Zero Tolerance – Zeugen in Angst (1999)

Der Unfalltod seiner schwangeren Freundin hat Kommissar Johan Falk (Jakob Eklund) aus der Bahn geworfen. Um nicht wieder verletzt zu werden, beschränkt er die Beziehung zu seiner Kollegin Anja (Jacqueline Ramel) auf eine Bettgeschichte. Ausgerechnet an Heiligabend ertappt er einen Juwelenräuber und verfolgt ihn durch die Stadt. Der Flüchtige erschießt einen Unbeteiligten und kann entkommen. Es handelt sich um den vermögenden Geschäftsmann Leo Gaut (Peter Andersson), der hinter einer legalen Fassade kriminelle Geschäfte abwickelt. Seine Verhaftung scheint eine Formsache zu sein, denn drei Passanten können den Todesschützen auf Polizeifotos einwandfrei identifizieren. Merkwürdigerweise widerrufen alle drei während der Gegenüberstellung ihre Aussagen. Allem Anschein nach wurden sie eingeschüchtert. Der eigenwillige Falk will bei der Sache etwas nachhelfen und stattet dem Gangster entgegen der Dienstvorschriften einen Besuch ab. Tags darauf muss er sich vor einem internen Untersuchungsausschuss verantworten. Fingierte Beweise scheinen zu belegen, dass er Gaut misshandelte. Der für seine Alleingänge berüchtigte Polizist soll in Untersuchungshaft. Doch Falk bricht aus dem Gerichtsgebäude aus und taucht ab. Ihm bleibt nur eine Chance: Er muss die drei Zeugen zur Aussage bewegen, dadurch aber bringt er sie in Lebensgefahr...

Zero Tolerance – Zeugen in Angst, der im Original “Noll tolerans” heißt, ist in meinen Augen mehr als ein typischer Schwedenkrimi. Ohne irgendwelche Hollywood-Klischees zu kopieren, gelingt es den Machern von Zero Tolerance – Zeugen in Angst mit viel Mut zur Härte, einer soliden Story und einer talentierten Besetzung enorme Spannung zu erzeugen. Zusätzlich gelingt den Machern von Zero Tolerace – Zeugen in Angst das Kunststück, dass man als Zuschauer geneigt ist, sich diesen Film sogar öfter anzusehen. Ist bei einem soliden Krimi oder Thriller nach einmaligen, vielleicht sogar erst nach zweimaligen Ansehen die Luft raus, ist das bei Zero Tolerance – Zeugen in Angst nicht unbedingt der Fall (zumindest bei mir 😉 ). In seiner geradlinigen Inszenierung findet Regisseur Anders Nilsson die Balance zwischen Psychologie und Action, und die exzellente Darstellung Jakob Eklunds verleiht dem Göteborger Polizisten Johan Falk eine beeindruckende Präsenz. Ihm gegenüber steht mit Peter Andersson ein skrupelloser, dabei aber ganz ruhig und besonnen vorgehender Gangster, der Menschen erschießt und dann seine kleine Tochter herzt.

Zero Tolerance – Zeugen in Angst war der erste von drei Spielfilmen und einer Fernsehserie mit der Figur Johan Falk. Erstaunlicherweise haben die drei Spielfilme relativ schnell den Weg nach Deutschland gefunden, obwohl diesmal kein deutscher Fernsehsender daran mitbeteiligt war. Nach Zero Tolerance – Zeugen in Angst entstanden 2000 “Executive Protection – Die Bombe tickt”, mit den deutschen Schauspieler Christoph M. Orth als Gegenspieler, und 2003 “The Third Wave – Die Verschwörung”. 2009 ging es im Fernsehen weiter. Der schwedische Privatsender TV4 produzierte in Zusammenarbeit mit dem ZDF die Serie “GSI – Spezialeinheit Göteborg”, die im Original einfach nur “Johan Falk” heißt. (Was für eine “kreative” Übersetzung wir dafür doch hier in Doofland haben ^^.) Bis heute entstanden 2 Staffeln á 6 Folgen, die man hierzulande logischerweise im ZDF sah. Der Pilotfilm zur ersten Staffel lief in Schweden sogar im Kino. Zur Zeit wird wieder ein Johan Falk Spielfilm in Schweden in den Kinos gezeigt, der in Deutschland sehr wahrscheinlich direkt im Fernsehen zu sehen sein wird.

In allen Spielfilmen und in der Serie sehen wir Jakob Eklund, der die Figur des Johan Falk nicht nur spielt, sondern auch lebt. Er hat nicht nur das Talent, seine Texte stimmungsvoll darzubieten, sondern bringt zusätzlich noch den nötigen Körpereinsatz glaubwürdig zustande. 1987 absolvierte Jakob Eklund sein Schauspielexamen an der Theaterhochschule Stockholm, bevor er Engagements am Stockholmer Reichstheater und am Dramatischen Theater hatte. Sein Filmdebüt gab Jakob Eklund in dem Spielfilm “Fanny’s Farm” (Originaltitel: Änglagård), der 1992 uraufgeführt wurde und zu dem zwei Jahre später eine Fortsetzung entstand (Änglagård – andra sommaren), in der er ebenfalls mitwirkte.

Für Regiesseur Anders Nilsson war Zero Tolerance – Zeugen in Angst der dritte Spielfilm. 1989 drehte er seinen ersten Film mit dem Titel „Russian Ninja“ (auf englisch!), den es sogar in Deutschland als DVD gibt! Er ist auch für die beiden Fortsetzungen der Johan Falk Spielfilmreihe verantwortlich und führte auch bei 4 Episoden der TV-Serie „GSI – Spezialeinheit Göteborg“ Regie. Weitere Regiearbeiten sind hierzulande nicht bekannt oder erhältlich.

Zero Tolerance – Zeugen in Angst gibt es hierzulande auf VHS von Atlas und auf DVD von Laser Paradise / Sunfilm Tiberius und Koch Media. Aktuell sind nur noch die Auflagen von Koch Media als 3er Box mit allen Johan Falk Spielfilmen erhältlich. Diese sind auf diesem Medium korrekt bearbeitet worden (16:9 Bild, Originalton, deutsche Untertitel). Hin und wieder sieht man Zero Tolerance – Zeugen in Angst auch im Fernsehen; vorzugsweise in der ARD und im ZDF. 😉 Als BluRay sind alle drei Filme leider noch nicht erhältlich. Aber sobald das mal passieren sollte und die Bearbeitung meine Ansprüche erfüllen sollte, KAUF ICH MIR DIE!

😀 😀 😀 😀

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