Zombie III (1988)

Terroristen stehlen den bakteriologischen Kampfstoff “Death One” direkt von einer Militärbasis.  Der Verbrecher mit dem Behälter, in dem sich Death One befindet wird auf der Flucht angeschossen. Doch auch das Behältnis wird getroffen und er infiziert sich mit den gefährlichen Bakterien, die zudem in den Erdboden sickern und das Grundwasser verseuchen, dass zudem als Trinkwasser eine nahe gelegenen Ortschaft dient. Infiziert versteckt sich der Terrorist in einem Hotel, von wo aus der Horror beginnt. Denn Death One lässt Tote wieder zu Monster auferstehen, zu Zombies, die nahe zu unaufhaltsam sind. Als das Militär glaubt die Katastrophe abgewendet zu haben, in dem sie die verseuchten Leichen verbrannten, stellt sich heraus, dass dies der Anfang vom Ende ist ….

  Ein wenig erinnert die Story von Zombie III, wenn man ihn sich genauer ansieht an George A. Romeros Crazies, in dem es ebenfalls um eine bakteriologische Waffe geht, die unschuldige Menschen verseucht und das Militär erbarmungslos auf alles schießt, was sich in dem unter Quarantäne gestellten Gebiet bewegt. So auch in Zombie III nur mit dem Unterschied, dass hier sich die Infizierten in lebenden Toten verwandeln. Allerdings sind die in Zombie III behandelten Zombies wiederum etwas anders als die herkömmlichen.

Das Regisseur Lucio Fulci oftmals seine Untoten etwas anderes zeigt, als die, die wir aus Die Nacht der lebenden Toten oder Zombie 1 und 2 von Romero kennen, daran haben wir uns vielleicht auch schon gewöhnen können. Während es in Fulcis Woodoo – Schreckensinsel der Zombies noch wirklich um Menschen fressende lebende Tote ging, kreierte der italienische Filmemacher im Laufe der Jahre eine sehr eigenwillige Gattung von Zombies, die zwar ebenfalls untot waren, aber sich dennoch anders verhielten, als die, die wir sonst kennen. Für viele Fans des Subgenres des Zombiefilmes sind diese Zombies welche, mit denen sie sich nur schwer anfreunden können, während andere Filmfreunde diese genauso gut akzeptieren konnten, wie die normalen Zombies. Lebende Tote, die sprechen können und eigentlich auch noch Erinnerung besitzen, aber halt eher wahnsinnig sind und ein geheimnisvolles Ziel verfolgen; nämlich weitere Menschen zu infizieren und sie zu ihresgleichen zu machen. Warum? Das ist mir nicht bekannt.

Was auch in Zombie III auffällt ist, dass hier die Ursache eben keine unheimliche unbekannte Seuche oder schwarze Magie ist, sondern eine von Menschen geschaffene bakteriologische Waffe, die durch eine Nebenwirkung Menschen erst wahnsinnig macht, sie dann qualvoll sterben und als Monster wieder auferstehen lässt. Eigentlich ist es bei Zombiefilmen völlig egal, warum die Zombies zu dem wurden, was sie sind, es geht viel mehr um die Ängste davor, dass es sich um seelenlose Monster handelt, die zu Lebzeiten Familienangehörige oder Freunde waren und es den ums Überleben kämpfenden oft schwer fällt, sich gegen diese zu Wehr zu setzen, was natürlich eine Verbreitung der Monstrositäten erleichtert.

In Zombie III wird zusätzlich noch die Überheblichkeit des Militärs , wie bei Romeros Crazies angeschnitten, die durch ihre Ignoranz, auch den Wissenschaftlern gegenüber, die sie vor der Gefahr warnen, die Katastrophe erst möglich machen und deren einzige Lösung natürlich der Einsatz von Waffen besteht. Oft werden in solchen Filmen sehr antimilitärische Töne laut, die sie zu den alleinigen Schuldigen degradieren, was ich persönlich aber auch ziemlich einseitig wenn nicht gar naiv empfinde.

Zusammen mit Claudio Fragasso, dem Regisseur des noch weitaus mieseren Zombie 4 – After Death, der das Drehbuch zu Zombie III schrieb, versuchte Lucio Fulci beinahe diese seine neue Art von Zombies als neue Spezies im Horrorgenre zu verankern. Diese Zombies sind körperlich stark, verfügen über motorische Fähigkeiten, können durchaus mehr denken als die Alten von Romero, sprechen und sogar Fallen für ihre Opfer planen. Aber irgendwie verlieren sie dadurch – so empfinde ich es – auch an ihren Schrecken, werden sie zu Persönlichkeiten, die ein (wenn auch mir unbekanntes) Ziel verfolgen, anstelle die unheimlichen Kreaturen zu bleiben, die so verstörend waren, weil sie eben keine Charakterzüge mehr hatten, nur noch aus lebloser Materie bestanden und die nur einem Urinstinkt folgen.          

Spannung und eine dieser gerade genannten verstörenden Atmosphäre gibt es meiner Ansicht nach daher in Zombie III leider nicht mehr, vielmehr wird der Film zu einem Action-Horrorfilm, in dem viel herumgeballert wird und in den sich die Untoten selbst durch Boxhiebe unschädlich gemacht werden können. Hinzu kommt, dass die Zombies selbst beinahe alle gleich aussehen, aber nicht wirklich mehr gruselig ausschauen. Das Gruselflair versucht Fulci durch grünlich schimmerndes Licht und künstlichen Nebel zu erzeugen, doch meiner Ansicht nach klappt es nicht wirklich. Splattereffekte werden hier in Zombie III nur mäßig eingesetzt und wirken oft fehl platziert und ergeben eigentlich nicht wirklich einen Sinn und oft scheint es so, das Fulci schon ahnte, dass dieser Film nicht so wird wie eigentlich vielleicht beabsichtigt und hoffte ihn durch drastische Ekeleffekte aufzuwerten, auch wenn diese keinen wirklichen Sinn zur Story ergaben.  

Und obwohl die Stimmung und auch die Atmosphäre in Zombie III so gut wie kaum vorhanden sind, so wie man es sich von einem Zombiefilm erhofft, so besitzt er dennoch eine grandiose Musikuntermalung, die von Stefan Mainetti komponiert wurde, aber dennoch die ganze Szenerie nicht wirklich retten kann. Vor allem die wenig motivierten Schauspieler stören, so scheinen die nur sehr oberflächlich gezeichneten Charakter im Film nicht wirklich angst zu haben und die Tatsache dass es sich um lebende Tote handelt nicht zu verstören. Hier wird gleich drauf los geballert und geprügelt, als ob das geschehen völlig normal sei, dabei hatte der Film am Anfang durchaus gute Ansätze, wenn man die Szene nimmt, in der die Vögel verstreut auf dem Asphalt liegen, nach dem sie durch die Aschewolke geflogen sind, die durch die verbrannten ersten Leichen im Film entstand. 

Im Laufe des Filmes, gerade wenn er sich zum Ende hin neigt, werden Parallelen zu Romeros Dawn of the Dead sichtbar, wollen die Überlebenden mit einem Helicopter fliehen. Aber während in Dawn of the Dead Gaylen Ross und Ken Foree einer ungewissen Zukunft entgegen fliegen, zeigt Fulci leider in Zombie III, dass eine Flucht eigentlich nahezu ausweglos ist, in dem er den Radiosprecher Blue Hard ebenfalls zum Zombie geworden von einer neuen Weltordnung übers Radio plappert und gar Unsterbliche Musik für seine (neuen) untoten Brüder und Schwestern spielt.  Was mir aber richtig gut gefallen hat ist der Song Nature während des Abspanns von Zombie III, der von Clue and the Crew performt wird.

Zombie III ist mit Sicherheit nicht der schlechteste Zombiefilm, aber auf jeden Fall nicht Fulcis bester Film. Er dümpelt eigentlich die meiste Zeit so vor sich hin, doofe deutsch synchronisierte Dialoge und vor allem die Stimmen sind oft unpassend, aber dafür kann Fulci ja nichts.  Wofür er aber etwas kann ist, dass der Film nicht gruslig und spannend ist, da ihm diese furchteinflössende Endzeit-Stimmung fehlt und alles irgendwie doch recht lieblos und künstlich wirkt, was vielleicht auch an der wenig originellen Lokation liegt. Ein spärlich besiedeltes Gebiet mit Ruinen oder nur sehr kargen Gebäuden… und ansonsten alles in einer ländlichen Umgebung… so wie man es auch noch von heutigen Zombie-B-Movies kennt. Ich habe das Gefühl, dass Fulci keinen Spaß am Dreh zu Zombie III hatte und er irgendwie mal schnell etwas fabrizieren wollte. Schade, denn Fulci kann es wahrlich besser !

Wer sich dennoch den Film anschauen will, was man kann, wenn man nicht zu viel erwartet, dann gibt es Zombie III ungeschnitten auf VHS von JPV und Directori, sowie auf DVD von Laser Paradise in der Red Edition, die durchaus anschaubar ist. 

Wertung: 6/10 Punkten

Schreibe einen Kommentar