Zum Töten verführt (1984)

Weil der junge Student Jay Richard (Eric Brown) verrückt nach seiner extrem gut gebauten Dozentin Diane Stevens (Sybil Danning), ist er eine leichte Beute für ihren sinisteren Plan, an die teure Immobilie von Schwiegermutter und Schwiegeroma zu kommen. Erst macht sie ihn – obwohl mit ihrem Kollegen Michael (Andrew Prine) verheiratet – im Bett gefügig, dann sendet sie ihn aus, den alten Damen den Schreck ihres Lebens zu verpassen. Doch der Plan geht schief: nicht nur zeigen sich die Frauen als ziemlich wehrhaft und schlagen Jay in die Flucht, im Anschluss exekutiert ein maskierter Killer beide Bewohnerinnen. So war das aber nicht geplant und Jay würde sich ungern als Killer verhaften lassen. Also kehrt er zurück, um Beweise zu entsorgen und stolpert persönlich über den Mörder – doch wer lenkt diesen perfiden Plan eigentlich?

 


Wer weiß wie viele jungendliche Männer davon träumen von einer heißen Braut mittleren Alters verführt, wenn nicht sogar entjungfert zu werden? Das war in den 80er schon so und das wird es heutzutage auch noch geben. Wieso solch eine Phantasie nicht noch mit einem Hauch Erotik, Krimi und Komödie verpacken? So geschehen 1984 mit dem Streifen ZUM TÖTEN VERFÜHRT.

Der Film entstand unter den Regieanweisungen von Howard Avedis, ein recht unbekannter Mann. Obwohl sich Filmtitel wie TÖDLICHER WAHN von 1974 und THE SPECIALIST von 1975 auf seinem Filmlebenslauf befinden.


Femme fatale aus Österreich

In die Rolle der Dozentin Diane schlüpfte die B-Movie Ikone der 80er Sybil Danning. Die österreichische Schauspielerin spielte in dutzenden Streifen mit, darunter befanden sich auch oft Trash-Streifen bis hin zu WIP (Woman in Prison) Filme wie auch einige B-Thriller. Die oft sehr freizügige Frau präsentiert auch hier in ZUM TÖTEN VERFÜHRT ihre körperlichen Vorzüge. Zum Zeitpunkt des Drehs war Sybil 36 Jahre alt. Regisseur Avedis achtete darauf, das sich Sybil oft in sehr tiefen Einblicken in Kleidern den Zuschauer präsentiert. Dabei durfte auch eine länger ranhaltene Verführungsversuch mit dem Geek aus dem Film, gespielt von Eric Brown nicht fehlen. Zudem räkelt sie sich auch schon mal im goldfarbenen Bikini durchs Bild.

Betrachtet man die anderen Elemente des Films, so wird man recht schnell enttäuscht. Die Story wirkt zu sehr an den Haaren herbei gezogen und künstlich konstruiert. Zu viele Dinge können auch durch unerfahrene Zuschauer schnell erkannt werden. Das zerrt an der Aufmerksamkeit und bringt die Langeweile ganz nach oben. Doch durch den Einsatz der bereits oben angesprochenen Aspekte Sybil Danning betreffend, wacht der männliche Zuschauer wieder auf.

Der Versuch eine Art Slasher Figur in den Plot zu integrieren schlug völlig fehl. Ein verkleideter Weihnachtsmann der mithilfe eines Baseballschlägers sein auserwähltes Opfer niederstreckt noch ganz witzig aus, aber ein Schlag mit einer Machete und das Opfer lediglich einen Kratzer am Hals bekommt, schlägt der Unglaubwürdigkeit ein Schnippchen.

Kriminalistisch gesehen wirkt die Story sehr schwach und unlogisch. Doch einer Sache ist dem Regisseur gelungen, das Raten, wer der wahre Mörder ist, wird durch geschickten Einsatz von einem Paar Schuhe in die falsche Bahn gelenkt. Doch wer hier wieder rum genauer hinsieht, erkennt auch den kleinen Fehler!

In Deutschland ist ZUM TÖTEN VERFÜHRT bislang nur gekürzt auf VHS erschienen, in den USA ist er von ANCHOR BAY auf DVD in der ungeschnittenen Fassung erschienen. Für Sybil Danning Fans eine weitere B-Movie Perle aus ihrer langen Filmlaufbahn. Und wer ein Faible für Geek-Phantasien hegt wird sicherlich auch seine Freude mit den nackten Tatsachen haben.