Zum Überleben verdammt

Nach vielen Jahren des Kalten Krieges verarbeiteten die Amerikaner noch immer Ihre Ängste und möglichen Szenarien in Filmen. Sei es 1971 mit “Der Omega Mann” mit Charlton Heston oder auch “Soylent Green” aus dem Jahr 1973. Doch knapp 6 Jahre nach diesem Klassiker und damaligen Kinoerfolg versuchte sich Regisseur Richard Compton an dieser Thematik. Sein Plan ging vollends auf, und Compton konnte seine Variante mit ZUM ÜBERLEBEN VERDAMMT  in bewegten Bildern umsetzen. Regisseur Compton ist kein Unbekannter in der Filmbranche. Er verschrieb sich ab den 80er Jahren den TV Serien und war an diversen beliebten TV Quoten Hits beteiligt. Sei es “Hooker”, “Miami Vice” oder auch “Street Hawk”. Nur vereinzelt widmete er sich noch den abendfüllenden Spielfilmen. 1970 startete er mit seinem Rockerstreifen “Die Rocker von der Boston Street” seine Karriere, wo er auch eine kleine Rolle als Barmann besetzte.

ZUM ÜBERLEBEN VERDAMMT zeigt dem Zuschauer mit eindrucksvollen und stimmigen Bildern das Szenario nach einer Atomaren Katastrophe. Alles erdenkliche ist zerstört, verrostet und verlassen. Fabrikanlagen sind seit etlichen Jahren nicht mehr in Betrieb und viele kleine Gruppen von Überlebenden sind auf der Suche nach was essbarem. Menschen taten sich zusammen und gemeinsam in der Einöde zu überleben und der Katastrophe zu trotzen. Nur vereinzelt sind einige Einzelgänger unterwegs, immer auf der Hut nach plündernden Banden von Banditen und Ganoven.

In diesem Endzeitszenario sind sehr abwechslungsreiche Schauplätze vorzufinden, sei es riesige Fabrikanlagen, verlassene Straßenschluchten, ein Militärmuseum oder auch Schiffe. ZUM ÜBERLEBEN VERDAMMT zeigt mit einem stimmigen Sound im Hintergrund, den nackten und harten Kampf in der Einöde, immer auf der Suche nach Essen, Wasser und vor allem Schutz. Viele haben die Hoffnung auf einen Neuanfang noch nicht aufgegeben und streben nach Fundstücken auf ein Anzeichen dessen. Und wenn es nur ein Vogelei ist, doch leider ist es leer und beherbergt ebenfalls kein neues Leben.

Für die Hauptrolle des Falk wurde Richard Harris gecastet, auch ein sehr bekanntes und markantes Gesicht, das man schon aus den vorangegangenen Jahrzehnten auf der Leinwand bewundern konnte. In weiteren Rollen tauchen Art Carney und Ernest Borgnine auf.

Der Zuschauer begleitet Falk und seine Frau in ihrer Behausung in einer Fabrik, sie fühlen sich sicher und versuchen einen geregelten Tagesablauf zu leben. Doch die gefühlte Sicherheit trügt, an jeder Ecke lauert die Gefahr entdeckt zu werden und gestört und vor allem beraubt zu werden. Diese Prämisse der gefühlten Geborgenheit bekommen wir im späteren Verlauf nochmal vorgelebt und wie schnell der gewünschte Traum wie eine Seifenblase zerplatzen kann. Viele Überlebende haben von einem Ort gehört, wo es ausreichend Nahrung und Platz für die Menschen gibt, wo ein Neuanfang der Menschheit seinen Ursprung finden kann. 

ZUM ÜBERLEBEN VERDAMMT ist in der Masse solcher Endzeit Szenarien fast sang und klanglos untergegangen und bei vielen unentdeckt geblieben. Die verschachtelte Erzählweise einzelner Episodenstränge im Film weckt die Aufmerksamkeit des Zuschauers, die noch dazu mit vorbildlichen Kameraeinstellungen belohnt wird. Ruhig und mit dem Auge für das Wesentliche ließ Compton die Story und die Geschehnisse einfangen und festhalten.

Leider gibt es diese kleine Filmperle bislang nur auf VHS vom Label “RCA COLUMBIA” in zwei verschiedenen Versionen. Einmal in der handelsüblichen grauen Videotheken-Hülle und später folgte noch eine Veröffentlichung in der blauen Box, als Kaufkassette. Beide Versionen sind mit einer FSK 16 versehen und ungeschnitten. Die Bildangabe auf der Hülle stimmt nicht ganz, ZUM ÜBERLEBEN VERDAMMT wurde in WIDESCREEN gedreht.

 

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