Wu Kung – Herr der blutigen Messer

Im Jahr 1973 drehte Kung Fu Actionstar Lo Lieh den Hong Kong Actioner WU KUNG – HERR DER BLUTIGEN MESSER, auch als “Wu Kung – Der Schrecken von HongKong” bekannt. Er übernahm nicht nur die Regiearbeit, sondern besetzte auch die Hauptrolle in dem Film. Es war sein erstes Werk auf dem Regiestuhl und weitere Filme folgten. Zudem sollte man “Deadly Kick” von 1976, “Modern Detectives” von 1985 und “Edge of Darkness” von 1988 erwähnen. Lo Lieh hatte nur ein kleines Budget für die Umsetzung des Skriptes zur Verfügung, was jedoch durch geschickte Einstellungen mithilfe der Kamera und harte gut choreographierte Fights verdrängt wird.

HERR DER BLUTIGEN MESSER spielt in den 70er Jahren in der Metropole HongKong. Viele behaupten das die 70er Jahre die Blütezeit dieser Großstadt waren. Die Stadt ist bekannt dafür das sie nie schläft, verstopfte Straßen durch den enormen Verkehr, sowie auch eine dreckige und schäbige Seite, wo Gewalt an der Tagesordnung ist. Anstatt nur in der Großstadt zu drehen, verwendete der Regisseur auch diverse Einstellungen in Vorstadtgebieten, Strände und auch die örtliche Hunderennbahn dient als Schauplatz.

Harte Fights und fetzige Musik

Storytechnisch bewegt man sich im gewohnten Schema der Rachegelüste. Ein Mann wird von seinen vermeintlichen Freunden aufs Kreuz gelegt und wandert dafür als Sündenbock ins Gefängnis. Nach der Entlassung haben sich Gefühle von Hass, Rache und Wut angestaut und drohen auszubrechen. Die Suche nach den damaligen Freunden beginnt. Doch dient HERR DER BLUTIGEN MESSER allein als reine Unterhaltungsart, und verzichtet vollkommen auf eine ausgiebige Charakterzeichnung und Tiefe. In vorderster Linie steht die Action.

In diesem Actioner geht es recht gut zur Sache. Das Problem mit den anfänglichen schnellen Schnitteinstellungen verfliegt im späteren Verlauf des Films zunehmend. Man bekommt viele Fights, die ansprechend und sehr realistisch inszeniert und choreographiert wurden geboten. Die Kämpfe erinnern stark an einem Streetfightstyle und versprühen Realismus pur. Keine übertriebende Flüge quer durch die Sets. Selbstredend wird zielgerecht auf ein Finale hingearbeitet und dem Zuschauer auf dem Silbertablett serviert.

HERR DER BLUTIGEN MESSER ist unkompliziert, ansprechend, harte Action, und abwechslungsreiche Sets. Der Film ist vom Label “Inked Pictures” in einer auf 33 Stück limitierten Hartbox und von “Castle View Film” in einer Amaray erschienen. Beide Versionen sind komplett ungeschnitten und bewegen sich qualitativ auf guten VHS Niveau. Verschmutzungen und Bildflecken sind an der Tagesordnung, und die Farben sind natürlich gehalten worden, lediglich der Ton ist etwas blechernd, aber dieses Laster tragen wohl viele Filme aus dem Genre mit sich rum.

Fetzige Mucke, amerikanische Kameraführung und sehr viele verschiedene Schauplätze machen den Film für Genreliebhaber durchaus sehenswert.