltsam und liefern jedem Freund von geradliniger Action ein wahres Feuerwerk. Verfolgungsjagden, blutige Shoot-Outs und eine gute Portion Martial-Arts zaubern hier jedem Genre-Freund ein Lächeln in das Gesicht. Hier geht es wunderbar rough zur Sache. Das Blut spritzt, die bösen Buben werden schonungslos ausradiert und zum Schluss gibt es noch einen netten End-Fight zu begutachten. Das niedrige Budget wurde anscheinend bis auf den letzten Dollar genutzt um über die eher wenig interessante und klischeebeladene Story zu kaschieren. Der Film hangelt sich von einer Action-Sequenz zur nächsten. Das macht extrem Laune und ist teilweise rasanter als es Chuck Norris je war. Lorenzo Lamas, der aussieht wie Steroiden geschwängerte und aufgepumpte Version von Thomas Anders, ist zwar kein Stern am Actionhimmel, war es nie und wird es auch nie sein, aber für einen No-Brain-Actioner dieser Marke reicht es allemal.
Dazu gibt es noch, bei Genre-Fans, bekannte Gesichter, wie John P. Ryan („Avenging Force“, „Delta Force 2“) oder Beau Starr („Halloween 4-5“, „Joshua Tree“) zu bewundern. Regisseur Takács, der auch für den unterhaltsamen „Hardcover“ verantwortlich ist, geht hier in die Vollen und inszeniert relativ gekonnt und ohne Schnick-Schnack feinstes C-Movie Futter für bierselige Film-Abende im heimischen Wohnzimmer. Es kracht, rummst und blutet, was anderes will man auch gar nicht, wenn Lorenzo Lamas auf dem Cover steht. Der Soap-Schönling ist sogar relativ stolz auf den Film und betitelt ihn als einen seiner besten Filme, womit er auch Recht hat. Die Uncut-DVD mit deutscher Synchronisation gibt es günstig von „Shamrock Media“. Also ihr Action-Trasher, kaufen, Bier kalt stellen und Abfahrt!